L'Oréal verkaufen


04.09.08 13:58
Meldung
 
Wien (aktiencheck.de AG) - Christine Nowak, Analystin der Raiffeisen Centrobank, stuft die Aktien von L'Oréal (ISIN FR0000120321 / WKN 853888 ).
von "halten" auf "verkaufen" herab.

Das französische Unternehmen sei der Weltmarktführer in der Kosmetikindustrie. Neben den Kosmetikaktivitäten würden Haarpflegeprodukte, Gesichtspflege, Sonnenschutz, Make-ups, Parfums und Toiletteartikel zu den wichtigsten Bereichen zählen. Die bekanntesten Marken seien Laboratoires Garnier (Fructis), Biotherm, Vichy, Parfums von Ralph Lauren und Giorgio Armani. 2002 sei ein Joint Ventures (Laboratoires Inneov) mit Nestlé hinsichtlich Erforschung und Entwicklung von innovativen Nahrungsmittelzusätzen für Schönheit und Gesundheit gegründet worden.

Auf vergleichbarer Basis zum Vorjahresquartal sei im zweiten Quartal ein Umsatzwachstum um 5,5% auf EUR 4,29 Mrd. erzielt worden, welches allerdings hinter den Analystenerwartungen von EUR 4,34 Mrd. zurückgeblieben sei. Durch Einsparungen bei den Werbungskosten habe ein stärkerer Rückgang der operativen Marge verhindert werden können. Die Gewinnsteigerung um 8,5% auf EUR 2,11 sei vordergründig auf niedrigere Steuerbelastungen und geringere Finanzierungskosten zurückzuführen.

Weiterhin erfolgreich seien die Absatzregionen Osteuropa und der asiatische Raum. Markteinführung innovativer Produkte sei für die zweite Jahreshälfte geplant. Wachstumsbeiträge aus Westeuropa und Nordamerika seien neuerlich bescheiden ausgefallen. Im dritten und vierten Quartal sei weiterhin mit einem starken Gegenwind zu rechnen, da beide Quartale 2007 beachtliche Zuwachsraten hätten aufweisen können. Gegen die Aktie spreche die Rücknahme des Gesamtjahresumsatzzieles auf sechs Prozent nachdem bislang eine Zielgröße von sechs bis acht Prozent veranschlagt worden sei. Aufgrund der ungünstigen Währungseinflüsse werde der Gewinnzuwachs für 2008 nur mehr im einstelligen Bereich angesiedelt.

Die Umsatzaussichten seien aufgrund der schlechten Konsumentenstimmung (in den USA und Westeuropa) sehr unsicher. Das gelte auch für die Margenentwicklung. Von einer markanten Verbesserung könne auch im zweiten Halbjahr nicht ausgegangen werden, da aufgrund der angekündigten Produkteinführungen höhere Werbekosten aufgewendet werden müssten. Außerdem würden die Analysten das Potenzial von weiteren drastischen Kosteneinsparungen bereits ausgereizt sehen. Obwohl sich die absolute Bewertung im heurigen Jahr - aufgrund des starken Kursrückganges - deutlich abgebaut habe, sei L'Oréal gegenüber der Konkurrenz noch immer teuer.

Die Analysten der Raiffeisen Centrobank ändern daher ihre Einschätzung der L'Oréal-Aktie von "halten" auf "verkaufen". (Analysevom 04.09.2008) (04.09.2008/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.


 

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