Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Leslie Iltgen, Analystin vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von
Bayer (
ISIN DE000BAY0017 /
WKN BAY001 ) unverändert mit dem Rating "kaufen" ein.
Die am 26.02. veröffentlichten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr seien etwas unter den Erwartungen der Analysten ausgefallen. Positiv würden sie jedoch den deutlichen Abbau bei den Nettofinanzverbindlichkeiten um 4,5 Mrd. EUR auf 9,7 Mrd. EUR werten.
Auf dem gestrigen Analysten- und Investorentag sei die Guidance für das laufende Geschäftsjahr bestätigt worden. Demnach sollten die Umsätze um rund 5% zulegen, das bereinigte EBITDA von 6,5 Mrd. EUR auf rund 7 Mrd. EUR verbessert werden und Core EPS (2009: 3,64 EUR) um rund 10% steigen.
Die Erholung im Bereich Bayer Material Science setze sich fort und habe sich laut Aussagen des Managements der Bereich insbesondere wegen der dynamischen Geschäftsentwicklung in Asien offenbar besser entwickelt als erwartet. Daher solle der Bereich mit rund 10% Umsatzwachstum und mit einer deutlichen Verbesserung beim bereinigten EBITDA zum Konzernergebnis beitragen.
In den ersten beiden Monaten des laufenden Geschäftsjahres hätten deutliche Zuwächse auf der Volumenseite verzeichnet werden können, aber auch Preissteigerungen seien zu sehen gewesen, sodass man leicht über Plan liege. Bis 2012 wolle man wieder Umsätze in Höhe von rund 10 Mrd. EUR erzielen.
Bei Bayer HealthCare hingegen zeige sich eine Abschwächung bedingt durch die Probleme bei der Vermarktung von YAZ in den USA, einen verlorenen Tender für Betaseron in Russland sowie eine insgesamt schwächer als erwartet ausgefallene Grippesaison. Was Xarelto angehe, so habe sich das Management unverändert optimistisch gezeigt, die laufenden Studien, die unverändert alle im Zeitplan liegen würden, erfolgreich abzuschließen und damit die entsprechenden Zulassungen in den verschiedenen Indikationsgebieten zu erhalten. Für 2010 und 2011 erwarte man ein Wachstum, das in etwa dem allgemeinen Marktwachstum entspreche (rund 5%) und ab 2012 sei u. a. auch wegen neuer Produkteinführungen wieder mit einem insgesamt dynamischeren Wachstum zu rechnen.
Um die Geschäftsaktivitäten im Bereich Animal Health weiter auszubauen (nach Erachten der Analysten sinnvoll wäre bspw. die Portfolioergänzung um Impfstoffe), sei man derzeit immer noch dabei, verschiedene Optionen, auch anorganisch zu wachsen, zu prüfen. Dies sei aus Sicht der Analysten sinnvoll, um eine marktrelevantere Größe in diesem Geschäftsfeld zu erreichen. Ferner würden die Analysten davon ausgehen, dass auch im Bereich Consumer Health nach Optionen gesucht werde, die Geschäftsaktivitäten weiter auszubauen und damit ein ausgewogeneres Portfolioverhältnis zwischen Pharma und ConsumerHealth herzustellen.
BayerCropScience solle beim Umsatz um rund 4% zulegen und auch eine leichte Verbesserung beim bereinigten EBITDA ausweisen. Dieses Ziel erscheine ambitioniert. Eine aufgrund des langen Winters in der nördlichen Hemisphäre verzögerte Saison (verschiebe sich um ein Quartal), der Preisdruck in den USA und Brasilien und teils noch vorhandene Vorräte würden derzeit die Geschäftsentwicklung belasten.
Vor dem Hintergrund eines gedämpften Pharmageschäfts (wegen YAZ in den USA, verlorene Tender für Betaseron in Russland sowie schwacher Grippesaison) und des verzögerten Saisonstarts gepaart mit Preisdruck und noch vorhandenen Lagerbeständen in einigen Märkten (darunter USA) im Bereich Bayer CropScience würden die Analysten einen insgesamt schwachen Start in das laufende Geschäftsjahr erwarten und die Erwartungen für das erste Quartal (Ergebnisse würden am 29. April veröffentlicht) sollten nicht zu optimistisch sein. Da sie nicht ausschließen würden, dass die Schwierigkeiten (etwa mit YAZ in den USA) auch in den folgenden Monaten weiter anhalten würden, sollten ihres Erachtens die Erwartungen für das zweite Quartal ebenfalls nicht zu hoch angesiedelt werden.
Ihre Schätzungen für 2010 hätten die Analysten leicht nach unten angepasst, da die Guidance für das Gesamtjahr aus ihrer Sicht nun als ambitioniert angesehen werden könne. Sie würden nun von einem EPS 2010e in Höhe von 3,15 EUR (zuvor: 3,16 EUR) ausgehen. Für 2011f seien sie wieder etwas optimistischer und hätten ihre Erwartungen insbesondere auf der Umsatzseite leicht nach oben korrigiert (EPS 2011e: 3,51 EUR; zuvor: 3,49 EUR). Sie würden nicht ausschließen, dass der Aktienkurs kurzfristig etwas unter Druck gerate.
Auf Basis ihres DCF-Modells ergibt sich aktuell ein fairer Wert je Bayer-Aktie in Höhe von 60 EUR (vorher 59 EUR), sodass die Analysten vom Bankhaus Lampe ihr Anlageurteil dennoch unverändert mit "kaufen" bestätigen. Das
Kursziel erhöhe man von 59 EUR auf 60 EUR. (
Analysevom 19.03.2010) (19.03.2010/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.