Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Manfred Jakob, Analyst der SEB, stuft die Aktie von Fresenius Medical Care (
ISIN DE0005785802 /
WKN 578580 ) mit "hold" ein.
Fresenius Medical Care habe durch die Bank solide Zahlen präsentiert. Fresenius Medical Care habe 2009 den Umsatz um 6% (währungsbereinigt um 9%) auf 11,25 Mrd. USD gesteigert. Das operative Ergebnis habe sich um 5% auf 1,76 Mrd. USD verbessert. Der Nettogewinn sei dabei um 9% auf 891 Mio. USD bzw. auf 2,99 USD je Aktie geklettert. Der Cash Flow aus laufender Tätigkeit sei um über 31% auf 1,34 Mrd. Euro geklettert. Der Free Cash Flow habe sich auf 641 Mio. USD verbessert (nach 125 Mio. USD im Vorjahr).
Q4 habe eine besondere Dynamik gezeigt: Umsatz +12%, Operatives Ergebnis +13% und Konzernergebnis +15%. Die durchschnittliche Vergütung pro Behandlung in den USA sei in Q4 auf 357 USD gegenüber 335 USD im Vorjahresquartal bzw. nach 348 USD im dritten Quartal 2009 gestiegen. Dies sei auf eine Erhöhung der Kostenerstattungssätze und des Medikamenteneinsatzes zurückzuführen. In den USA habe der Umsatz in Q4 um 9% zugelegt, im Bereich International um 18% (währungsbereinigt +8%).
Gerade in Q4 habe der Gewinn wieder überproportional zugelegt. Dabei habe sich die operative Marge um 30 BP verbessert. Im Segment International, der seit Jahren überproportional wachse, habe der Quartalsumsatz in Q4 erstmals über 1 Mrd. Euro gelegen. Der Anteil dieses Bereichs mache nun 34% aus. Damit reduziere sich die Abhängigkeit vom US-Geschäft weiter. Das Leverage Ratio (Schulden/EBITDA) habe Ende 2009 bei 2,5 gelegen (Ziel: weniger als 2,7). Die Dividende werde, zum 13. Mal in Folge, um +5% auf 0,61 Euro erhöht.
Mit Margendruck müsse immer wieder gerechnet werden. Zuletzt sei es per saldo zu gut gelaufen (Erhöhung der Erstattungssätze, vor allem in den USA, zunehmender Anteil privat Krankenversicherter). Diese Trends könnten nicht auf alle Quartale übertragen werden. Stetige Expansion im Segment International sei sinnvoll, aber belaste immer wieder das Ergebnis (Investitionskosten, etc.). Derzeit seien die meisten Währungen in Emerging Markets zwar stabil (H1/2009 schwächer), aber mit einem Abwertungsdruck sollte immer wieder gerechnet werden (wie in H1/2009). Die Gesundheitsreformen in einigen Kernmärkten seien ebenso stetige Herausforderungen. Die Aktie sei inzwischen nicht mehr "günstig".
Aus Sicht der technischen
Analysepräsentiert sich die Aktie von Fresenius Medical Care sehr stark, so Savas Demirtas, technischer Analyst der SEB. Nachdem der Ausbruch über den starken Widerstand bei 38,33 Euro Anfang März gelungen sei, würden sich die Titel von einem neuen Allzeithoch zum anderen hangeln. Da aktuell damit auch keine Widerstände mehr vorhanden seien und sich die Markttechnik insgesamt sehr robust zeige, sei mit weiter steigenden Kursen zu rechnen.
Etwas Sorge bereite nur das Überschießen über die obere Begrenzungslinie des langfristigen Aufwärtstrends, die aktuell bei 39,59 Euro (wöchentlich steigend) notiere. Solche Anstiege seien meist leichte Übertreibungen, die kurzfristig zu einer Verschnaufpause führen könnten. So auch geschehen im Januar dieses Jahres. Neuinvestitionen seien dennoch empfehlenswert, sollten aber mit einem Alarm bei 38,33 Euro versehen werden.
Die Analysten der SEB bewerten die Fresenius Medical Care-Aktie mit dem Rating "hold". Das Zwölf-Monats-
Kursziel werde von 41,00 auf 43,00 Euro erhöht. (Analyse vom 18.03.2010) (18.03.2010/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.