Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Die internationalen Aktienmärkte zeigten sich in der Berichtswoche nach ihrer festen Performance in der letzten Woche weiterhin auf dem Vormarsch, berichten die
Analysten der WGZ BANK.
So seien der DAX und der EURO STOXX 50 um 2,30% bzw. 2,83% gestiegen, der Dow Jones und der S&P 500 hätten sich um 1,61% bzw. 2,43% verbessern können. Die in der Vorwoche begonnene Rally habe dazu geführt, dass sich die amerikanischen Indices für das noch junge Jahr 2010 nunmehr in positivem Terrain bewegen würden und der DAX sowie der EURO STOXX 50 die Jahresanfangsverluste signifikant reduziert hätten.
Ursächlich für die steigenden Aktiennotierungen seien zum einen die positiv ausgefallenen Arbeitsmarktzahlen in den USA gewesen, wo der Rückgang der Beschäftigten weniger stark ausgefallen sei, als vorher prognostiziert, und das momentan generell positive Sentiment für Aktienanlagen, welches mit der Erwartung eines dynamischen wirtschaftlichen Aufschwungs in den USA einhergehe, zum anderen (kurzfristig) nachlassende oder verebbende Störfaktoren von der Länderrisikenseite (Griechenland). Nach der erfolgreichen Emission der 10-jährigen Griechenland-Anleihe in der Vorwoche, die angesichts der attraktiven Konditionen mehrfach überzeichnet gewesen sei, habe sich der Kapitalmarkt hinsichtlich des Themas Länderrisiken spürbar beruhigt. Wie schon mehrfach in den Vorwochen angedeutet, würden die Analysten diese Beruhigung aber nicht für dauerhaft halten.
Die deutsche Berichtssaison für das 4. Quartal 2009 plätschere relativ geräuschlos ihrem Ende entgegen, alles in allem fehle es an Gewinndynamik, oftmals als Folge von Sonderbelastungen in Form von Firmenwert-Abschreibungen, welche das Gewinnwachstum bremsen würden. Diese Firmenwert-Abschreibungen seien Ausdruck von zuviel Hoffnungen, die vor der Krise in das Gewinnpotenzial von erworbenen Unternehmen und deren Geschäftsfeldern gelegt worden seien, welches sich aber nachträglich als gekaufte Illusion erweise und folglich wertberichtigt werden müsse.
Insbesondere durch die Finanzkrise und deren negative Auswirkungen auf das Nachfrageverhalten vieler privater oder gewerblicher Konsumenten würden Fehlpotenziale wesentlich schneller sichtbar, als dies in - normalen - Zeiten der Fall wäre. Was in normalen Zeiten funktioniere, müsse in einer Krise derartigen Ausmaßes noch lange nicht funktionieren. Auffällig sei des Weiteren, dass die Umsätze der Unternehmen den Gewinnen weit hinterherhinken würden. Ohne nachhaltiges Umsatzwachstum werde die Gewinnentwicklung, wenn überhaupt, aber nur sehr gedämpft vonstatten gehen.
Die Börsen scheinen momentan aber die positiven Dinge in den Vordergrund zu stellen, so die Analysten der WGZ BANK. Negative Faktoren, wie beispielsweise die erwähnte Gewinnstruktur, welche stärker von Kosteneinsparungen als von Umsatzausweitungen getrieben werde, fehlende oder sehr vage Prognosen der Unternehmen zu zukünftigen Geschäftsaussichten aufgrund der Unwägbarkeit in der wirtschaftlichen Entwicklung oder aber das ungelöste Problem der Länderrisiken sowie Überhitzungstendenzen in der chinesischen Volkswirtschaft würden negiert. Ein Grund dafür sei in der relativen Attraktivität der Aktienanlage im Vergleich zur erzielbaren Rendite in anderen Assetklassen (Staatsanleihen, Immobilien), kombiniert mit einer anhaltend hohen Liquidität der Marktteilnehmer, zu sehen. Diese lasse insbesondere Aktien mit einer hohen Dividendenrendite attraktiv erscheinen.
In einer von der Unternehmensseite eher nachrichtenarmen Zeit würden die Analysten die Fortsetzung des liquiditätsgetriebenen positiven Sentiments für Aktien trotz gelegentlicher Rücksetzer für durchaus wahrscheinlich halten. Nichtsdestotrotz würden sie weiterhin empfehlen, auf eher defensive Sektoren zu setzen, die eine überdurchschnittliche Dividendenrendite aufweisen würden. Ihre Sektorfavoriten in einem Euro-Portfolio würden unverändert Gesundheit und Versorger sowie Bau/Baustoffe und Technologie bleiben. (12.03.2010/ac/a/m)