Österr. Rentenmarkt gut behauptet erwartet


18.03.10 16:47
Meldung
 
Wien (aktiencheck.de AG) - Die wirtschaftliche Erholung ist zwar im Gange, verläuft jedoch volatil, so die Analysten der Erste Bank.


So könnten die schlechten Wetterbedingungen dazu beigetragen haben, dass das erste Quartal 2010 in der Eurozone eher schwach verlaufen sei. Die Inflationsraten sollten angesichts der nur langsam voranschreitenden wirtschaftlichen Erholung heuer niedrig bleiben. Man erwarte die erste Leitzinsanhebung durch die EZB um 25 Basispunkte nun erst im ersten Quartal 2011 (statt bisher im vierten Quartal 2010).

Die EZB habe in ihrer letzten Sitzung angekündigt, die erweiterten geldpolitischen Maßnahmen angemessen aus dem Markt zu nehmen. Die letzte 6M-Repoauktion werde Ende März angeboten werden. Die reguläre 3M-Repoauktion werde ab 28. April wieder im Zinstenderverfahren umgesetzt werden. Bei der kurzfristigen Liquiditätsbereitstellung (wöchentliche Hauptrefinanzierungsoperationen und Einmonat-Spezialrepoauktion) werde die EZB bis Herbst großzügig (zu fixen Sätzen und unlimitiert) bleiben.

Da die Geldmarktsätze im Zuge der Liquiditätsbereitstellung stark abgesunken seien, sollten sie sich heuer wieder langsam normalisieren. Man denke, dass sich der 3M-Euribor mit Auslaufen der 6M-Repoauktion Ende September wieder dem Leitzinssatz annähern könnte und später, im Vorfeld von Zinserhöhungen, wieder über den Leitzinssatz steigen sollte.

Österreichischer Rentenmarkt sollte sich gut behaupten können. Nachdem die Verschuldung einzelner Länder nun stärker in den Mittelpunkt des Investoreninteresses gerückt sei, würden sich die Renditen einiger Eurozone Mitgliedsländer derzeit gut aus den Verschuldungskennzahlen und der relativen Liquidität erklären lassen. Investoren würden insbesondere beobachten, ob es den einzelnen Staaten gelingen werde, glaubhafte Strategien zur Budgetkonsolidierung anzukündigen beziehungsweise tatsächlich umzusetzen. Sollten das Investorenvertrauen beschädigt werden, könnten entsprechende Renditeanstiege (siehe Beispiel Griechenland) drohen.

Deutschland und Österreich würden über eine sehr gute Bonität innerhalb der Eurozone verfügen und daher erwarte man, dass sich der deutsche und der österreichische Rentenmarkt heuer gut behaupten werden könnten. Österreich verfüge sogar über noch bessere Fundamentaldaten als Deutschland und daher könnte sich der Spread österreichischer Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen noch weiter einengen. (18.03.2010/ac/a/m)


 

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