Bremen (aktiencheck.de AG) - Der Euro eröffnet heute bei 1,2800 (07:40 Uhr), nachdem im heutigen asiatischen Handel die Tiefstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1,2790 markiert wurden, so die
Analysten der Bremer Landesbank.
Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 84,10. In der Folge notiere EUR/JPY bei 107,65 während EUR/CHF bei 1,2950 oszilliere.
Herr Bosomworth, Fundmanager von Pimco, bemühe das Thema Griechenland. Wie häufig solle dieses Thema eigentlich noch diskontiert werden? Seit November 2009 werde dieses Thema latent missbraucht, um den Euro zu unterminieren.
Bosomworth bezeichne das Risiko Griechenlands zu scheitern als substantiell. Dabei argumentiere Bosomworth mit der Phase, nachdem das Hilfsprogramm in drei Jahren auslaufe. Ergo stehe ein Scheitern erst einmal die nächsten drei Jahre nicht auf der Agenda. Aber danach, dann gehe es los.
Das sei schon ein starkes Stück. Herr Bosomworth verzichte darauf, zunächst die Folgen des Reformprogramms in Griechenland zu erörtern. Das werde in "professioneller" Manier ausgeblendet. Dabei sei es die markanteste Reform in der Geschichte der EU. So etwas zu übersehen, sei schlicht weg und ergreifend unprofessionell und dürfe als Ausdruck einer politischen Agenda bei Herrn Bosomworth verstanden werden.
"Sportlich" kapriziere sich Herr Bosomworth auf das in drei Jahren auslaufende Stützungsprogramm und spreche mit Leichtigkeit von "Default". Er thematisiere nicht, dass unter Umständen weitere Hilfsprogramme möglich seien. Die USA könnten hier als Präzedenzfall dienen. Im Zweifelsfall wolle die FED laut Bernanke monetarisieren, was monetesierbar sei. Das wäre übrigens ein angemessenes Thema für Herrn Bosomworth, da es nach dem Handbuch der Zentralbanken eine der Ursünden darstelle. Da er das nicht tue, entstehe hier ein strenger Geruch einer politischen Agenda.
Wenn wir in den Rückspiegel schauen und die letzten drei Jahre Revue passieren lassen, dann wird deutlich, dass wir in einer ungewissen Welt leben, in der nur sehr wenige Protagonisten verlässliche Prognosen lieferten, so die Analysten der Bremer Landesbank. Wieso spreche Herr Bosomworth nicht darüber, dass die USA ihr Defizit nicht adressieren würden und voraussichtlich in drei Jahren dort stünden, wo Griechenland heute stehe? Sei Griechenland mit 2,6% Anteil am BIP der Eurozone so wichtig, dass man dieses Thema derartig in den Mittelpunkt rücken müsse? Sei es nicht wesentlicher zu fragen, wann die USA (18% Anteil an der Weltwirtschaft) endlich ein Reformprogramm umsetzen würden, um Zukunftsfähigkeit zu gewinnen. Man höre immer nur von neuen Ausgabenprogrammen, ohne dass struktureller Wandel in den USA angestoßen werde.
Das US-Geschäftsmodell, das die aktuelle globale Finanzkrise ausgelöst habe, stehe unverändert als Elefant im Raum. Das Verhalten von Herrn Bosomworth sei vergleichbar mit einer Situation, in der Analysten, Volkswirte, Fundmanager und opportunistische Marktteilnehmer Finanzmäuse der Machart Griechenlands um ein Finanzlelefantenproblem (USA) herumjagen und sich dabei sehr wichtig fühlen würden.
Damit nicht genug. Auch Spanien (60% Staatsverschuldung), Portugal und Irland würden im Rahmen von Ansteckungseffekten gleich mit in den Topf geworfen, in dem die "Anti-Eurosuppe" köchle. Großbritannien werde natürlich nicht thematisiert. Es sei wohl zu weit von Irland entfernt.
Das mache natürlich Stimmung, vor allen Dingen gegen den Euro.
Das gelte erst recht, wenn diese Nachrichten in liquiditätsarmen Märkten in Asien platziert würden. In Asien gebe es fraglos die besten "Griechenlandkenner". Alleine die Tatsache, dass diese Meldung in Asien platziert sei, werfe mehr Fragen auf, als dass sachliche Antworten gegeben würden.
In der Folge kollabiere dann dank des "Europasachverstands" in Asien EUR/CHF schon mal zügig 150 Punkte und EUR/JPY falle gleich hinterher, was EUR/USD dann auch circa 100 Punkte unter Druck bringe.
Heute stehe lediglich die Veröffentlichung des deutschen Auftragseingangs der Industrie per Juli auf der Agenda. Der letzte Stand per Juni habe ein Auftragsplus in Höhe von 24,5% gegenüber dem Vorjahr geliefert. Schade, dass Herr Bosomworth die positiven Themen der Eurozone so sträflich auslasse. Die Gedanken seien an dieser Stelle sehr frei.
Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem US-Dollar favorisiere. Ein nachhaltiges Unterschreiten der Unterstützung bei 1,2580 bis 1,2610 negiere das positive Bias. (07.09.2010/ac/a/m)