Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" empfehlen die
Update Software-Aktie (
ISIN AT0000747555 /
WKN 934523 ) im Bereich von 2,20 Euro zu kaufen.
Das Wiener Softwarehaus habe einen Strategiewechsel angekündigt. Der CRM-Spezialist setze mit update.revolution auf ein Software-as-a-Service (SaaS) Modell. Seit dieser Ankündigung habe der Titel rund 15 Prozent an Boden preisgegeben. Finanzchefin Monika Fiala zeige sich darüber im Hintergrundgespräch mit "TradeCentre.de" enttäuscht.
Investoren aus dem deutschsprachigen Raum würden eher auf den kurzfristigen Ausblick als auf die längerfristige Vision schauen. Denn für 2010 erwarte Fiala gegenüber 2009 einen stagnierenden Umsatz und ein lediglich ausgeglichenes Ergebnis. Hier sei offensichtlich mehr erwartet. Angelsächsische oder US-Investoren hätten bei der Nachricht bezüglich des Strategiewechsels hingegen gejubelt. Die Österreicher würden nun dasselbe Modell wie in den USA Salesforce verfolgen. Jahrelang habe die Firma hohe Verluste geschrieben. Erst 2009 sei die Gewinnzone erreicht worden. Die Bewertung sei jedoch von Anfang an astronomisch gewesen.
Künftig werde update software die CRM-Lösungen im Wege eines SaaS-Konzepts verkaufen. Die Software werde nicht mehr beim Kunden betrieben, sondern dem Kunden werde diese über Internet zur Verfügung gestellt und je nach Nutzung abgerechnet. Mit diesem Modell sei die Firma in Europa übrigens Pionier. Der klassische Lizenzverkauf inklusive Wartungsmodell rücke in den Hintergrund. "Wir verkaufen nach wie vor unsere Lizenzen mit Wartungsmodell, da vor allem in der Finanzbranche das SaaS-Modell nicht gerne genutzt wird", sagt Fiala. Gut 60 Prozent der Neukunden sollten sich nach Erwartungen des Unternehmens jedoch bereits in 2010 für das neue Modell entscheiden. Auch Bestandskunden dürften nach Ablauf des Wartungsvertrages in SaaS wechseln.
Die Vorteile für SaaS würden in die momentane IT-Phase wie die Faust aufs Auge passen. Unternehmen würden sparen wo sie nur könnten. Vor allem kleine und mittelständische Firmen würden an IT sparen, die aber immer notwendiger werde. Anstatt sich nunmehr eine teure Lizenz zu kaufen, könnten Firmen die Lösung zunächst für den Einstieg günstig nutzen. Der Kunde generiere dann steigende Erlöse, mit zunehmender Nutzerzahl und weiteren Funktionen. "Hohe Investitionen schrecken eher ab. Wir haben nunmehr die Chance bei Mittelständlern zum Zuge zu kommen, die CRM brauchen, aber bisher die Investition gescheut haben. Unsere Strategie ist die Antwort auf die Krise."
Bereits drei Kunden habe update software für das Modell gewonnen. "Der erste Akt eines Kunden war, dass er die Mitarbeiter in den USA und Kanada umgestellt hat", sage Fiala. Das zeige, dass dieses Modell vor allem in den Staaten sehr beliebt sei. update software wolle sodann auch in den USA Gas geben und dort verstärkt Kunden gewinnen. "Wir sind zwar in Amerika vertreten, haben dort aber kaum Kunden. Das wollen wir mit SaaS ändern und dort stärker wachsen." Zu einem späteren Zeitpunkt könnte sich update software für den US-Markt einen Vertriebspartner mit ins Boot nehmen.
Der Strategiewechsel komme zur richtigen Zeit. "Wir spüren nach wie vor keine Belebung im Markt." Das sei auch der Grund für die verhaltene Prognose für 2010. Die Transformation des Geschäftsmodells koste nur wenig Geld. "Wir haben bisher rund 20 Prozent unserer Erlöse in Forschung und Entwicklung gesteckt und werden dieses Niveau beibehalten. Lediglich unser Aufwand für Marketing wird verdoppelt. Insgesamt erwarte ich aber eine stabile Kostenstruktur und keine Ausweitung", erkläre die Finanzchefin. Nach über zehn Millionen Euro Cash zum Ende des Jahres 2009 solle die Cashposition Ende 2010 ebenfalls auf diesem Niveau bleiben. Geld werde somit keines verbrannt.
Kräftig Gas geben wolle das Unternehmen ab 2011. "Vorausgesetzt das wirtschaftliche Umfeld verbessert sich, erwarten wir ab 2011 Wachstumsraten von 20 Prozent plus X pro Jahr." Die Marge werde bereits ab dem kommenden Jahr vernünftig ausfallen. Eventuell sogar knapp zweistellig. "Ab 2012 erwarten wir wieder EBIT-Margen von 15 Prozent", sage Fiala. Bei der Margenzahl habe das Unternehmen sogar Luft bis 20 Prozent, ergänze die Finanzchefin. Wenn nicht in 2012, dann solle der Umsatz spätestens in 2013 die Marke von 50 Millionen Euro knacken. Unterstelle man eine Marge von 15 Prozent, würden die Wiener operativ 7,5 Millionen Euro verdienen, bei 20 Prozent sogar 10 Millionen Euro.
Den Experten gefalle der Strategiewechsel. Der Ausblick für 2010 sei natürlich nicht berauschend, sei aber dem Marktumfeld geschuldet. Im Kurs sollte dies nun verdaut sein.
Die Experten von "TradeCentre.de" raten im Bereich 2,20 Euro zum Kauf der update software-Aktie. (
Analysevom 10.02.2010) (10.02.2010/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
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