Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Im zurückliegenden Berichtszeitraum konnten sich die globalen Börsen nur knapp behaupten, DAX und EURO STOXX 50 büßten 0,13% bzw. 1,09% ein, berichten die
Analysten der WGZ BANK.
Zu Wochenanfang hätten sich die Aktienmärkte von ihrer freundlichen Seite gezeigt, doch am gestrigen Donnerstag seien die Börsenkurse merklich gefallen, auch ausgelöst durch schwächere Konjunkturdaten zum US-Arbeitsmarkt und zu den deutschen Auftragseingängen (-2,3% M/M). Der Dow Jones sei erstmals seit November 2009 zeitweise unter die 10.000 Punkte-Marke gefallen und habe auf Tagesbasis 268 Punkte verloren. Somit dürfte die Abwärtsbewegung vorerst anhalten, die erhoffte Stabilisierung scheine misslungen.
Mehrheitlich solide Quartalszahlen hätten zwar für eine Bestätigung des bisherigen positiven Verlaufs der Abschlusszahlen gesorgt, doch diese Impulse seien verpufft. Beispielsweise habe die Deutsche Bank mit einem Jahresgewinn von 5 Mrd. Euro geglänzt, ebenso habe die Münchner Rück mit einem Jahresnettoergebnis von 2,56 Mrd. Euro die Erwartungen signifikant übertroffen.
Allerdings sei ein Ende der Spekulationen um die Zahlungsfähigkeit der PIGS-Staaten (Portugal - Italien/Irland - Griechenland - Spanien) und der damit einhergehenden Belastungen für die Märkte überhaupt nicht abzusehen. Hier habe der EZB-Präsident Trichet versucht- unveränderter EZB-Leitzins bei 1% - entgegenzuwirken und speziell die Schuldenproblematik Griechenlands herunterzuspielen. So habe er die griechische Regierung für die geplanten Konsolidierungsmaßnahmen gelobt.
Beim S&P 500 hätten nach Veröffentlichung von 282 Unternehmen bislang 77% die Gewinnschätzungen und beachtliche 71% die Umsatzprognosen geschlagen. Darum verwundere es nicht, dass für Einzeltitel nun die Aufwärtsrevisionen der Gewinnerwartungen einsetzen würden. Dennoch würden die Indexgewinnzahlen für 2010 und 2011, vor allem in den USA, mit einem großen Fragezeichen versehen bleiben.
Die Auswirkungen der von US-Präsident Obama und seinem Wirtschaftsberater Volcker geplanten Einschnitte beim Geschäftsmodell der US-Geschäftsbanken könnten bislang kaum abgeschätzt werden. Doch um hierzu eine Mehrheit im Senat zu finden, dürften diese geplanten Regeln sicherlich noch ein wenig modifiziert, d.h. weniger drakonisch, werden. Da von Anfang 2003 bis Ende 2007, vor Ausbruch der Finanzkrise, der US-Finanzsektor im Schnitt rund 25% zum Gewinn des S&P 500 beigetragen habe, werde dieser Beitrag dann zwangsläufig geringer ausfallen. Unter dem Blickpunkt der KGV-Betrachtung werde der US-Markt damit teurer und weniger attraktiv. Zudem würden mittlerweile manche Marktteilnehmer mutmaßen, ob das ausufernde US-Haushaltsdefizit nicht doch die langfristige Bestnote "AAA" für die Bonität der Staatsanleihen koste.
Momentan würden den Aktienmärkten die positiven Impulse fehlen, die erfreulichen Zahlen seien mittlerweile weitgehend eingepreist. Die entscheidende Triebfeder sei jetzt die Spreadproblematik der Euroland-Randstaaten und damit auch die Einschätzung zur Stabilität des Euro. Gleichzeitig werde das erwartete Wirtschaftswachstum nach schwächeren Zahlen immer wieder auf den Prüfstand gestellt. Liquidität und mangelnde Anlagealternativen seien zwar vorhanden, doch nicht entscheidend, der Anleger bleibe skeptisch und sei extrem verunsichert und suche folglich Sicherheit. Dies könne die Aktie nicht bieten und der Verkaufsdruck finde kaum mutige Käufer. Folglich befinde sich der Aktienmarkt in der Orientierungsphase und eine weitere Schwäche würde nicht überraschen.
Die Analysten der WGZ BANK empfehlen bei einem Investment unbedingt auf Qualität zu achten. Unternehmen mit etablierten Geschäftsmodellen, vorzugsweise mit hohen Eintrittsbarrieren und vorhandener staatlicher Regulierung sollten langfristig nicht enttäuschen. Die Sektorfavoriten der Analysten in einem Euro- Portfolio würden unverändert Gesundheit und Versorger sowie Bau / Baustoffe und Technologie bleiben. (05.02.2010/ac/a/m)