Euro setzt Talfahrt unvermindert fort


08.02.10 13:25
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Vor allem wegen der Sorge um die Zahlungsfähigkeit Griechenlands und der - besonders in der angelsächsischen Welt - weit verbreiteten Skepsis über den langfristigen Bestand der Europäischen Währungsunion setzt sich die Talfahrt des Euro unvermindert fort, so die Experten von Union Investment.


Ende Januar habe er nur noch bei 1,39 US-Dollar und damit auf dem niedrigsten Wert seit Juli 2009 notiert. Innerhalb von nur zwei Monaten habe die Gemeinschaftswährung damit gegenüber dem US-Dollar immerhin rund acht Prozent ihres Werts verloren. Auch gegenüber anderen G10-Währungen wie dem Kanadischen Dollar (CAD), dem Britischen Pfund oder dem Japanischen Yen stünden teils erhebliche Verluste zu Buche. Die exportorientierten Wirtschaftszweige aus dem Euroraum sollten aber in Form einer verbesserten internationalen Wettbewerbsfähigkeit profitieren.

Die jüngste Aufwertung des US-Dollar gegenüber nahezu allen wichtigen Währungen dürfte indes auch in der Hoffnung auf einen relativ kräftigen Konjunkturaufschwung in den USA begründet liegen. Sollte dies der Fall sein, könnte die US-Notenbank früher als bislang erwartet die Zinswende einleiten und den Rückstand etwa zum Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank verringern. Zinsunterschiede würden als ein wichtiger Bestimmungsfaktor für die Wechselkursentwicklung gelten.

Die asiatischen Währungen seien weiter unter Aufwertungsdruck. Angesichts überwiegend guter Konjunkturdaten wachse in der Region die Sorge vor einem Anstieg der Inflation, worauf die Zentralbanken teilweise mit einer Straffung der Geldpolitik reagiert hätten. Sowohl in China als auch in Indien seien in jüngster Zeit die Mindestreservesätze spürbar angehoben worden. Andere Länder wie Malaysia oder Thailand könnten folgen. Von einer restriktiveren Geldpolitik würden aber auch mit billigem Geld ausgestattete Investoren aus den Industrieländern angelockt, die den Wert der betreffenden Währungen dann nach oben treiben würden.

Vor diesem Hintergrund habe es nicht überrascht, dass einzelne Notenbanken aus den aufstrebenden Ländern (EM) bereits am Devisenmarkt interveniert hätten, um etwas Druck von den Wechselkursen zu nehmen. In Einzelfällen könnte auch das Instrument der Kapitalverkehrskontrollen wieder verstärkt zum Einsatz kommen. Auf der anderen Seite habe der Brasilianische Real (BRL) den Start ins neue Jahr verpatzt. Nach einer kräftigen Aufwertung im vergangenen Jahr hätten sich eine Reihe von Anlegern aus der Region verabschiedet, zumal Brasilien als wichtiger Lieferant Chinas unter einer deutlichen strafferen Geldpolitik im Reich der Mitte besonders zu leiden hätte. (Ausgabe vom 05.02.2010) (08.02.2010/ac/a/m)


 

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