Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Zu den Sorgen um die Euro-Zone - im Besonderen um Spaniens angeschlagenen Bankensektor - kommen nun auch zunehmend Sorgen um das Weltwirtschaftswachstum hinzu, so Gregor Kuhn, Markt
Analyst von IG Markets.
China und die USA hätten zuletzt Daten präsentiert, die eine Abschwächung der konjunkturellen Erholung indiziert hätten. Am Freitag hätten noch einmal mehr als enttäuschende US-Arbeitsmarktzahlen die Abwärtsbewegung forciert. Die weltweit wichtigsten Aktienindices hätten darauf hin auf breiter Front nachgegeben. Zum Wochenauftakt scheine sich diese Tendenz zunächst fortsetzen zu wollen.
Schwache Vorgaben aus Asien hätten den deutschen Aktienindex (
ISIN DE0008469008 /
WKN 846900 ) bereits am Vormittag unter die psychologisch relevante Marke von 6.000 Zählern gedrückt. Sein knapp achtzehnprozentiges Plus seit Jahresbeginn habe der
DAX damit innerhalb weniger Wochen wieder nahezu aufgebraucht. Zudem sei der DAX nun auch charttechnisch angeschlagen, da der gleitende Durchschnitt der letzten 200 Tage signifikant unterschritten worden sei.
Im Dow (
ISIN US2605661048 /
WKN 969420 ) sehe es nicht anders aus. Und auch heute würden die USA wieder mit schwachen Konjunkturzahlen aufwarten: Nach Angaben des US-Handelsministeriums seien die Aufträge der US-Industrie im April unerwartet eingebrochen. Im Vergleich zum Vormonat hätten die Bestellungen um 0,6 Prozent nachgegeben, während im Vorfeld noch ein Zuwachs von 0,2 Prozent prognostiziert worden sei.
Marktteilnehmer würden nun um so mehr auf entsprechende Stützungsmaßnahmen seitens der Zentralbanken auf beiden Seiten des Atlantiks hoffen. Zur Wochenmitte treffe die EZB ihre nächste Zinsentscheidung. Der Druck auf die Währungshüter wachse. Neben der Sorge um die Weltkonjunktur ziehe weiterhin auch die Krise in der alten Welt ihre Kreise. Trotz erheblichen Kapitalbedarfs des spanischen Bankensektors würden die Iberer jedoch keine Notwendigkeit unter den europäischen Rettungsschirm zu schlüpfen sehen. Bekanntlich hätten die Portugiesen letzteres bereits getan und würden daraus nun ihrerseits heimische Kreditinstitute stützen.
Derweil bereite sich China angeblich auf einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone vor. Staatliche Behörden sollten von der Regierung in Peking angewiesen worden sein, für dieses Worst Case Szenario entsprechende Notfallpläne vorzubereiten.
Am späten Nachmittag notiere der DAX bei derzeit 6.587 Punkten 1,0 Prozent leichter. Der EURO STOXX (
ISIN EU0009658145 /
WKN 965814 ) gewinne 0,8 Prozent auf 2.084 Zähler. Die europäische Gemeinschaftswährung gewinne 0,3 Prozent auf 1,2475 USD. Der US-Leitindex Dow Jones falle um 0,3 Prozent auf 12.088 Punkte. Die Goldunze verbillige sich um 0,9 Prozent auf 1.619 USD. (04.06.2012/ac/a/m)