Euro verliert Boden


19.03.10 12:29
Meldung
 
Bremen (aktiencheck.de AG) - EUR/USD eröffnet heute bei 1,3610 USD (07:45 Uhr), nachdem gestern im europäischen Handel zunächst die Höchstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1,3695 und anschließend die Tiefstkurse bei 1,3587 markiert wurden, berichten die Analysten der Bremer Landesbank.


Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 90,45. In der Folge notiere EUR/JPY bei 123,15, während EUR/CHF bei 1,4400 oszilliere.

In den letzten zwei Tagen habe der CHF gegenüber dem Euro deutlich an Boden gewonnen. Die 1,4500er Marke sei nachhaltig unterboten worden und in der Folge hätten sich markante Befestigungen des CHF unter Schwankungen bis auf bisher maximal 1,4357 ergeben. Hintergrund dieser Bewegung sei die Erwartung oder Spekulation, dass die SNB vor der EZB zinspolitisch aktiv werde. Diesbezüglich habe das Ratsmitglied der Schweizer Nationalbank SNB Danthine gesagt, dass die expansive Geldpolitik nicht unbegrenzt fortgesetzt werden könne. Verbraucher sollten sich auf eine Rückkehr zu höheren Zinsen vorbereiten. Die Wirtschaft der Schweiz sei in einer vergleichsweise komfortablen Lage. Die SNB würde jedoch gegen exzessive Befestigungen des CHF vorgehen. Letzterer Satz belege, dass das Potenzial des CHF begrenzt sei.

In China würden derzeit laut dem "21st Century Business Herald" in Shanghai, Guangdong, Zhejiang und Jiangsu Stresstests laufen, wie viel Aufwertung des Yuan chinesische Firmen und ausländische Unternehmen in China vertragen könnten. In den letzten Monaten hätten die Industrie- und Informationstechnologieministerien die ersten Tests in arbeitsintensiven Sektoren vorgenommen. Die jetzigen Tests würden angeblich umfangreicher ausfallen. Hier werde deutlich, dass der internationale Druck auf China Früchte trage. Es werde aber auch klar, dass China nicht bereit sei, die eigenen Interessen im Hintergrund zu belassen. China signalisiere mit diesen Aktionen (und Veröffentlichungen), dass man grundsätzlich bereit sei, Verantwortung zu übernehmen, jedoch nur insoweit, als dass damit keine Destabilisierung Chinas verbunden sei.

Gestern hätten die Leistungsbilanz und die Handelsbilanz der Eurozone per Berichtsmonat Januar zur Veröffentlichung angestanden. Beide Datensätze hätten tiefrote Zahlen geliefert. Das Defizit der Leistungsbilanz habe sich überraschend auf -16,7 Mrd. Euro nach zuvor +9,8 Mrd. Euro gestellt. Das Defizit der Handelsbilanz habe mit -8,9 Mrd. Euro nach zuvor +4,4 Mrd. Euro ein auf den ersten Blick enttäuschendes Ergebnis markiert.

Hinter den aktuellen Daten stehe der unüblich harte Winter. Entsprechend sei bei der Interpretation Vorsicht geboten. Eine verstärkte Tendenz zu Defiziten steht nach Erachten der Analysten der Bremer Landesbank nicht auf der Agenda. Der von ihnen im Treasury Aktuell (11.02.) thematisierte Investitionsgüterzyklus, der spätestens im 2. Halbjahr 2010 positive Spuren entwickeln sollte, stehe dem entgegen. Im Gegenteil seien dann in der Tendenz bezüglich der Exportstärke Deutschlands und weiterer europäischen Nationen erhöhte Aktivsalden wahrscheinlich.

Wende man sich den Veröffentlichungen aus den USA zu. Diese Daten hätten weitgehend den Erwartungen entsprochen und würden ein Bild einer unausgeglichenen Fortsetzung der Erholung in den USA zeichnen. Die Arbeitslosenerstanträge seien in der Berichtswoche per 13. März 2010 von zuvor 462.000 auf 457.000 gesunken. Die Prognose sei bei 455.000 angesiedelt gewesen.

Die US-Verbraucherpreise seien per Februar gegenüber dem Vormonat unverändert (Prognose +0,1%) gewesen. Im Jahresvergleich sei es zu einem Anstieg um 2,2% nach zuvor 2,7% gekommen. Diese Daten würden in der offiziellen Lesart der US-Statistik keinen nachhaltigen Preisdruck implizieren. Ihre kritische Haltung zu diesen Veröffentlichungen würden die Analysten als bekannt voraussetzen.

Der US-Frühindikator nach Berechnung des Conference Board habe per Februar den Erwartungen entsprechend um 0,1% zugelegt. Seit März 2009 komme es hier latent zu Verbesserungen. Die Dynamik sei jedoch in den letzten Monaten deutlich rückläufig. Auch hier spiele der harte Winter fraglos eine erklärende Rolle. Der "Philadelphia FED Survey" habe per Berichtsmonat März von zuvor 17,6 auf 18,9 Zähler zugelegt und damit positive Akzente gesetzt. Die Prognose sei bei 18,0 Punkten angesiedelt gewesen. Die Subindices hätten für etwas Wasser im Wein gesorgt. So sei der Auftragsindex massiv von zuvor 22,7 auf 9,3 Punkte gesunken. Dagegen habe sich der Beschäftigungsindex von zuvor 7,4 auf 8,4 Zähler verbessert.

Die Analysten der Bremer Landesbank halten an der Sichtweise fest, dass die Bereiche der US-Wirtschaft, die mit der globalen Wirtschaft verzahnt sind (auch Halbleiter), weiter gut laufen werden. Das gelte jedoch nicht für die primär binnenwirtschaftlichen Themen.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das nach wie vor den Euro gegenüber dem USD favorisiere. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1,3500 bis 1,3530 neutralisiere das positive Bias des Euro. (19.03.2010/ac/a/m)


 

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