EUR/USD ohne Mumm


18.03.10 11:32
Meldung
 
Bremen (aktiencheck.de AG) - EUR/USD eröffnet heute bei 1,3680 (07:35 Uhr), nachdem gestern im frühen europäischen Handel Höchstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1,3817 markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.


Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 90,15. In der Folge notiere EUR/JPY bei 123,35, während EUR/CHF bei 1,4460 oszilliere.

In der Parität EUR/USD komme es in den letzten zwei Monaten nicht zu nachhaltigen Gegenbewegungen auf den zuvor erfolgten Einbruch von Höchstkursen jenseits der Marke von 1,5100. Die Korrekturen müssten als bestenfalls halbherzig klassifiziert werden. Es seien Bewegungen ohne Mumm. Diese Tatsache gelte es zu hinterfragen.

Sofern sich positive Konstellationen aus der "PIIGS"-Debatte wie die Bestätigung des Ratings durch S&P für Griechenland, die Aufsetzung eines möglichen Subventionsmechanismus für schwache Länder der Eurozone, der Zwang durch die EU-Kommission zu massiven strukturellen Konsolidierungen in den Sünderländern oder von der fundamentaler Seite, zuletzt die Industrieproduktion der Eurozone, ergeben würden, erlahme die Aufwärtsdynamik des Euro regelmäßig in durchaus erstaunlicher Form, obwohl die Positionierung gegen den Euro aus der historischen Betrachtung heraus als aggressiv eingestuft werden müsse und von daher der Anpassungsprozeß auf diese positiven überraschenden Entwicklungen in der Eurozone nachhaltig ausfallen sollte.

Ein fader Beigeschmack, der einen Mangel freier Preisbildung im Rahmen verdeckter Zentralbankaktivität andeute, dränge sich hier zunehmend auf.

Das gelte insbesondere bezüglich der Tatsache, dass nun auch eine US-Ratingagentur wie Moody's (sehr spät) erkannt habe, das die Budgetdefizite in den USA und Großbritannien nicht ernsthaft adressiert würden und langfristig Ratingherabstufungen dieser Länder thematisiert werden müssten.

Dieser qualitative Unterschied zu der Eurozone bei der Adressierung der Budgetdefizite werde aktuell keiner Bewertung zugeführt. Im Gegenteil, die "Täter" würden derzeit vom Markt belohnt.

Gestern hätten die US-Erzeugerpreise per Februar auf der Agenda gestanden. Im Monatsvergleich sei es zu einem unerwartet starken Rückgang um -0,6% gekommen. 90% des Rückgangs seien auf die Energiepreise zurückzuführen. Angeblich seien die Energiepreise per Februar um -2,9% gesunken. Der Benzinpreisindex solle laut Statistik um 7,4% gefallen sein. Die Analysten der Bremer Landesbank nehmen diese Sichtweise und die dahinter stehenden Rechenexempel zur Kenntnis. Da staune der Laie zwar und der Fachmann wundere sich. Schließlich hätten Analysten nur einen Rückgang um 0,2% unterstellt. In der Folge seien die Erzeugerpreise im Jahresvergleich nur um 4,4% höher gewesen.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das nach wie vor den Euro gegenüber dem USD favorisiere. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1,3500 bis 1,3530 neutralisiere das positive Bias des Euro. (18.03.2010/ac/a/m)


 

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