Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Analystin von Hauck & Aufhäuser, Stefanie Richartz, rät weiterhin zum Kauf der
Vivendi-Aktie (
ISIN FR0000127771 /
WKN 591068 ).
Im ersten Halbjahr 2008 habe der Vivendi-Konzern den Umsatz um 10% (währungsbereinigt: +12%) auf 11,3 Mrd. Euro gesteigert. Das Umsatzwachstum sei teilweise durch Akquisitionen begünstigt gewesen. Die währungs- und konsolidierungsbereinigten Umsatzwachstumsraten würden nicht vollständig vorliegen. Die vorhandenen Zahlen würden aber zeigen, dass sich Maroc Telecom (+8%) und Canal+ (+4,5%) konstant gut entwickeln würden. Die Videospiele würden (unter Schwankungen) prozentual zweistellig wachsen (Q1 08: -18%; Q2: +18%; mit saisonaler Geschäftsverschiebung in die zweite Jahreshälfte). SFR wachse moderat (Q1 08: +4%; Q2 08: +1,5%). Zum Musik-Bereich würden Angaben für das 2. Quartal fehlen, es dürfte sich nach Ansicht der Analysten allerdings leicht rückläufig entwickelt haben.
Das Konzern-EBITA habe sich auf 2,6 Mrd. Euro belaufen (-1%; bereinigt um Währungseffekte: +0%). Hiervon würden 1,9 Mrd. Euro auf die Telekommunikation entfallen. Bei SFR würden Akquisitionskosten belasten, aufsichtsrechtlich bedingte Preissenkungen sowie erste Restrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit der Neuf-Cegetel-Akquisition. Maroc Telecom habe vom Umsatzwachstum und von Kostenkontrolle profitiert. Das EBITA des Medienbereichs habe 702 Mio. Euro erreicht (+9,5%). Hiervon seien 259 Mio. Euro (währungsbereinigt +24%) auf das Musik-Segment entfallen; es habe vom Umsatzzuwachs bei höhermargigen Produkten und den oben genannten Akquisitionen profitiert, aber auch ein Restrukturierungsaufwand (29 Mio. Euro) sei enthalten gewesen. Canal+ habe ein exzellentes EBITA in Höhe von 351 Mio. Euro erwirtschaftet (währungsbereinigt: +15%; inkl. Restrukturierungsaufwand in Höhe von 48 Mio. Euro). Das EBITA des Spiele-Segments sei währungsbereinigt um 17% auf 92 Mio. Euro zurück gegangen.
Der bereinigte Konzerngewinn habe 1,5 Mrd. Euro erreicht (-5%). Ursachen für den Rückgang seien ein niedrigeres Ergebnis aus Beteiligungen (Wechselkurseffekte; "Ausbuchung" von Neuf Cegetel) und ein höherer Zinsaufwand (höhere Verschuldung wegen der oben genannten Akquisitionen). Das Halbjahresergebnis sei sehr solide gewesen. Das bereinigte EBITA habe im Rahmen der Erwartungen gelegen (Q2 08: berichtet 1,36 Mrd. Euro ggü. erwartet 1,39 Mrd. Euro). Der bereinigte Konzerngewinn habe über den Erwartungen gelegen (Q2 08 mit 760 Mio. Euro etwa 10% über Konsensus).
Für 2008 habe Vivendi die bestehenden Prognosen bestätigt und erwarte unverändert ein ähnliches Wachstum des bereinigten Gewinns wie 2007, das heiße also +8%. Diese Prognose basiere allerdings auf dem Status-Quo, d. h. vor den Akquisitionen des 1. Halbjahres (Neuf Cegetel, Activision) und den hieraus resultierenden Restrukturierungsaufwendungen). Unter Berücksichtigung der Akquisitionen und Restrukturierungsaufwendungen würden die Analysten nun mit einem bereinigten Gewinn in Höhe von rund 2,9 Mrd. Euro (+2%; vorher: 3,1 Mrd. Euro) rechnen. 2009 erwarte man die ersten Synergien aus den Unternehmenserwerben. Aufgrund der akquisitionsbedingt gestiegenen Nettoverschuldung gehe man von einem höheren Zinsaufwand aus als bisher aus und rechne nun mit einem bereinigten Gewinn in Höhe von 3,3 Mrd. Euro (+16%; vorher: 3,5 Mrd. Euro).
Auf Basis ihrer Schätzungen und auf Basis der Kurse vom 02.09.2008 belaufe sich das KGV der Vivendi-Aktie momentan auf rund 9,0 (2009e). Dies impliziere einen Abschlag gegenüber der Medienbranche (KGV DJ-Stoxx-Media-Index 2009e: 9,9) und gegenüber der Telekommunikationsbranche (KGV DJ-Stoxx-Tele-com 2009e: 9,8). Dies halte man nicht für gerechtfertigt. Auch im historischen Vergleich erscheine die Vivendi-Aktie unterbewertet: Zwischen 2005 und 2007 habe ihr KGV zwischen 12,3 und 13,1 gelegen (Durchschnitt: 12,7). Unter Zugrundelegung des durchschnittlichen historischen KGV und unter Berücksichtigung eines Konglomeratsabschlags von 10% ergibt sich ein "fairer" Wert von 33 Euro (vorher: 32 Euro).
Die Analysten von Hauck & Aufhäuser belassen die Vivendi-Aktie auf der H&A-Research-Aktien-Select-Liste und empfehlen weiterhin ihren Kauf mit einem
Kursziel von 33 Euro (vorher: 32 Euro). (
Analysevom 03.09.2008)
(04.09.2008/ac/a/a)