Bund-Renditen weiterer Rückgang erwartet


05.02.10 09:21
Meldung
 
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Vor dem Hintergrund des um sich greifenden Pessimismus an den Aktienmärkten gaben die Renditen der zehnjährigen T-Notes um 10 BP auf 3,61% nach, so die Analysten der HSH Nordbank AG.


Dazu beigetragen habe der unerwartete Anstieg bei den Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung. Habe es bis vor Kurzem noch so ausgesehen, als ob der Arbeitsmarkt sich stetig erholen würde, scheine sich die Lage jetzt wieder zu verschlechtern. Das seien keine guten Vorzeichen für die heutigen Beschäftigungsdaten. Die Analysten würden einen erneuten Stellenabbau in der Größenordnung von 30.000 erwarten, während der Konsens von einem Stellenaufbau um 15.000 ausgehe. Vor diesem Hintergrund sollten die Renditen heute erneut sinken und im zehnjährigen Segment die Marke von 3,60% unterschreiten.

Die Bundesanleihen hätten gestern erneut von den Sorgen um die Finanzen südeuropäischer Länder profitiert. Verstärkt werde jetzt der Fokus auf Portugal gelegt, das Mitte der Woche mit kräftig gestiegenen Refinanzierungskosten bei der Emission von Geldmarkttiteln konfrontiert worden sei. Die entsprechenden CDSe für fünf Jahre seien zeitweise auf 226 BP gestiegen und die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe liege knapp 200 BP über der vergleichbaren Bund-Rendite. Die Risikoaufschläge auf italienische und spanische Titel hätten sich ebenfalls ausgeweitet.

Im Süden sei jedoch nicht alles schlecht: Spanien habe einen dreijährigen Bono im Volumen von 2,52 Mrd. EUR ganz normal platzieren können. Das Gebots/Deckungsverhältnis habe mit 1,85 etwas höher gelegen als bei der vorherigen Auktion dieser Papiere. Frankreich werde zwar zusammen mit Deutschland gerne als sicherer Hafen bezeichnet. Bei den gestrigen Auktionen (7,9 Mrd. EUR in drei verschiedenen Laufzeiten) sei die Nachfrage jedoch nicht außergewöhnlich hoch gewesen.

Notenbankchef Trichet habe auf der gestrigen Pressekonferenz versucht die Sorgen um die öffentlichen Finanzen in der Eurozone etwas zu relativieren. Richtig sei, dass Griechenland und anderen Länder große fiskalische Anstrengungen unternehmen müssten, um ihre Haushalte wieder in den Griff zu bekommen. Allerdings sei das Budgetdefizit der Länder der Eurozone auf aggregierter Basis mit etwa 6% des BIP deutlich niedriger als beispielsweise den USA und Großbritannien.

Trichet habe zudem angekündigt, dass bei der nächsten Sitzung die weiteren Schritte des Exits präsentiert würden. Nachdem im März das letzte Mal der Sechsmonatstender angeboten werde, gehe es jetzt um die Frage, ob die Vollzuteilung zugunsten des klassischen Zinstenderverfahrens aufgegeben werde.

Heute stünden die Industrieproduktionszahlen in Deutschland und in Spanien auf der Agenda. Die Analysten würden in Deutschland mit einem Zuwachs und in Spanien mit einer Stabilisierung rechnen. Das Hauptaugenmerk werde sich aber auch hierzulande auf die US-Arbeitsmarktdaten richten. Da die Analysten von einer Enttäuschung ausgehen würden, würden sie einen weiteren Rückgang der Bund-Renditen erwarten. (05.02.2010/ac/a/m)


 

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