DAX Bullen lassen sich nicht kleinkriegen


13.02.12 14:11
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nachdem am Wochenende auch das Parlament in Athen die umstrittenen Sparmaßnahmen gebilligt hat, gehen die meisten Marktbeobachter davon aus, dass das zweite Hilfspaket der EU-Länder am Mittwoch durchgewinkt wird, so die Deutsche Börse AG.


Allerdings werde bezweifelt, dass Griechenland damit gerettet sei. Die Ansteckungsgefahr für andere Länder sei aber gesunken.

Für Markus Reinwandt von der Helaba spiele das zähe Ringen um die Sparmaßnahmen in Griechenland für Aktien ohnehin nur noch eine untergeordnete Rolle. "So zeigt die Korrelationsanalyse, dass der DAX (ISIN DE0008469008 / WKN 846900 ), anders als noch im Herbst, inzwischen nicht mehr negativ auf eine Spreadausweitung bei griechischen Staatsanleihen reagiert." Entscheidend sei, dass sich die Risikoaufschläge der großen Länder Italien und Spanien - wie zuletzt geschehen - zurückgebildet hätten. Damit ergebe sich Reinwandt zufolge insgesamt eine Kombination aus nachlassender Risikoaversion, anhaltend niedrigen Zinsen und gleichzeitig anziehenden Frühindikatoren. "Erfahrungsgemäß ist dies für Aktien die beste Phase."

Auch die DekaBank sei zuversichtlich: "In der europäischen Schuldenkrise wird immer mehr akzeptiert, dass Griechenland ein Sonderfall ist, in den übrigen Staaten jedoch Fortschritte gemacht werden." Zinssenkungen in Emerging Market-Ländern sowie eine hohe Grunddynamik hätten die Konjunkturängste in Schach gehalten. "Vor diesem Hintergrund und insbesondere mit einer extrem expansiven Geldpolitik mit hoher Liquiditätsversorgung erhalten die Aktienmärkte weiteren Rückenwind." Allerdings dürfe man nicht übersehen, dass in den USA und in Euroland große Strukturschwächen noch für einige Zeit aufs Wachstum drücken könnten.

Die Commerzbank weise darauf in, dass die Aufwärtsdynamik beim DAX zuletzt etwas nachgelassen habe. "Die Tagesbewegungen deuten an, dass die Unsicherheit über den weiteren Verlauf zunimmt." Es seien zwar neue Hochstände erreicht worden, meist hätten diese aber nicht gehalten werden können. "Es ist nicht auszuschließen, dass in dieser Woche die Marke von 7.000 Punkten getestet wird, die Chancen dafür werden aber zunehmend geringer." Die abnehmende Trenddynamik deute darauf hin, dass ein Test der Ausbruchslinie bei rund 6.400 Punkten bevorstehe.

Nach der ersten Verlustwoche in diesem Jahr mit Einbußen von gut 1 Prozent notiere der DAX heute Morgen bei 6.757 Punkten knapp 1 Prozent im Plus.

Griechenland werde auch in den kommenden Tagen wieder die Gemüter bewegen, anders als in der Vorwoche stünden aber auch wichtige Makrodaten zur Veröffentlichung an, etwa der ZEW-Konjunkturindex für Deutschland und die EU-BIP-Zahlen für das vierte Quartal sowie US-Industrieproduktion und -einzelhandelsumsätze. Darüber hinaus gehe die Berichterstattungssaison weiter, etwa würden Deutsche Börse (ISIN DE0005810055 / WKN 581005 ), L'Oréal (ISIN FR0000120321 / WKN 853888 ), MAN (ISIN DE0005937007 / WKN 593700 ), ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001 / WKN 750000 ), BNP Paribas (ISIN FR0000131104 / WKN 887771 ), TUI (ISIN DE000TUAG000 / WKN TUAG00 ) und Société Générale (ISIN FR0000130809 / WKN 873403 ) ihre Bücher offen legen. (13.02.2012/ac/a/m)


 

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