Augsburg (aktiencheck.de AG) - Das Hickhack um Griechenland belastete die Aktienmärkte in den vergangenen Tagen, so die
Analysten der Fürst Fugger Privatbank.
Der
DAX (
ISIN DE0008469008 /
WKN 846900 ) sei deshalb mit einem Abschlag von 1,09% auf Wochensicht aus dem Handel gegangen. Die Zustimmung des griechischen Parlaments zum Sparpaket der Regierung am gestrigen Sonntagabend sorge für einen freundlichen Start in die neue Handelswoche. Ob damit der Weg Richtung der zumindest psychologisch wichtigen Marke von 7.000 Punkten frei sei bleibe offen.
Im Freitagshandel sei der Index unter die wichtige Chartmarke von 6.736 Punkten gefallen und habe mit 6.650 Punkten sein Tagestief erreicht. In der heutigen Eröffnung handle der DAX knapp unterhalb von diesem Widerstand. Jedoch erst oberhalb der Marke von 6.833 Punkten wäre der Weg frei bis zur Marke von 7.000 Punkten. Auf der Unterseite fänden sich Supports bei 6.623, 6.573, 6.430 sowie 6.390 Punkten.
Dem EURO STOXX 50-Index (
ISIN EU0009658145 /
WKN 965814 ) sei es in der letzten Woche nicht gelungen, sich nachhaltig über der Marke von 2.500 Punkten zu positionieren. Nach anhaltenden Abgaben zum Wochenschluss sei der Index mit einem Minus von 27 Punkten oder 1% aus dem Handel gegangen. In der heutigen Eröffnung würden die positiven Nachrichten aus Griechenland für einen Anstieg über die vorgenannte Marke sorgen.
Allerdings hänge die weitere Kursentwicklung beim EURO STOXX 50-Index stärker am Kursverlauf der Wall Street. Sollten von dort negative Nachrichten ausbleiben, stünden die Börsenampeln auf Grün. Erstes Ziel auf dem Weg nach oben wäre die Marke von 2.600 Punkten. Davor gelte es die Widerstände bei 2.512 gefolgt von 2.544 sowie 2.591 Punkten zu überwinden. Auf der Unterseite sollte ein Rutsch unter die Marke von 2.400 Punkten vermieden werden.
Der Dow Jones (
ISIN US2605661048 /
WKN 969420 ) habe in der vergangenen Woche leicht korrigiert und um 0,5 Prozent tiefer, bei 12.801 Punkten geschlossen. Das Marktverhalten dürfe also als sehr robust bezeichnet werden, denn die Märkte befänden sich seit Wochen in tiefüberkauften Terrain. Besonders Apple (
ISIN US0378331005 /
WKN 865985 ) begeistere die Anleger nach wie vor und sorge für einige Verwerfungen in den US-Indices. So habe der NASDAQ 100 (
ISIN US6311011026 /
WKN A0AE1X ) auf Wochenbasis um 0,7 Prozent zulegen können und verdanke diesen Kursgewinn ziemlich genau Apple (+7,4 Prozent), die mit mehr als 12 Prozent gewichtet seien.
Abgesehen von der NASDAQ, würden sich die Märkte in der Marktcharakteristik eher distributiv zeigen, was im Gegensatz zu den Kursgewinnen stehe. Mit der Seitwärtskonsolidierung der vergangenen Woche hätten die überkauften Indikatoren etwas abgebaut werden können. Die Kurzfristigen befänden sich bereits im neutralen Bereich, sodass der Markt derzeit sowohl nach unten, als auch nach oben Platz habe. Dennoch würden die Analysten das derzeitige Aufwärtspotenzial für begrenzt halten und glauben, dass die Konsolidierung aus mittelfristiger Sicht noch nicht ausgestanden sei und würden bestenfalls eine, in der Summe gesehen, Seitwärtsbewegung erwarten.
Insofern würden die Analysten davon ausgehen, dass der Dow derzeit keine Kraft habe, um sich nachhaltig über dem Verlaufshoch des vergangenen Jahres im Bereich von 12.751/12.753 Punkten (Juli 2011) zu halten. Am Freitag sei dieses Niveau erstmals getestet worden und es habe zunächst gehalten. Das Verlaufshoch von Anfang Mai (12.876 Punkte) sei ebenfalls getestet worden, der Dow habe es aber noch nicht überwinden können. Selbst, wenn wir uns in einem Bullenmarkt befänden, würden die Analysten das Aufwärtspotenzial derzeit für begrenzt halten (max. 13.000-er Marke).
Die Analysten würden also davon ausgehen, dass wir uns in einem sehr fortgeschrittenen Stadium der aktuellen Rally befänden. Eine wichtige Unterstützung sei die 38-Tage-Linie (12.496 Punkten) bzw. 50-Tage-Linie (12.385 Punkte). Beide seien steigend und sollten zunächst als Unterstützung wirken. Die wichtigste Unterstützung sei jedoch die 200-Tages-Linie bei 11.991 Punkten. Wenn unser Take, dass wir die letzten 4 Wochen eine Bärenmarktrally gesehen haben, Bestand haben soll, dann sollte der Markt jetzt nicht stark steigen, so die Analysten der Fürst Fugger Privatbank.
Die Angst vor einem Scheitern der griechischen Sanierungsbemühungen habe zuletzt für fallende Renditen bei deutschen Staatsanleihen gesorgt. Mit der gestrigen Zustimmung des griechischen Parlaments sollte die Zustimmung der Eurogruppe zu weiteren Hilfsmaßnahmen für Griechenland nur noch eine Frage von Tagen sein. Damit dürfte das Interesse an Bundesanleihen etwas nachlassen.
Charttechnisch stehe der Bund-Future (
ISIN DE0009652644 /
WKN 965264 ) vor einer entscheidenden Marke. Sollte der Future unter den seit April 2011 bestehenden Haussetrend (aktuell bei 137,53) bzw. unter das Januartief bei 137,18 fallen, so wäre dies der Aufgalopp für eine nachhaltige Korrektur. Daraus würde sich ein rechnerisches Abschlagspotenzial von rund 300 Punkten ergeben. Selbst einen dann möglichen Fall unter die Marke von 133 würden die Analysten nicht mehr ausschließen.
Die erfolgte Zustimmung des griechischen Parlaments zu weiteren Sparmaßnahmen sorge heute für steigende Aktienkurse. Solange aber die genannten markanten Widerstände nicht überwunden würden, würden die Indices im Konsolidierungsmodus notieren. (13.02.2012/ac/a/m)