Deutsche Industrieproduktion schwächer als erw.


05.02.10 13:25
Meldung
 
Hannover (aktiencheck.de AG) - Soeben haben die Bundesbank und das Bundeswirtschaftsministerium aktuelle Zahlen zur Entwicklung der Industrieproduktion in Deutschland veröffentlicht, berichten die Analysten der Nord LB.


Demnach sei die Produktion im Berichtsmonat Dezember saisonbereinigt um 2,6% gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Die Produktion sei damit zum Jahresabschluss noch einmal deutlich schwächer als erwartet ausgefallen. Entsprechend bleibe auch die Jahresrate im roten Bereich. Sie habe im Dezember 7,1% schwächer als im Vorjahresmonat notiert.

Die Vorzeichen für die in der nächsten Woche anstehende Veröffentlichung der BIP-Daten für das 4. Quartal 2009 seien damit nicht gerade verheißungsvoll. Sowohl die Auftragseingänge als auch die Industrieproduktion hätten im abschließenden Quartal insgesamt die Erwartungen nicht erfüllen können. Auch wenn die genannten Zeitreihen typische saisonale Muster glätten würden, mache sich doch der ungewöhnlich starke Winter in den jüngsten Entwicklungen bemerkbar. Insofern dürften die schwachen Zahlen nicht überinterpretiert werden. Dennoch habe sich gezeigt, dass die konjunkturelle Erholung keineswegs einem linearen Prozess folgen werde.

Vor allem die Entwicklung im Bereich der Vorleistungs- und Investitionsgüter sei zuletzt mit einem Produktionsrückgang um 4,3% M/M bzw. 3,4% M/M eher enttäuschend verlaufen. Ähnlich schwach habe sich das Bauhauptgewerbe mit einem Rückgang um 2,6% M/M präsentiert. Im Bereich der Konsumgüter habe die Produktion hingegen etwas zulegen können (+1,5% M/M).

Damit bleibe der deutschen Konjunktur zu wünschen, dass ihr der Jahresauftakt erfolgreicher geglückt sei, als der Jahresabschluss 2009. Prinzipiell sei darauf hinzuweisen, dass wir als Exportnation natürlich überproportional stark von einer weltwirtschaftlichen Erholung profitieren würden. Auf der anderen Seite drohe jedoch eine spürbare Belastung über den privaten Konsum. Hier habe zum einen das Konjunkturpaket bereits zu erheblichen Vorzieheffekten geführt. Dies würden bereits jetzt die Autohändler spüren. Auf der anderen Seite drohe noch immer eine deutliche Verschärfung der Situation am Arbeitsmarkt, was wiederum auf den Einzelhandel wirke und die Binnenkonjunktur bremsen werde.

Die Daten zur Industrieproduktion würden deutlich schwächer als erwartet ausfallen. Dies habe zum einen etwas mit den ungewöhnlich harten Witterungsverhältnissen zu tun, die durch die Saisonbereinigung nicht vollends egalisiert werden könnten. Zum anderen sei es aber auch Ausdruck der nachlassenden Wachstumsdynamik zum Jahresende. Die Vorgaben für das in der kommenden Woche zur Veröffentlichung anstehende BIP-Wachstum (4. Quartal) seien damit eher dürftig. Gut möglich, dass wir das Krisenjahr 2009 datenseitig mit einer schlechten Nachricht beenden würden. (05.02.2010/ac/a/m)


 

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