Deutschland keine "double dip recession"


12.03.10 13:03
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Jahresbeginn war für die deutsche Wirtschaft durchwachsen: So sanken die Exporte im Januar mit 6,3% gegenüber dem Vormonat überraschend stark, so die Analysten der Helaba.


Da gleichzeitig die Importe um 6% zugelegt hätten, sei der Außenhandelsüberschuss auf gerade mal 8,7 Mrd. Euro zurückgegangen. Die Produktion sei zwar gestiegen, mit 0,6% gegenüber dem Vormonat allerdings nur verhalten. Sei damit der Export-getriebene Aufschwung bereits zu Ende? Einige Finanzmarktteilnehmer scheinen tatsächlich dieser Auffassung zu sein, da die ZEW-Erwartungen im Februar zum fünften Mal in Folge gesunken sind, so die Analysten der Helaba. Im März sei nun mit einer leichten Gegenbewegung zu rechnen.

Die Gefahr einer "double dip recession" scheint aus der Sicht der Analysten der Helaba zurzeit eher gering. Einerseits seien zwar einige Elemente der Konjunkturprogramme wie die Abwrackprämien in einzelnen Ländern bereits ausgelaufen. Andererseits würden sich die Investitionsprogramme z. B. in den USA und in Deutschland in diesem Jahr weiterhin positiv auf die Konjunktur auswirken. Auch die Geldpolitik sei anhaltend expansiv und die aktuelle Schwäche des Euro stimuliere den Export in der gesamten Eurozone.

Die aktuell schwachen Wirtschaftsdaten sollten deswegen nur eine Episode bleiben, die auch durch den außergewöhnlich kalten Winter bedingt sei. So gehe die Produktionsschwäche im Januar wesentlich auf den Rückgang der Bauproduktion von 14,3% zurück. Der Aufschwung setze sich fort. Für dieses optimistische Szenario spreche auch das positive deutsche Exportklima. Durch die beginnende Konsolidierung der Staatshaushalte dürfte das Wachstumstempo im nächsten Jahr allerdings nur verhalten ausfallen. Gefahren entstünden, wenn dieser Prozess nicht dosiert und international abgestimmt vorgenommen werde.

Die Vorproduktpreise würden tendenziell wieder ansteigen. Im Februar dürften die Erzeugerpreise jedoch im Vormonatsvergleich nur leicht zugelegt haben, da von den Energiepreisen entlastende Effekte ausgegangen seien. Während die Großhandels- und Importpreise bereits über ihrem Vorjahresniveau lägen, dürften die Erzeugerpreise im Februar noch um knapp 3% darunter gewesen sein. Trotz der Trendwende bei den Vorproduktpreisen bestünden weiterhin keine wirklichen Inflationsgefahren.

Die deutschen Lebenshaltungskosten seien in den vergangenen Monaten deutlich geringer als erwartet gestiegen. Deswegen haben die Analysten der Helaba ihre Inflationsprognose für das Gesamtjahr von 1,4% auf 1,0% gesenkt. Für die Eurozone würden die endgültigen Verbraucherpreise für Februar veröffentlicht. Da die deutschen Werte nach oben revidiert worden seien, sei nicht auszuschließen, dass auch die europäischen Preissteigerungen im Vorjahresvergleich leicht auf 1,0% erhöht werden müssten. (12.03.2010/ac/a/m)


 

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