Intern. Staatsanleihen von Risikoaversion profitiert


08.02.10 11:26
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Sorgen um ausufernde Staatsdefizite in Griechenland, Portugal und Spanien hielten auch zum Wochenschluss die internationalen Kapitalmärkte in Atem, so die Analysten der Helaba.


Von der steigenden Risikoaversion hätten entsprechend wieder Bundesanleihen und US-Treasuries profitiert, die Aktienbörsen hätten weiter nachgegeben. Der US-Arbeitsmarktbericht sei dabei zur Nebensache verkommen und habe sowohl für die Bond-Bullen als auch -Bären Munition geliefert. Während die Zahl der offenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft im Januar stärker als erwartet um 20 Tausend gesunken sei, sei die Arbeitslosenquote auf 9,7% zurückgegangen. Zwar hätten sich die Aktien im Anschluss etwas fangen können, die Flucht in die vergleichsweise sicher geltenden Staatsanleihen der USA und Deutschlands habe jedoch bis zum Schluss angehalten.

Der Bund-Kontrakt (124,26) habe 31 Stellen fester geschlossen, Schatz (108,895) und Bobl (117,94) seien 15,5 bzw. 20 Ticks höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 3,11% gefallen, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 213 BP ausgeweitet. 10-jährige US-Treasuries würden 4 BP niedriger bei 3,58% rentieren, der JGB-Future (139,06) lege 13 Ticks zu. Der Euro gebe auf 1,364 US-Dollar nach, der Preis für das Barrel Öl falle auf 71,7 US-Dollar.

Die Woche biete von konjunktureller Seite wenig Aufregendes. Einzig US-Einzelhandelsumsätze, die Wachstumszahlen aus Deutschland und Frankreich im vierten Quartal, die Industrieproduktion der Eurozone im Dezember und das Verbrauchervertrauen der University of Michigan könnten von den vorherrschenden Problemen im Euroraum ablenken. Heute würden die Geschäftsstimmung der BoF und das Sentix-Investorenvertrauen im Euroraum (-2,7 nach -3,7) veröffentlicht.

Am Primärmarkt würden europäische Staaten den Markt in dieser Woche mit 14 bis 17 Mrd. Euro in Anspruch nehmen. Neben den Niederlanden und Österreich würden dabei besonders der Bund (5 Mrd. Euro zehn Jahre) und Italien (4 bis 6 Mrd. Euro) um die Gunst der Anleger buhlen. Weder Kuponzahlungen noch Tilgungen würden Entlastung bringen. Das amerikanische Schatzamt versteigere 3- (40 Mrd. USD), 10- (25 Mrd. USD) und 30-jähriger Treasuries (16 Mrd. USD) im Volumen von insgesamt 81 Mrd. USD. Hier dürften Kuponzahlungen und Tilgungen im Volumen von knapp 85 Mrd. USD die Platzierung erleichtern.

In Großbritannien richte sich die Aufmerksamkeit auf die Auktion 25-jähriger Gilts über 2 Mrd. GBP sowie 0,9 Mrd. GBP Linker mit Laufzeit bis 2022. (08.02.2010/ac/a/m)


 

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