Bondmarkt konnte profitieren


05.02.10 09:16
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - An den internationalen Kapitalmärkten machte sich gestern angesichts zunehmender Sorgen um die Verschuldung einzelner europäischer Staaten Panik breit, berichten die Analysten der Helaba.


Kollabierende Aktienbörsen (Dow Jones -2,6%; S&P 500 -3,1%; DAX -2,5%; Nikkei -3%) und der anhaltende Ausverkauf von Staatsbonds der Peripherieländer in der Eurozone hätten die Anleger in den scheinbar einzig sicheren Hafen der Bundesanleihen getrieben. Angeführt von Portugal hätten sich auch die Renditeaufschläge der Staatsanleihen Spaniens und Griechenlands gegenüber Bundesanleihen um teilweise über 30 BP ausgeweitet.

Vor diesem Hintergrund sei die Entscheidung der EZB, den Leitzins unverändert zu lassen, schon fast zu Nebensache verkommen. EZB-Präsident Trichet habe zudem bei seinen begleitenden Kommentaren keine neuen Erkenntnisse geliefert. Ausgeglichene Risiken für Wachstum und Inflation, fest verankerte Inflationserwartungen bei nur moderatem Preisdruck sowie nur geringe Dynamik der konjunkturellen Erholung würden für ein anhaltend niedriges Zinsniveau sprechen. Von den Mitgliedsländern im Euroraum habe er starke Anstrengungen zur Haushaltskonsolidierung gefordert, Hinweise zur Rückführung der Liquiditätsmaßnahmen gebe es erst im März.

Auch US-Treasuries hätten von der gestiegenen Risikoaversion profitiert, zumal auch die unerwartet hohe Zahl der Arbeitslosenerstanträge negatives Überraschungspotenzial für den heute anstehenden Arbeitsmarktbericht geborgen habe.

Der Bund-Kontrakt (123,95) habe 86 Stellen fester geschlossen, Schatz (108,74) und Bobl (117,74) seien 22,50 bzw. 59 Ticks höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 3,13% gefallen, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 211 BP ausgeweitet. 10-jährige US-Treasuries würden 8 BP niedriger bei 3,62% rentieren, der JGB-Future (138,93) lege 18 Ticks zu. Der Euro gebe auf 1,371 US-Dollar nach, der Preis für das Barrel Öl falle auf 73,4 Dollar.

Die deutsche Industrieproduktion (0,6%/-3,7%) könnte im Dezember nach den überraschend schwachen Auftragseingängen (-2,3%/8,4%) auch negativ überraschen. Highlight auf dem Datenkalender sei aber sicherlich der US-Arbeitsmarktbericht für Januar. Angesichts des schlechten Wetters dürfe aber bezweifelt werden, dass es zu dem erwarteten Beschäftigungsaufbau (+27K) gekommen sei. Entsprechend dürfte die Arbeitslosenquote (10%) auch gestiegen sein.

Am Primärmarkt würden europäische Staaten den Markt in der kommenden Woche mit 12 bis 16 Mrd. Euro in Anspruch nehmen. Neben den Niederlanden und Österreich würden dabei besonders der Bund (5 Mrd. Euro zehn Jahre) und Italien (4 bis 6 Mrd. Euro) um die Gunst der Anleger buhlen. Das amerikanische Schatzamt versteigere in der kommenden Woche 3- (40 Mrd. USD), 10- (25) und 30-jährige Treasuries (16) im Volumen von insgesamt 81 Mrd. USD. (05.02.2010/ac/a/m)


 

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