EZB lässt den Leitzins wie erwartet unverändert


05.02.10 10:34
Meldung
 
Bonn (aktiencheck.de AG) - Die EZB hat auf ihrer Februar-Sitzung wie erwartet den Leitzins bei 1% belassen, so die Analysten von Postbank Research.


Änderungen des geldpolitischen Kurses seien auf der gestrigen Sitzung zwar nicht bekannt gegeben worden. Doch habe Notenbankchef Trichet Details zur Exitstrategie für die kommende Sitzung angekündigt. Dabei könnte es sich beispielsweise um die Abkehr von der derzeit praktizierten vollen Zuteilung von 1- und 3-Montstendern handeln. Alternativ könnten sie auch mit einem Zinsaufschlag versehen werden. Zwischen Ankündigung und Wirksamwerden solcher Maßnahmen dürften jedoch einige Monate liegen. Die Exit-Strategie dürfte auf eine lange Zeit ausgelegt sein. Daher rechne man nicht vor dem vierten Quartal mit ersten Zinsanhebungsschritten.

Gestern seien aus Deutschland und den USA zudem die Industrieaufträge für Dezember veröffentlicht worden. Dabei hätten die Aufträge in Deutschland die Erwartungen deutlich enttäuscht. Sie hätten im Vormonatsvergleich um 2,3% nachgegeben. Der Rückgang sei auf breiter Front erfolgt. Den Stimmungsindikatoren im Verarbeitenden Gewerbe nach zu urteilen dürfte der Trend in den kommenden Monaten jedoch positiv bleiben.

Anders als in Deutschland hätten die US-Aufträge gestern positiv überraschen können. Sie seien um 1% gegenüber November geklettert. Die Kernkapitalgüteraufträge seien gar um 2,2% gestiegen und würden die Hoffnung darauf nähren, dass die Ausrüstungsinvestitionen im ersten Quartal weiter gestiegen seien.

Heute stehe die deutsche Industrieproduktion für Dezember auf dem Programm. Die Analysten würden mit einem Anstieg um 0,5% rechnen, der Markt gehe von 0,6% aus. Allerdings würden die Analysten aufgrund der sehr schlechten Auftragsdaten von gestern ein deutliches Abwärtsrisiko sehen. Doch auch hier bleibe der Ausblick für die kommenden Monate weiter positiv.

Den Schlusspunkt dieser Woche setze der US-Arbeitsmarkt. Die Beschäftigungsentwicklung habe sich in den vergangenen Monaten stetig der Nulllinie von unten genähert. Für Dezember rechne man mit einem leichten Beschäftigungsaufbau von 10.000. Die Marktschätzung liege bei 15.000. Die Arbeitslosenquote dürfte unverändert bei 10,0% verharren. Insgesamt dürfte die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt noch längere Zeit angespannt bleiben und die Erholung sich hinziehen. (05.02.2010/ac/a/m)


 

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