Rentenmarkt sicherer Hafen gesucht


05.02.10 12:57
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nachdem der Bund-Future in den letzten Wochen eine Warteposition bei rund 123 Punkten bezogen hatte, nahm der Kurs zuletzt wieder Fahrt nach oben auf, berichten die Analysten der Helaba.


Selbst ein starker Anstieg des US-BIP im vierten Quartal um annualsiert 5,7% und ein überraschend kräftiger Zuwachs des ISM-Index auf über 58 Punkte im Januar hätten die Anleger kaum beeindruckt. Überlagert worden seien die zyklischen Faktoren durch die Krise Griechenlands. Deutsche Staatsanleihen hätten als sicherer Hafen von der Sorge um die Zahlungsfähigkeit des Mittelmeerstaates, aber auch von sinkenden Aktienmarktkursen profitiert. Die Rendite zweijähriger Bundesanleihen sei auf ein neues historisches Tief von 1% gesunken.

Die Anleger würden trotz des energischen Eingreifens der EU-Kommission sowie der vergleichsweise ambitionierten Konsolidierungsziele Athens skeptisch bleiben. Der Renditeaufschlag gegenüber 10-jährigen Bunds habe auf einem erhöhten Niveau bei rund 3,5%-Punkten verharrt. In den letzten drei Monaten sei der iBoxx-Ertragsindex griechischer Staatsanleihen um insgesamt 10% gesunken. Zuletzt seien auch die Anleihen Portugals bei Anlegern in Ungnade gefallen. Der Renditeaufschlag habe sich auf über 1,5%-Punkte erhöht. Entwarnung könne angesichts der konjunkturellen Risiken in diesen Ländern nicht gegeben werden. Zudem zeige die anlaufende Streikwelle in Griechenland, dass die politische Umsetzung der Konsolidierung wohl noch einem Stresstest unterzogen werde.

Offenbar unter dem Eindruck der hohen Staatsdefizite beiderseits des Atlantiks sei der Pessimismus bei Anleiheinvestoren im Januar spürbar angestiegen. Der Anteil der Investoren, die bei US-Treasuries auf steigende Renditen in den kommenden Monaten setzen würden, habe mit 31% den höchsten Stand seit drei Jahren erreicht. Auch hierzulande sei die Put/Call-Ratio des Bund-Futures merklich angestiegen. Kurzfristig könnte damit durchaus der Weg für weitere Kursgewinne frei sein, wenn Investoren ihre defensive Positionierung wieder lockern würden. Sollte sich allerdings abzeichnen, dass Deutschland zur Rettung der Währungsunion doch einen nicht unerheblichen Beitrag leisten müsse, dürften Bundesanleihen in Sippenhaft genommen werden. (05.02.2010/ac/a/m)


 

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