Eurozone-Wirtschaft weiter Aufschwung trotz Delle


05.02.10 13:02
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wirtschaftliche Entwicklung im vierten Quartal verlief eher enttäuschend, so die Analysten der Helaba im Kommentar zur Wirtschaft der Eurozone.


Das Statistische Bundesamt habe bereits bei der Bekanntgabe des Bruttoinlandsproduktes für das Jahr 2009 angedeutet, dass die deutsche Wirtschaft in den letzten drei Monaten des Jahres stagniert habe. Während beim Außenhandel mit einem positiven Beitrag zu rechnen sei, dürfte der private Verbrauch nach dem Auslaufen der Abwrackprämie gesunken sein. Ähnliches gelte für die Eurozone: Der Konsum sei durch die weiter gestiegene Arbeitslosigkeit belastet worden. So seien die europäischen Einzelhandelsumsätze deutlich zurückgegangen. Eine positive Ausnahme stelle hier Frankreich dar, wo sich die monatlichen Konsumausgaben erhöht hätten. Auch vom Außenbeitrag sei in der Eurozone für das vierte Quartal kein allzu großer Wachstumsbeitrag zu erwarten.

In den nächsten Jahren dürften die Wachstumsdifferenzen in der Eurozone tendenziell zunehmen. Zum einen würden einzelne Länder strukturelle Probleme aufweisen, die ihre Entwicklung behindern würden. Zum anderen würden die Verschuldungsgrade erheblich differieren. Damit müsse auch die Konsolidierung unterschiedlich stark ausfallen.

Deutschland stehe in diesem Kontext noch verhältnismäßig gut da. Das Defizit dürfte sich in diesem Jahr auf 5,5% belaufen, was im internationalen Vergleich niedrig sei. Da die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft vergleichsweise hoch sei, profitiere der Außenhandel weiter von der Dynamik beispielsweise in Asien. Frankreich weise zwar eine höhere Verschuldung auf, was stärkere Anstrengungen erfordere, die Maastricht-Kriterien wieder einzuhalten. Allerdings profitiere das Land von einem lebhaften Konsum bei steigender Bevölkerung und einer ausgeglichenen Wirtschaftsstruktur.

Schwieriger sei die Situation für Spanien, dessen staatliches Defizit 2010 die Zehnprozentmarke überschreiten dürfte. Nach dem Ende des Bau- und Immobilienbooms seien die strukturellen Schwächen offenbar geworden. Die industrielle Basis sei in Teilen nicht wettbewerbsfähig. Indikatoren, die die Innovationsfähigkeit und -tätigkeit abbilden würden, würden zumeist unter dem internationalen Durchschnitt liegen. Dies gelte im Wesentlichen auch für Italien, dessen Industrie aufgrund seiner Konsumorientierung stark dem Wettbewerb von Niedriglohnländern ausgesetzt sei. Allerdings dürfte hier das staatliche Defizit 2010 nicht höher als in Deutschland ausfallen. Eine Konsolidierung sei aber aufgrund des hohen Schuldenstandes von nahezu 120% des Bruttoinlandsproduktes unabdingbar. (05.02.2010/ac/a/m)


 

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