Stuttgart (www.aktiencheck.de) - Griechenlands vermuteter, möglicher oder zumindest befürchteter Austritt aus dem Euro, dazu die wieder ansteigenden Anleiherenditen anderer Peripheriestaaten Eurolands und schließlich die desolate Lage der spanischen Banken - Wer angesichts der positiveren Marktstimmung im 1.
Quartal geglaubt hatte, dass die Schuldenkrise vorüber sei, der wurde wieder einmal eines besseren belehrt. berichten die
Analysten der Landesbank Baden-Württemberg.
Alles zusammen habe die europäische Gemeinschaftswährung beziehungsweise den Wechselkurs zum US-Dollar in den vergangenen Wochen unter Druck gebracht. Und entsprechend habe auch
Gold nachgegeben, das bereits seit August 2011 wieder einmal stark negativ zur US-Währung korreliert sei.
Obwohl der Euro gegenüber dem US-Dollar in den letzten drei Wochen weiter abgestürzt sei, habe sich der Goldpreis oberhalb der Marke von 1,520 US-Dollar je Feinunze stabilisiert: Auf diesem Niveau verlaufe seit September 2011 eine markante charttechnische Unterstützung, an welcher der Goldpreis mehrmals abgeprallt sei. Aktuell sehe es so aus, als ob die Marke halten würde. Zwar seien die letzten Daten zur Fundamentallage des Edelmetalls durchwachsen gewesen. Insbesondere in Indien sinke die Goldnachfrage derzeit spürbar und für das 1. Quartal sei mit 5,3% ggü. dem Vorjahreszeitraum das schlechteste Wirtschaftswachstum auf dem Subkontinent seit neun Jahren gemeldet worden.
Ein Einbruch des Goldpreises sei angesichts der hohen chinesischen Nachfrage und vor dem Hintergrund der Staatsschuldenkrise nicht unmittelbar in Sicht. Sollte die Marke von 1,520 US-Dollar dennoch unterschritten werden, dann sei mit einem massiven Preisrutsch zu rechnen. Einerseits würden Stopp-loss-Verkäufe ausgelöst werden. Andererseits stünden viele Spekulanten schon in den Startlöchern, um diese auf dem Silbertablett servierte Chance nutzen zu können. Der Abwärtstrend seit September 2011 sei jedenfalls intakt und die 200-Tage-Linie habe zum ersten Mal seit 2008 nach unten gedreht.
Der Platinpreis werde derzeit dagegen kaum von der Charttechnik beeinflusst. Da die Platinnachfrage unter anderem aufgrund der Wirtschaftsschwäche stocke, sei der Preis des hauptsächlich in der Fahrzeugindustrie genutzten Edelmetalls auf das Niveau der Förderkosten im wichtigsten Herkunftsland Südafrika gefallen. Die zwischenzeitlichen Schwankungen würden zudem auf das Konto der Wechselkursbewegung des Rands zum US-Dollar gehen. Minenschließungen dürften mittelfristig wieder zu einem Anziehen des Preises führen. (01.06.2012/ac/a/m)