Rentenmärkte schwieriges Ertragsumfeld


18.03.10 16:05
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach den enttäuschenden BIP-Zahlen für das letzte Quartal sorgten deutlich ansteigende Auftragseingänge in Deutschland für wieder wachsenden Konjunkturoptimismus, berichten die Analysten der Helaba.


Die Vorjahresrate notiere im Januar bei rund 20%, immerhin der höchste Wert seit 1976. Die Stimmung in der Industrie sei in fast allen Euroländern in einem Aufwärtstrend. Dagegen sei das Verbrauchervertrauen in den Mittelmeerländern, insbesondere in Griechenland und Italien, zuletzt deutlich gesunken.

Im Februar sei die Euro-Teuerung von 1,0% auf 0,9% gesunken. Zwar habe die Kernrate ohne die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise erstmals in diesem Zyklus die 1%-Marke unterschritten und signalisiere damit Preisstabilität bei Gütern- und Dienstleistungen. Die Inflationsspitze 2010 dürfte jedoch noch nicht erreicht worden sein. Setze sich die Konjunkturerholung fort und würden die Rohstoffpreise bei sinkendem Euro-Außenwert stabil bleiben, dürfte die Jahresdurchschnittsrate von +0,5% auf +1,5% ansteigen.

Entgegen aller Widerstände scheine die Athener Regierung einen strengen Sparkurs durchzusetzen. Das Vertrauen der Anleger kehre langsam zurück. Die jüngste 10-jährige griechische Staatsanleihe sei dreifach überzeichnet gewesen. Die Risikoaufschläge gegenüber Bunds seien mit drei Prozentpunkten jedoch immer noch sehr hoch. Es zeichne sich zwar ab, dass Griechenland notfalls mit Hilfe anderer Eurostaaten rechnen könne. Doch fehle es bislang an verbindlichen Zusagen. Die Bedeutung von Bundesanleihen als sicherer Hafen würde erst dann nachlassen.

Die Ankündigung der EZB, Ende April zum variablen Dreimonatstender zurückzukehren sowie den Sechsmonatstender auslaufen zu lassen, zeige, dass die Liquiditätshilfen langsam aber stetig zurückgeführt würden. Die Risiken, die von Griechenland für das Finanzsystem ausgehen würden, dürfte die EZB gleichwohl im Auge behalten. Mit höheren Leitzinsen im Euroraum sei auch angesichts der erzwungenen forcierten Haushaltskonsolidierung nicht vor dem vierten Quartal zu rechnen.

Gefahren für heimische Renten würden derzeit vor allem vom US-Anleihemarkt ausgehen. Die FED werde angesichts der stärkeren Konjunkturdynamik in den USA die Zinswende noch vor der EZB einleiten. Zur Jahresmitte dürften die Renditen 10-Jähriger US-Treasuries auf über 4% ansteigen. Erfahrungsgemäß würden Euro-Renten folgen. Anleger sollten sich daher bei Neuengagements eher an kurze und mittlere Laufzeiten halten. Allerdings sei hier die Verzinsung von Bundesanleihen mit ein bis zwei Prozent historisch niedrig.

Im Euroraum würden derzeit vor allem die Renditen griechischer Staatsanleihen mit über 4,5% hervorstechen. Das Kursrisiko sei jedoch noch immer sehr hoch, so dass griechische Papiere - falls der Versuchung nicht widerstanden werden könne - bestenfalls als moderate Beimischung in ein Rentendepot in Betracht gezogen werden sollten. (18.03.2010/ac/a/m)


 

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