HHLA kaufen


20.05.09 10:38
Meldung
 
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Oliver Drebing, Analyst von SRH AlsterResearch, stuft die Aktie der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) (ISIN DE000A0S8488 / WKN A0S848 ) weiterhin mit "kaufen" ein.


Die Aussichten für eine höhere Bewertung der HHLA-Aktie würden die Analysten höher einschätzen als noch vor einigen Wochen. Das zurückliegende 1. Quartal (Q1) 2009 habe nach ihrer Einschätzung den Tiefpunkt des abgewickelten Transportvolumens im Rahmen der aktuellen Rezession markiert. Die HHLA habe sich dabei besser geschlagen, als von den Analysten nach den Unternehmensverlautbarungen von Ende März erwartet worden sei.

Ganz klar: Der für Q1 im Containerverkehr berichtete Mengeneinbruch sei mit knapp 32% drastisch ausgefallen (bei starker Vergleichsbasis des Vorjahres: die geglättete Größenordnung des Rückgangs dürfte zwischen 20 und 25% liegen). Von der Rezession überproportional betroffene Warenströme seien der Europa-Asien-Verkehr und der Austausch mit Nord-Osteuropa, an die die Dynamik insbesondere des Hamburger Hafens geknüpft sei.

Erklärung dafür, dass die Umsätze der Containerterminals gegenüber dem starken Vorjahresquartal lediglich um 21% zurückgegangen seien, seien ein gestiegener Anteil höherwertiger Serviceleistungen und die für den Mengenrückgang besonders verantwortliche Schwäche des Zubringerverkehrs über See (Feeder-Dienste), welche für den Hafenbetreiber vergleichsweise niedrige Umsatzbeiträge abwerfen würden.

Stärker als von den Analysten prognostiziert sei der Umsatzrückgang beim Hinterlandgeschäft im Segment Intermodal gewesen. Hier habe nicht der Mengenrückgang im Vordergrund gestanden, sondern der durch hohe Transportüberkapazität ausgelöste Preiswettbewerb. Anders als noch Ende März angekündigt, habe sich der Vorstand bei der Präsentation des Zwischenberichts nicht in der Lage gesehen, die eigenen Zielvorstellungen für das Gesamtjahr quantitativ zu konkretisieren. Es bleibe dabei: Es führe nichts an einem Rückgang im zweistelligen Prozentbereich vorbei, und ein Volumeneffekt von mehr als 20% sei realistisch.

Die Analysten würden im Jahresverlauf indes von Quartal zu Quartal steigende Umschlagzahlen erwarten. Auch der jeweilige Vergleich zum Vorjahreszeitraum werde weniger dramatisch ausfallen als im 1. Quartal; dazu trage der Basiseffekt einer bereits 2008 deutlich rückläufigen Dynamik bei. Ihre Prognosen für 2009 würden sie leicht senken. Nach den jüngsten Äußerungen gehe man parallel zu einer sich stabilisierenden Mengen- allerdings von einer schwächeren Margenentwicklung aus.

Das Kursziel für die HHLA-Aktie würden die Analysten von bislang 26,50 auf nunmehr 35,00 erhöhen. Die Ergebnismultiplikatoren zu 2009 belasse man dabei außer Acht. Auf Basis ihrer Prognosen für 2010 und ihrer Kurszielformulierung ergebe sich ein Ziel-KGV bei knapp 20.
Angesichts kurzer Halbwertszeiten von Prognoseannahmen würden die Analysten in die Bewertungsüberlegung zudem stärker ihren DCF-Ansatz einbeziehen, der für den Aktienkurs auf ein Potenzial bei 50 hindeute. Ihre ambitioniert wirkenden Bewertungsvorstellungen würden die Analysten damit begründen, dass die HHLA als Infrastrukturtitel eine deutlich stabilere Dynamik aufweisen werde als die Gesamtwirtschaft. Sie würden den Titel weiterhin als ausgesprochenen Wachstumswert einstufen.

Ein hohes Risiko, dass sich die Rezession zu einer allgemeinen Depression ausweite, würden die Analysten, hier sei ihre Zuversicht in den letzten Wochen angestiegen, nicht mehr sehen. Insofern würden sie meinen, dass der HHLA nunmehr höhere Bewertungen zugestanden werden sollten. Die Leistungen des Infrastrukturunternehmens HHLA würden die Voraussetzung für eine Grundlast der Wirtschaftsdynamik stellen. Sie seien schwer substituierbar. Sie seien notwendig, nicht bloß nice to have.

Die Analysten würden die seit Herbst 2008 zu verzeichnenden Einbrüche in den Handelsströmen als Schockzustand interpretieren, der sich alsbald lösen werde. Die Normalisierung der Lieferketten bei Konsum- und bei industriellen Verbrauchsgütern werde sich einstellen, wenn die Lagerbestände auf ein Mindestmaß abgebaut sein würden. Die mittel- und langfristige Perspektive würden sie ohnehin von deutlich zweistelligen Wachstumsraten geprägt erwarten.

Fragezeichen stünden kurzfristig noch hinter den Aussichten für Länder Osteuropas, für Russland und das Baltikum, wichtigen Zielgebieten der aus Übersee nach Hamburg gelangenden Waren (Währungskrise bei hoher Verschuldung von Unternehmen, Konsumenten, öffentlichen Haushalten auf -Basis). Regionen, für die wir mittel- und langfristig besonders pessimistisch seien (Nordamerika, Südeuropa PIG ), würden für die HHLA nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen.

Die Analysten von SRH AlsterResearch bekräftigen ihr "kaufen"-Anlageurteil für die Hamburger Hafen und Logistik AG-Aktie. Das Kursziel werde von 26,50 EUR auf 35 EUR angehoben. (Analysevom 20.05.2009)
(20.05.2009/ac/a/d)


 

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