Bondmarkt uneinheitlich


09.02.10 09:33
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Obwohl der Dow Jones-Index (9.908) erstmals seit November unter der Marke von 10.000 Punkten schloss und sich die Ruhe an den Rentenmärkten südeuropäischer Staatsanleihen als kurz und trügerisch erwies, standen Bundesanleihen zum Wochenauftakt auf der Verliererseite, berichten die Analysten der Helaba.


US-Treasuries hätten sich angesichts der Sorgen um die Finanzen der PIIGS-Staaten und deren Auswirkungen auf US-Banken dagegen glimpflich aus der Affäre gezogen. Beteuerungen der spanischen Regierung, Spanien sei nicht mit Griechenland zu vergleichen und man werde die Anstrengungen zur Haushaltskonsolidierung verstärken sowie das Pensionssystem und den Arbeitsmarkt reformieren, hätten die Marktteilnehmer nur kurz beruhigt. Der Renditeabstand griechischer, irischer, italienischer, portugiesischer sowie spanischer Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen habe sich wieder deutlich ausgeweitet und auch Covered Bonds der entsprechenden Länder belastet. Dennoch seien Staatsanleihen auf dem doch jetzt sehr niedrigen Renditeniveau auf Gegenwind getroffen und hätten unter Gewinnmitnahmen gelitten.

Der Bund-Kontrakt (124,05) habe 21 Stellen leichter geschlossen, Schatz (108,83) und Bobl (117,90) seien 6 bzw. 4 Ticks niedriger aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 3,13% gestiegen, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen habe bei 213 BP verharrt. 10-jährige US-Treasuries würden unverändert bei 3,58% rentieren, der JGB-Future (139,34) lege 28 Ticks zu. Der Euro erhole sich auf 1,371 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl steigt leicht auf 71,8 Dollar.

Auch heute würden von konjunktureller Seite kaum Impulse ausgehen. Die deutsche Handelsbilanz im Dezember (15 Mrd. Euro; Importe +3%; Exporte -0,1%), endgültige Inflationszahlen für Januar (-0,7%/0,7%), das ABC-Verbrauchervertrauen und der NFIB-Index, der den Optimismus mittelständiger Unternehmen in USA messe, würden nur am Rande interessieren. Angesichts der Nervosität an den Märkten würden aber zunehmend Emissionsaktivitäten in den Vordergrund rücken.

Am Primärmarkt würden die Niederlande heute 5-jährige DSL um 2 bis 3 Mrd. Euro aufstocken, Österreich platziere 0,75 bis 1,25 Mrd. Euro 10- und 0,5 bis 1 Mrd. Euro 16-jährige Titel. Morgen folge die Finanzagentur des Bundes mit der Aufstockung der 10-jährigen Bundesanleihe, Italien (4 bis 6 Mrd. Euro) sei am Freitag an der Reihe. Das amerikanische Schatzamt beginne heute mit der Versteigerung 3-jähriger Treasuries im Volumen von 40 Mrd. USD.

In Großbritannien richte sich die Aufmerksamkeit auf die Auktion 25-jähriger Gilts über 2 Mrd. GBP, deren Platzierung sich nach dem Ende der Stützungskäufe durch die BoE als ein echter Härtetest erweisen dürfte. (09.02.2010/ac/a/m)


 

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