Metallpreisniveau langfristig attraktiv


08.02.10 09:57
Meldung
 
Stuttgart (aktiencheck.de AG) - Zugegeben - aus der Vogelperspektive betrachtet, erscheint das Treiben an den Metallmärkten derzeit schon paradox, so die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg.


Kein Jahr sei es her, da habe sich die Weltwirtschaft noch im tiefsten Tal der Nachkriegsgeschichte befunden und das globale Finanzsystem nach Meinung fast aller Auguren am Rande des Kollapses. Dennoch hätten die Notierungen von Kupfer und Co. eine scharfe Trendwende vollzogen und mit einem Preiszuwachs von rund 80% (LME-Durchschnitt) 2009 eine der stärksten Aufwärtsbewegungen aller Zeiten hingelegt.

Inzwischen würden die Analysten das Jahr 2010 schreiben und es würden sich die Zeichen mehren, dass die Konjunkturerholung deutlich dynamischer verlaufen könnte, als von der überwiegenden Mehrheit erwartet. Ein Beispiel hierfür seien die in der vergangenen Woche veröffentlichten Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende Gewerbe, welche für sämtliche großen Regionen ein signifikantes Wirtschaftswachstum anzeigen würden.

Zumindest auf den ersten Blick erscheine es daher völlig contra-intuitiv, dass sich die Basismetallpreise zum jetzigen Zeitpunkt auf Talfahrt begeben und gegenüber dem Stand zu Jahresbeginn inzwischen knapp 15% an Wert verloren hätten. Zuletzt habe der Handel an den drei großen Metallbörsen fast schon panische Züge getragen. In der vergangenen Woche habe der Metallindex LMEX erneut gut 7% abgegeben, womit sowohl Zink (-8%), als auch Kupfer (-7%) und Aluminium (-5%) jeweils auf Mehrmonatstiefstände gefallen seien.

Wenngleich die scharfe Korrektur der Metallnotierungen vor allem von exogenen Faktoren (Dollarstärke, Aktienschwäche) angestoßen worden sei, sei damit auch im Hinblick auf die metallspezifischen Marktgegebenheiten wieder ein Stück weit Realität eingekehrt. Und die sei deutlich nüchterner, als es die rasanten Preissteigerungen des vergangenen Jahres vermitteln würden. Trotz der verbesserten konjunkturellen Rahmenbedingungen würden sich die Basismetallmärkte nach wie vor ausnahmslos in einer Überschuss-Situation befinden, welche sich erst nach und nach auflösen werde. Besonders auf der Nachfrageseite vollziehe sich die Erholung bisher noch langsam, wie die geringe Lagerdynamik zeige.

Vor diesem Hintergrund erscheine es nur plausibel, dass die Metallpreise nun den übertriebenen Erwartungen an eine rasche Verbesserung der fundamentalen Marktlage Tribut zollen würden. Nach dem heftigen Sell-Off der letzten Wochen dürfte der Boden nach Erachten der Analysten der Landesbank Baden-Württemberg aber allmählich erreicht sein. Aus längerfristiger Perspektive würden sie das Metallpreisniveau inzwischen wieder für attraktiv halten. (08.02.2010/ac/a/m)


 

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