Zürich (aktiencheck.de AG) - Rene Weber, Analyst von Vontobel Research, stuft die Aktie von
Unilever (
ISIN NL0000009355 /
WKN A0JMZB ) in der aktuellen Ausgabe von "Vontobel Morning Focus" weiterhin mit dem Rating "reduce" ein.
Im Geschäftsjahr 2009 sei der Umsatz von Unilever um -1,7% auf EUR 39,8 Mrd. zurückgegangen, wobei das organische Wachstum +3,5% (Vol. +2,3%, Preis +1,2%) erreicht habe. Das 4. Quartal 2009 habe eine Beschleunigung des Wachstums auf +5% (3Q +3,6%, 2Q +2,0%, 1Q -1,8%) gesehen, während die Preise um -3,1% nachgegeben hätten.
Die EBIT-Marge (vor Sonderposten) habe 14,8% (+20 Bp) erreicht. Nach dem Rückgang im 1. Halbjahr 2009 habe die Marge im 2. Halbjahr 2009 zu steigen begonnen, wobei die Zunahme im 4. Quartal 2009 100 Bp betragen habe. Sonderposten hätten mit EUR -868 Mio., verglichen mit EUR 1.269 Mio. im vergangenen Jahr zu Buche geschlagen und sich entsprechend auf den Nettogewinn (-31% auf EUR 3,66 Mrd.) ausgewirkt. Im Jahr 2010 erwarte Unilever ein mit dem Jahr 2009 vergleichbar schwieriges Umfeld, plane jedoch das Volumenwachstum weiter voranzutreiben.
Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2009 habe weitestgehend den Erwartungen entsprochen, wobei das starke Volumenwachstum im 4. Quartal (+5%) als positive Überraschung gekommen sei, während die negative Preisentwicklung (-3,1%) enttäuscht habe. Die negative Auswirkung bei Preisen im 4. Quartal sei u. A. auf niedrigere Rohstoffpreise zurückzuführen, die im Quartal um -4% nachgegeben hätten. Der positive Volumentrend sei mit +9,4% im 4. Quartal vor allem in den Entwicklungsmärkten erkennbar gewesen, aber auch Nord- und Südamerika hätten sich weiter verbessert (4Q +5,5%, 3Q +3,8%), während Europa erneut nachgegeben habe (4Q -0,7%, 3Q +2,6%). Der Margenrückgang in Europa um -240 Bp auf 14,4% habe von Nord- und Südamerika (+70 Bp auf 16,1%) und Asien etc. (+220 Bp auf 13,9%) mehr als ausgeglichen werden können.
Die Analysten würden davon ausgehen, dass der organische Umsatz im Jahr 2010 um +4% und die Margen um weitere +20 Bp wachsen würden. Im 1. Halbjahr 2010 werde die negative Preisentwicklung anhalten. Aufgrund der Übernahme von Sara Lee Personal Products würden höhere Restrukturierungskosten anfallen, hingegen sollten sich die Kosten für die Rentenfinanzierung um Null bewegen (09: EUR -164 Mio.). Die Analysten würden ihre EPS-Schätzungen (10E/11E +2%) nur geringfügig anpassen.
Die Zahlen des Geschäftsjahres 2009 hätten den Erwartungen entsprochen, wobei das Volumenwachstum von +5% im 4. Quartal 2009 als positive Überraschung gekommen sei. Diese sei jedoch durch die negative Preisentwicklung in allen Regionen wieder aufgehoben worden. Das Umfeld bleibe schwierig, da Kunden um Wertschöpfung bemüht seien und die Mitanbieter um Marktanteile kämpfen würden. Im 2. Halbjahr 2009 sei jedoch ein positiver Volumentrend erkennbar gewesen und die zugrunde liegenden Margen hätten sich trotz gestiegener Werbungs- und Promotionausgaben verbessert. Im Jahr 2010 seien weitere Kosteneinsparungen von mindestens EUR 1 Mrd. geplant. Mit einem P/E 11E von 15 werde Unilever gleich wie seine Peers bewertet.
Aufgrund der historisch niedrigeren organischen Wachstumsrate bestätigen die Analysten von Vontobel Research allerdings ihr "reduce"-Rating für die Aktie von Unilever. Das
Kursziel werde bei EUR 20 gesehen. (
Analysevom 05.02.2010) (05.02.2010/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.