Agrarrohstoffe uneinheitlich


08.02.10 10:05
Meldung
 
Stuttgart (aktiencheck.de AG) - Die starken Verwerfungen am Kapitalmarkt gehen auch an den Agrarrohstoffen nicht spurlos vorüber, so die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg.


Lediglich dem Sojaöl Future sei in der vergangenen Handelswoche ein mageres Plus gelungen. Nachdem die Getreide Futures jedoch schon seit Mitte Januar kräftig an Wert eingebüßt hätten (über 15% seit dem jeweiligen Top der letzten fünf Wochen), hätten Softs in der vergangenen Woche am stärksten unter den konjunkturellen Zweifeln, dem festen USD und dem rutschenden Ölpreis gelitten. Der Mais Future habe als Schlusslicht des Getreidesektors 1,4% abgegeben, während der Arabica Future als "Anführer" der Softs 1,9% verloren habe. Die rote Laterne habe der Zucker Future mit 11,6% Verlust erhalten.

Nach der heftigen Korrektur der letzten Wochen habe sich das Marktsentiment bei den Getreiden spürbar eingetrübt. Gemessen an den Futures für Weizen, Mais und Sojabohnen habe der Kursrutsch dabei sowohl die Analystenschätzungen, wie auch die Kursziele des Marktkonsenses (lt. Reuters) deutlich übertroffen. Das wichtigste Argument der aktuell skeptischen Kommentare betreffe die ausgezeichnete Versorgungslage seit einem Jahr oder länger. Für die morgen anstehenden Daten des US-Landwirtschaftsministeriums erwarte man insbesondere bei den Lagerendbeständen für Sojabohnen eine Aufwärtsrevision infolge der idealen südamerikanischen Wetterentwicklung.

Noch stärkere Belastungen sehe man allerdings für die Entwicklung des Zucker Futures: Das weltweite Produktionsdefizit von über 11 Mio. Tonnen im letzten Erntejahr werde nun mit knapp 8 Mio. Tonnen bzw. ca. 5% der Jahresproduktion erwartet und könnte Stück für Stück ausgeglichen werden (durchschnittlich erwarteter Jahresendkurs: 22 USc/lb). Optimistischere Stimmen würden davor warnen, dass "El Nino" als übergreifendes Wetterphänomen auch weiter für zu viel Feuchtigkeit in Südamerika und zu wenig Feuchtigkeit in Asien sorgen könnte. Schon im letzten Sommer seien die Schätzungen zur Reduzierung der Angebotslücke mit unter 5 Mio. Tonnen wesentlich zu optimistisch ausgefallen.

Im Falle von Kakao halte der Marktkonsens dagegen weitere Kursgewinne für wahrscheinlich, da wieder steigende Produktionszahlen der Mühlen für eine Wende in der industriellen Nachfrage sprechen würden, deren Befriedigung man dem begrenzten Produzentenkreis nicht nachhaltig zutraue. Der Jahresendkurs (ICE) werde im Durchschnitt bei 3.700 USD/t erwartet, ein Plus von 13% im Jahresvergleich. (08.02.2010/ac/a/m)


 

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