Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach seiner Talfahrt der vergangenen Woche hat sich der
DAX heute freundlicher gezeigt, so die Experten von "scoach.de".
Bereits in den ersten Handelsminuten habe der deutsche Leitindex mit 5.473 Zählern rund 40 Punkte über seinem Schlusskurs vom Freitag gelegen. Derzeit notiere der DAX bei 5.450 Punkten und liege damit noch 16 Zähler im Plus. Die Vorgaben aus Übersee seien gemischt gewesen: Die amerikanischen Aktienmärkte hätten am Freitag mit einem leichten Plus geschlossen. Der japanische Aktienmarkt sei mit Verlusten in die Woche gestartet. Der Nikkei 225 sei unter die Schwelle von 10.000 Punkten auf 9.951,82 Punkte gefallen. Das entspreche dem tiefsten Stand seit dem 10. Dezember. Der marktbreitere Topix-Index habe ein Prozent auf 883,01 Punkte eingebüßt.
Der chinesische Aktienmarkt sei ebenfalls verhalten in die neue Woche gestartet. Der Shanghai Composite habe zu Handelsende 0,3 Prozent auf 2.935,17 Punkte verloren. Der marktbreitere Topix-Index sei dagegen um 0,2 Prozent auf 1.099,15 Punkte gestiegen. Aus Europa habe es mal wieder ernüchternde Nachrichten über die Konjunkturerwartungen der Eurozone gegeben. Wie die sentix GmbH am Montag mitgeteilt habe, habe sich der sentix-Gesamtindex von minus 3,7 Punkten im Vormonat auf minus 8,2 Punkte verschlechtert. Volkswirte hätten dagegen mit einer Verbesserung auf minus 2,7 Punkte gerechnet.
Von den 30 DAX-Werten hätten heute nach einem halben Börsentag 20 im Plus gelegen. Die Aktie, die am stärksten habe zulegen können, sei der Titel der Deutschen Telekom gewesen. Das Papier sei um 2,10 Prozent geklettert. Daimler sei um 2,02 Prozent gestiegen. Die Verliererliste sei von SAP angeführt worden. Für den Titel sei es um 1,76 Prozent nach unten gegangen. SAP habe gestern überraschend bekannt gegeben, dass sich der Aufsichtsrat mit Vorstandssprecher Léo Apotheker einvernehmlich darauf verständigt habe, dessen Vertrag als Vorstandsmitglied nicht zu verlängern. Apotheker habe sein Vorstandsmandat mit sofortiger Wirkung niedergelegt.
Diejenigen, die glauben würden, dass der DAX steige, seien heute leicht in der Mehrheit. Das gehe aus dem Scoach-Put/Call-Sentiment-Barometer hervor. Der Anteil gekaufter Calls und verkaufter Puts am Umsatz aller Hebelprodukte auf den DAX habe bei 53,3 Prozent gelegen. Das am stärksten gehandelte Hebelprodukt sei ein Call auf den DAX der Deutschen Bank gewesen, das derzeit bei einem Hebel von 44,36 auf steigende Kurse setze. Ebenfalls als Basiswerte umsatzstark seien das Währungspaar EUR/USD, Öl und Gold gewesen.
"Der Optionsmarkt preist hingegen ein, dass große Abwärtsbewegungen in EUR/USD deutlich wahrscheinlicher sind als große Bewegungen nach oben: Risk Reversals sind so niedrig wie seit der Finanzmarktkrise nicht mehr. Erwartet man keine qualitativ neuen schlechten Nachrichten aus den Peripherieländern, dann muss man konzedieren: Das Risiko für große Bewegungen in EUR/USD liegt angesichts der extremen Positionierung bereits wieder auf der Oberseite", würden die
Analysten der Commerzbankerläutern.
Stark gehandelt worden sei zum Beispiel ein Mini Long EUR/USD der Royal Bank of Scotland. Ebenfalls für starken Umsatz habe ein Mini Future auf Brent Crude Rohöl ICE der Royal Bank of Scotland gesorgt. Öl als Basiswert sei auch auf der Seite der Anlageprodukte umsatzstark gewesen. Gehandelt worden sei nämlich auch das X-pert Zertifikat Quanto auf Brent Crude Rohöl ICE. "Das Dezembertief im WTI bei 68,59 US-Dollar ist eine alles entscheidende Unterstützung, deren Unterschreiten ein mittelfristiges Verkaufssignal auslösen könnte", sage Jochen Stanzl, Chefredakteur von "Rohstoff-Report.de". Das umsatzstärkste Anlageprodukt sei ein Discount-Zertifikat auf den Dow Jones EURO STOXX 50 von Goldman Sachs mit einem Cap bei 2.500 Index-Zählern gewesen.
Um 17:00 Uhr finde die Ankündigung vierwöchiger US-Bills und um 19:00 Uhr die Auktion drei- und sechsmonatiger US-Bills statt. (08.02.2010/ac/a/m)