Internationale Kapitalmärkte Prognoseübersicht


08.02.10 16:53
Meldung
 
Hannover (aktiencheck.de AG) - Der US-Arbeitsmarktbericht hielt am vergangenen Freitag sowohl für die Pessimisten als auch für die Optimisten etwas bereit, so die Analysten der Nord LB.


Die Skeptiker würden den anhaltenden Stellenabbau bemängeln. Entgegen den Erwartungen habe sich dieser auch im Berichtsmonat Januar mit 20.000 Stellen fortgesetzt. Hinzu komme, dass der Vormonatswert noch einmal deutlich korrigiert worden sei. Demnach seien im Dezember 150.000 Stellen abgebaut worden. Die Optimisten würden hingegen darauf verweisen, dass die Arbeitslosenquote vergleichsweise deutlich nachgegeben habe. Sie sei zum Jahresauftakt von 10,0% auf nun 9,7% gesunken. Alles in allem scheine sich eine gewisse Stabilisierung abzuzeichnen - sei doch auch der Beschäftigungsabbau längst nicht mehr so heftig wie zu Spitzenzeiten.

In Deutschland dürfte die Wachstumsdynamik im vierten Quartal nachgelassen haben. Sowohl die Auftragseingänge als auch die Industrieproduktion seien im Dezember hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Neuaufträge seien zum Jahresende um 2,3% M/M zurückgegangen. Die Industrieproduktion habe im gleichen Zeitraum um 2,6% M/M nachgegeben. Die Veröffentlichung der BIP-Daten am Freitag könnte damit zu einer gewissen Ernüchterung führen.

Der US-Arbeitsmarktbericht sei von Marktteilnehmern als enttäuschend wahrgenommen worden. Im derzeitigen ökonomischen Zyklus habe man mit besseren Daten gerechnet. Auch wenn andere Wirtschaftsmeldungen und Unternehmensberichte durchaus bedeutsam erscheinen, sind es gerade die Arbeitsmarktzahlen, die wegen ihrer Folgewirkungen auf den so wichtigen Konsum besondere Beachtung finden, so die Analysten der Nord LB.

Der US-Leitindex S&P 500 habe in dem jetzigen Abwärtszyklus einen Rückschlag von über -9% vollzogen. Dabei sollte man davon ausgehen, dass der Freitag in dem jetzigen Zyklus den Tiefpunkt gesehen habe und zunächst von einer tertiären Gegenbewegung auszugehen sei. Die in der letzten Handelsstunde gezeigte Tagestrendumkehr könne auch hierfür als Indiz herangezogen werden.

Für Europa würden die Probleme um Griechenland, Portugal und Spanien ein zusätzlicher Belastungsfaktor bleiben. Eine Hilfsaktion der Kernländer für Griechenland sei wenig populär und mache es den relevanten Euro-Politikern schwer zu handeln. Die Schwäche des Euro sei zudem ein in den Kreisen europäischer Politik ausnahmslos begrüßter Faktor, weshalb man sich auch mit möglichen Unterstützungsmaßnahmen für Griechenland zurückhalte.

Die Europäische Zentralbank habe den Leitzins für die Eurozone in der vergangenen Woche unverändert bei 1,00% belassen. Im nächsten Monat wolle man sich nun zum weiteren Vorgehen bei der Rückführung der unorthodoxen Maßnahmen äußern. Mittelfristig dürfte die EZB wieder auf den Zinstender umstellen. Bundesbankchef Weber habe ihn zuletzt bereits ins Gespräch gebracht. Im zweiten Quartal werde man aber weiterhin an der Vollzuteilung festhalten. Die historisch niedrigen Geldmarktsätze dürften daher noch Bestand haben.

Die Diskussion um Griechenland und Co., sowie die in der Summe recht freundlichen US-Konjunkturdaten hätten den Euro spürbar unter Druck gesetzt. Bei einem Wert von aktuell 1,37 USD müsse jedoch jederzeit mit einer kurzfristigen Gegenbewegung gerechnet werden. Auf längere Sicht dürfte der US-Dollar aber noch weiter aufwerten. (08.02.2010/ac/a/m)


 

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