Commodities PIGS lassen Preise purzeln


05.02.10 13:35
Meldung
 
Stuttgart (aktiencheck.de AG) - An den Rohstoffmärkten werden zwar auch Schweinebäuche und Magerschweine gehandelt; der jüngste Rücksetzer bei den Commodities hat aber mit einer anderen Art von "PIGS" zu tun, so die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg.


Hinter dem verächtlichen Akronym würden in der Finanzwelt die vier vermeintlich schwächsten Mitglieder der Währungsunion (Portugal, Italien, Griechenland und Spanien) bezeichnet. Die Furcht vor einer Schuldenkrise dieser Länder habe auch an den Rohstoffmärkten für nachgebende Notierungen gesorgt. Zudem habe sich der Euro gegenüber dem US-Dollar zuletzt nochmals merklich abgeschwächt. Zwischenzeitlich habe die Gemeinschaftswährung bereits auf 1,3650 EUR/USD nachgegeben - vor zwei Monaten habe der Euro immerhin noch über der Marke von 1,50 EUR/USD notiert.

Und schließlich habe sich mit dem Aufkochen der Schuldenkrise die Risikoaversion der Anleger wieder deutlich erhöht. Offensichtlich hätten sich eine Reihe von Investoren aus der Assetklasse Rohstoffe verabschiedet. Dafür spreche die rege Handelstätigkeit an den Märkten. So sei gestern an der NYMEX das fünfhöchste jemals erzielte Handelsvolumen bei Rohöl verzeichnet worden.

Sorgen um die "PIGS", ein stärkerer Dollar und steigende Risikoaversion der Anleger hätten die Rohstoffpreise zuletzt purzeln lassen. Der Ölpreis sei seit Jahresbeginn bereits 10% im Minus, bei Mais und Weizen würden die Abschläge zwischen 13% und 15% liegen, und Blei und Zink hätten fast 20% verloren. Sofern sich die europäische Schuldenkrise nicht dramatisch zuspitze, dürfte das Abstoßen von Rohstoffinvestments zum jetzigen Zeitpunkt jedoch keine sehr gute Idee sein. Agrarrohstoffe wie Soja, Weizen und Mais dürften den Boden langsam erreicht haben, die Edelmetalle würden auf dem aktuellen Niveau wieder interessante Einstiegschancen bieten und auch die Energierohstoffe sollten momentan nach unten relativ gut abgesichert sein.

Zudem spreche die jüngste IWF-Prognose mit einem Weltwirtschaftswachstum von 3,9% im laufenden Jahr und 4,3% im kommenden Jahr dafür, dass die Nachfrage nach Rohstoffen wieder deutlich zunehmen werde. Das verbesserte konjunkturelle Umfeld dürfte letztendlich auch die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die "PIGS" wieder auf die Beine kommen würden. Übrigens: Die Magerschweine hätten sich schon wieder etwas aufgerappelt. Vom Jahrestief zu Wochenbeginn hätten sich die Preise bereits ein Stück weit erholen können. (05.02.2010/ac/a/m)


 

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