Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Wie das Wetter zeigt sich auch die Börse derzeit wechselhaft, so die Deutsche Börse AG.
Nach den überraschend hohen Kursgewinnen in der vergangenen Woche hätten zuletzt Nachrichten über die Stresstests und den zusätzlichen Kapitalbedarf der Banken dem Markt zugesetzt. Charttechniker würden immer noch auf den Ausbruch aus dem Seitwärtstrend warten. Am Nachmittag notiere der
DAX (
ISIN DE0008469008 /
WKN 846900 ) bei 6.127 Punkten leicht im Plus.
Die Anlegerstimmung habe sich gegenüber der Vorwoche nicht wesentlich geändert, wie die aktuelle Sentimenterhebung der Börse Frankfurt bei 300 aktiven Investoren zeige: Bei den DAX- und auch den Technologie-Werten liege der Bull/Bear-Index immer noch klar im bullishen Bereich.
Nach Einschätzung von Christian Henke von der WestLB sei es erneut dem steigenden 200-Tage-Durchschnitt zu verdanken, dass es nicht weiter abwärts gegangen sei. "Zwar notierte der DAX zwischen dem 24. und 31. August unterhalb der Glättungslinie, ein nachhaltiger Rutsch darunter blieb aber aus", erläutere der
Analyst. Zurzeit befinde sich der DAX in einer Seitwärtsphase. Nach oben werde das Potenzial durch eine solide Widerstandslinie bei 6.200 Punkten sowie der dritten Fächerlinie bei aktuell 6.230 Zählern begrenzt, nach unten durch eine oft getestete Unterstützung bei 5.860 Punkten.
"Bei einem Sprung über das Jahreshoch bei 6.387 Punkten vom 6. August wäre die Seitwärtsbewegung beendet", meine Henke. In diesem Fall könne die erste der drei aufwärts gerichteten Fächerlinien bei momentan 7.050 Zählern angestrebt werden. Zuvor lägen im Wochenchart bei 6.440 und 6.630 Punkten zwei weitere Widerstände. Sein Fazit: Solange der 200-Tage-Durchschnitt steige und sich der DAX darüber aufhalte, bleibe die Hausse intakt, mit weiter steigenden Notierungen sei zu rechnen. "Kurzfristig sollte der erwähnte Sprung über das Jahreshoch abgewartet werden", ergänze Henke.
Laut BNP Paribas sei nach 350 Aufwärtspunkten ein bullisher Pullback angelaufen. Idealziel seien für die Analysten 5.965 Zähler, als Zwischenziele würden sie 6.085, 6.050, 6.010 und 6.000 Punkte nennen. "Ab 5.965 steigt der DAX dann noch mal auf 6.175, gegebenenfalls sogar 6.255 Punkte", würden die Charttechniker meinen. Höher gehe es aber kaum. "Bärisch wird es erst unterhalb von 5.950 Punkten. Das ist diese Woche ebenso unwahrscheinlich", würden die technischen Analysten erklären.
Bei Gold werde es nach Ansicht von Patrick Hussy, Geschäftsführer der sentix GmbH, übrigens jetzt richtig spannend. Binnen zwei Monaten habe sich der Preis des Edelmetalls erneut an die Jahreshochs heran gekämpft. "Auffällig ist, dass die Bewegung zwar geradlinig, aber impulslos verläuft", meine Hussy. Gleichzeitig lasse sich im sentix-Datenkranz beobachten, dass Anleger trotz des erneuten Tests der Höchststände kein mittelfristiges Vertrauen in die Goldpreisentwicklung aufgebaut hätten. "Dies ist normalerweise eine zwingende Voraussetzung für ein nachhaltiges Kaufsignal", erkläre er.
Goldinvestoren sollten deshalb nicht zu euphorisch an die Sache herangehen und parallel den Silberpreis im Auge behalten, die 19,50 US-Dollar-Marke habe hier eine ähnliche Signalwirkung. "Klar ist, dass die Mehrheit der Anleger mit einem solchen Preissignal auf dem falschen Fuß erwischt wird und der Weg bis auf die 1.350 US-Dollar-Marke frei wäre", führe Hussy aus. Vorsichtigen Anlegern rate er daher, die Bestätigung eines Tagesschlusskurses über 1.260 US-Dollar abzuwarten und die Ausbruchsmarke im Falle einer Rückkehr des Kurses zu beachten.
Die Anlegerstimmung habe sich gegenüber der Vorwoche wenig verändert, das ergebe zumindest die aktuelle Sentimenterhebung der Börse Frankfurt bei 300 aktiven Investoren. Der Bull/Bear-Index für die DAX-Werte liege unverändert bei 58,9 Prozent. Dabei habe aber das Lager der Unentschiedenen um 6 Prozent zugelegt, jeweils 3 Prozent der befragten Anleger seien bislang bullish (jetzt 45 Prozent) oder bearish (jetzt 29 Prozent) gewesen. Für die Technologiewerte sei der Bull/Bear-Index leicht von 63,6 auf 60,7 Prozent zurückgegangen, hier steige ebenfalls der Anteil der neutral Gestimmten.
Der Index messe das Maß an Optimismus im Markt. Dafür würden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet. Werte unter 50 Punkte würden eine pessimistische Gesamtstimmung der Anleger zeigen. (08.09.2010/ac/a/m)