Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Anhaltende Zuversicht sorgt für Höchststände der internationalen Indices, so die Deutsche Börse AG.
US-Zentralbank-Chef Ben Bernanke behalte das niedrige Zinsniveau bei, der DAX überspringe die 6.000er Hürde, der Euro stabilisiere sich und auch die Sorgen um die Staatsverschuldung Griechenlands hätten sich gelegt.
Jan Vrbsky von der Baader Bank erläutere: "Die Aktienkurse in den USA steigen jetzt schon sieben Tage in Folge, die Stimmung schwappt auch auf die europäischen Märkte über. Es gibt zudem viel Liquidität im Markt." Private Konsumfreude und unternehmerischer Investitionswille hätten gleichermaßen angezogen. Eines der ersten Ziele für Unternehmensinvestitionen sei der Bereich Informationstechnik. So wundere es nicht, dass nach der Talsohle hier zuerst die Kurse steigen würden. "Durch die niedrigen Zinssätze investieren viele Unternehmen und rüsten nach", bemerke Walter Vorhauser von der Close Brothers Seydler Bank. Weiteren Nachholbedarf sehe der Skontroführer im Reich der Mitte: "Die Anzahl der IT-Nutzer in China ist im vergangenen Jahr um satte 29 Prozent gestiegen."
Die weiter gestiegene Nachfrage nach Computern, vor allem in China und dem gesamten Pazifikraum, habe dem Kurs des Chipherstellers Intel einen kräftigen Schub gegeben. Am Dienstag, nach Veröffentlichung aktueller Zahlen, habe die Aktie 4 Prozent zulegen können und notiere aktuell bei 16,18 Euro. Anfang Februar habe sie noch bei 13,80 Euro gestanden. Für die erfreuliche Entwicklung gebe es laut Vorhauser mehrere Gründe: "Intel hat mit seinen Gewinnaussichten die Erwartungen der
Analysten weit übertroffen. Außerdem ist der neue XEON-Prozessor draußen, also Servertechnik in 32 Nanometer, damit hat Intel AMD schon wieder abgehängt. Nicht zuletzt plant Intel jetzt mit Sony und Google die Entwicklung von Geräten, die Internetdienste wie z.B. Twitter am Fernseher verfügbar machen sollen."
Auf einmal wollten es alle haben: Social Networking via Internet habe der chinesischen Tencent Holding im vergangenen vierten Quartal ein Umsatzplus von fast 74 Prozent auf 1,8 Milliarden US-Dollar und einen um 85,5 Prozent gestiegenen Gewinn beschert. Laut Vorhauser komme der größte Teil des Erfolges aus der um 20 Prozent gestiegenen Nutzung des Dienstes "Xiaoyou", das bedeute so viel wie "Schulfreunde". Das Geschäft mit Online-Spielen sei dagegen nur um 1,7 Prozent gewachsen. "Die Aktie hat einen enormen Sprung gemacht, sie lag im ersten Quartal 2009 noch bei 4 Euro, jetzt, kurz vor der Veröffentlichung der Zahlen hatte sie ihr Allzeithoch von 16 Euro erreicht", erläutere der Skontroführer. Aktuell notiere die Aktie etwas leichter bei 14,80 Euro.
Über erfreuliche Geschäftszahlen und Perspektiven für den Mobilfunkanbieter China Mobile berichte Vrbsky. Der mit rund 500 Millionen Kunden weltweit größte Netzbetreiber habe sein bisher bestes Quartalergebnis präsentiert und die Erwartungen der Marktteilnehmer übertroffen. "Sogar der Umsatz pro Kunde konnte gesteigert werden, das ist bei den Wettbewerbern eher umgekehrt", betone der Skontroführer. Der Aktienkurs habe nach Bekanntgabe der Zahlen um 1 Prozent zugelegt und stehe aktuell bei 7,19 Euro. Laut Vrbsky setze das Unternehmen zukünftig auf Wachstum rund um das mobile Internet. "Besonders die Zusatzapplikationen wie Spiele- und Musik-Downloads haben bereits Akzeptanz bei den Kunden gefunden." Auch im E-Commerce-Segment plane China Mobile zusätzliche Geschäfte, nachdem man sich erst kürzlich mit 20 Prozent an der Shanghai Pudong Development Bank beteiligt habe.
Der Mischkonzern General Electric habe nach der Aussage von Analysten die Talsohle durchschritten und rechne für das Geschäftsjahr 2011 mit einem Gewinnwachstum. Positive Signale kämen aus der Medizintechniksparte und dem Bereich Flugzugtriebwerke. Nachdem im vergangenen Jahr die Dividende um 68 Prozent beschnitten worden sei, wolle GE 2010 wieder Gewinne ausschütten. Zum Ende des Jahres erwarte man einen Barbestand von 25 Milliarden US-Dollar. "Der Konzern hat vor allem unter GE Capital gelitten", wisse Vorhauser. Nun sei man aber der Auffassung, dass die Abschreibungen durch Kreditkartenausfälle und andere Wertpapierverluste in der zweiten Jahreshälfte 2010 zurückgehen würden. Die Anleger hätten die positiven Aussichten honoriert. An der Börse Frankfurt habe der Kurs um 10 Prozent zugelegt und notiere aktuell bei 13,16 Euro.
Im vergangenen Jahr habe das US-amerikanische Unternehmen Nike Inc. noch mit einschneidenden Umstrukturierungen und Kostenprogrammen in den Schlagzeilen gestanden. Laut Vrbsky präsentiere sich der weltgrößte Sportartikelhersteller mittlerweile in Topform. Im dritten Quartal habe Nike seinen Nettogewinn mit 496 Millionen US-Dollar mehr als verdoppelt. "Am meisten profitiert hat Nike vom Wachstum in den Schwellenländern", wisse Vrbsky. Die erfreuliche Nachricht habe den Aktienkurs um ganze 5 Prozent beflügelt, auf aktuell 54,20 Euro. "Nicht nur die Zahlen, sondern vor allem der positive Ausblick sorgen für Fantasien auf gute Geschäfte", bemerke der Skontroführer, "Der Hoffnungsträger ist wohl die bevorstehende Fußball-WM." (18.03.2010/ac/a/m)