EUR/USD politische Faktoren bremsen den Anstieg


18.03.10 11:15
Meldung
 
München (aktiencheck.de AG) - Die Nachwirkungen des Vortages bestimmten gestern zunächst das Marktgeschehen auf breiter Front, so die Analysten von UniCredit Research.


Das dovish ausgelegte FOMC-Statement und das Streichen Griechenlands vom "Credit Watch Negative" durch S&P hätten EUR/USD nahe an den kritischen Widerstand bei 1,3840 gebracht. Ein Durchbruch hätte Aufwärtspotenzial bis knapp 1,40 eröffnet. Hätte, wenn und aber - vielleicht sei die Zeit noch nicht reif gewesen, auch habe es gestern sicherlich an weiteren Impulsen von der Datenseite gefehlt.

Das allgemein verbesserte Risikoumfeld, wie die Aussichten auf länger anhaltende niedrige Zinsen in den USA und Japan, sich einengende Credit-Spreads, schwächere Vola für Aktien und Währungen und steigende Rohstoffpreise, reiche für den gerade erst dem Sumpf entstiegenen Euro nicht aus, um gleich wieder, wie bis Ende November letzten Jahres, das Marktgeschehen zu beherrschen. Außerdem bleibe das Thema Griechenland weiterhin ein zumindest latenter Belastungsfaktor.

So habe es auch wenig Wunder genommen, dass heute früh die Griechenland-Thematik wieder in den Vordergrund gerückt sei und den Euro auf breiter Front belastet habe. Im Mittelpunkt hätten dieses Mal allerdings nicht die Hilfsaktionen per se gestanden. Vielmehr gehe es nun scheinbar um die politischen Unstimmigkeiten. Angeblich, so sei über die Presse kolportiert worden, würden griechische Regierungspolitiker den Riss zu Deutschland so tief wie nie zuvor bezeichnen, weil Deutschland angeblich als Bremser bei den Verhandlungen zu konkreten Hilfsmaßnahmen gesehen werde. Auch solle der griechische Premier in ständigem Kontakt mit der IWF-Spitze stehen, was wiederum Deutschland nicht schmecken dürfte.

Apropos Deutschland. Sollten diese vermeintlich belasteten Beziehungen zwischen Deutschland und Griechenland weiter hochgekocht werden, würde es nicht lange dauern, bis auch die Kritik der französischen Wirtschaftsministerin Lagarde an der deutschen Steuerpolitik und dem damit verbundenen Konsumverhalten stärker in den Brennpunkt rücke. Politische Zwistigkeiten innerhalb Europas könne der Euro nun überhaupt nicht gebrauchen, gelte die Vielstaaterei mit ihren Eigeninteressen ohnehin als Achillesferse des Euro.

Insofern haben die Analysten von UniCredit Research auch Zweifel, dass beispielsweise schwache US-Daten heute dem Währungspaar sehr viel Auftrieb geben würden. Aber zumindest ein erneutes Überschreiten der 1,3700 läge im Bereich des Möglichen, falls der Philly-FED-Index und die Frühindikatoren arg enttäuschen würden und das US-Leistungsbilanzdefizit wesentlich höher als die Konsensschätzung ausfalle. Letzteres wäre vor dem Hintergrund zuletzt sehr dürftiger US-Netto-Kapitalzuflüsse besonders ärgerlich und könnte für kurze Zeit den strukturell motivierten USD-Belastungsfaktor mit ins Rampenlicht rücken. Ein Erreichen der eingangs erwähnten 1,3840 steht für die Analysten von UniCredit Research heute jedoch nicht zur Debatte. (18.03.2010/ac/a/m)


 

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