Aktienmarkt Fortsetzung der Seitwärtsbewegung


03.09.10 16:02
Meldung
 
Berlin (aktiencheck.de AG) - Mit dem 1. September begann in dieser Woche nicht nur aus meteorologischer Sicht der Herbst, sondern an den Börsen der statistisch schlechteste Börsenmonat, so die Analysten der Weberbank.


In keinem anderen Monat hätten in den letzten 30 Jahren die Börsen im Mittel schlechter abgeschnitten. Mit Blick auf die aktuellen Konjunkturdaten, sei auch in diesem Jahr im September nicht mit überdurchschnittlichen Ergebnissen zu rechnen. Das Auslaufen der Konjunkturprogramme aus dem letzten Jahr werde mittlerweile weltweit in den Wirtschaftsdaten sichtbar und es stelle sich vielfach die Frage, ob ein selbsttragender Aufschwung möglich sei.

So sei es wenig verwunderlich, dass in Amerika darüber diskutiert werde, Steuererhöhungen aufzuschieben oder in Japan ein neues Konjunkturpaket zu schnüren. In Hinblick auf die Schuldenstände der Staatshaushalte dürfte der Handlungsspielraum jedoch begrenzt sein. Auch der amerikanische Konsument dürfte als weltweiter Konjunkturmotor derzeit weiterhin nur im ersten Gang fahren. Zu groß sei die Verunsicherung der Verbraucher, da die Lage am Arbeits- und Immobilienmarkt weiter angespannt sei.

In Deutschland sehe die Situation etwas anders aus. Die Handelsverflechtungen mit Amerika seien zwar weiterhin hoch, jedoch habe in den letzten Jahren der Handel mit den aufstrebenden Volkswirtschaften sehr stark an Bedeutung gewonnen. So profitieren wir als Exportnation sehr stark von der wirtschaftlichen Stärke Chinas und diverser anderer Nationen. Da sich jedoch auch in den Schwellenländern die wirtschaftliche Dynamik abflache, werde sich nach Meinung der Analysten auch in Deutschland bald die ein oder andere konjunkturelle Nebelschwade zeigen. Ein erneutes Abgleiten in eine Rezession erwarte man jedoch nicht.

"The sky ist the limit!" oder auf die Rendite deutscher Staatsanleihen bezogen "Bei Null ist Schluss!" sei man geneigt zu sagen, wenn man den Blick auf den deutschen Rentenmarkt schweifen lasse. Innerhalb eines Monats seien die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen in einem rekordverdächtigen Tempo von 2,77% auf einen historischen Tiefstand von 2,12% gefallen. Gleichzeitig hätten sich die Zinserwartungen der Investoren grundlegend geändert. Hätten die Anleger im Juli noch erwartet, dass die europäische Zentralbank die Zinsen im Herbst 2011 wieder erhöhen werde, so habe sich der Termin durch die schwächeren weltwirtschaftlichen Daten um ein Jahr auf Herbst 2012 nach hinten verschoben. Das habe satte Kursgewinne für Besitzer von Anleihen geliefert.

Bei Neuinvestitionen müsse man sich allerdings nun mit einer mageren Verzinsung zufrieden stellen. Jedoch seien weitere Kurszuwächse nicht ausgeschlossen. Die Analysten seien der Meinung, dass sich das Niedrigzinsumfeld noch weiter fortsetzen werde und würden auch neue Rekordtiefststände bei den Renditen nicht ausschließen. In dem jüngsten Tempo werde die Entwicklung aber nicht weitergehen können und kurzfristige Rückschläge erachte man als sehr wahrscheinlich. Die mittel- bis langfristigen Aussichten seien weiterhin attraktiv.

Der Sägezahnmarkt an den Aktienbörsen setze sich fort und koste die Anleger Nerven. Das tägliche Auf und Ab, ohne sich nachhaltig für eine Richtung entscheiden zu können, sorge für viele technische Fehlsignale und trage zur Verunsicherung der Anleger bei. Auf Unternehmensebene sehe es speziell in Deutschland weiterhin sehr gut aus. Die Gewinnaussichten würden sich weiter verbessern und selbst bei sich verschlechternden Margen seien die Unternehmen attraktiv bewertet. So würden deutsche und europäische Unternehmen derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne für die nächsten zwölf Monate von unter 10 notieren. Das sei im historischen und internationalen Vergleich durchaus attraktiv.

Das Damokles-Schwert, das über allem als große Unbekannte schwebe, sei die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft. Hier hätten in den letzten Wochen die Fragezeichen hinter der wirtschaftlichen Dynamik zugenommen. Dieses Umfeld erzeuge ein Spannungsfeld, in dem sich die Aktienmärkte mal zur einen und mal zur anderen Seite hingezogen fühlen würden, ohne einen klaren Trend auszubilden. In nächster Zeit werde es für die Aktien schwer werden, in die eine oder andere Richtung auszubrechen und man rechne vorerst mit einer Fortsetzung des Seitwärtstrends.

Gold mache den Anlegern weiter Freude. Aktuell nehme der Goldpreis Kurs auf die Höchststände bei 1.265 USD, die zuletzt im Juni dieses Jahres erreicht worden seien. Sollte ein Ausbruch über das Hoch gelingen, würden weitere Kursgewinne winken. Neben der Investition in Gold erachte man auch das Segment der Goldminenaktien als interessant. Bei den Unternehmensbewertungen werde derzeit noch ein Goldpreis von circa 900 USD eingepreist. Somit seien derzeit die Minen im historischen Vergleich unterbewertet und die attraktiven Bewertungen würden Übernahmen in diesem Segment häufiger werden lassen.

Auf der Währungsseite würden die Entwicklungen beim Japanischen Yen und beim Schweizer Franken hervorstechen. Beide Währungen würden mit hohen Mittelzuflüssen und als Folge mit starken Aufwertungen kämpfen. Die heimischen Volkswirtschaften würden bereits unter der Last der starken Währungen ächzen, da die internationale Wettbewerbsfähigkeit leide. Devisenmarktinterventionen der Notenbanken würden immer wahrscheinlicher. (03.09.2010/ac/a/m)


 
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