Startet US-Arbeitsmarkt jetzt durch?


15.02.12 10:21
Meldung
 
Wien (aktiencheck.de AG) - Der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe in den USA legte im Januar den dritten Monat in Folge zu und steht nun bei 54,1 Punkten, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.


Die Stimmung im Dienstleistungsbereich habe sich noch deutlicher aufgehellt: Das entsprechende Barometer sei um 3,8 auf 56,8 Punkte gestiegen. Beide Indikatoren würden damit für das reale Bruttoinlandsprodukt ein Wachstumstempo von annualisiert rund 3% p.q. zeigen. Das entspreche quasi genau dem Anstieg des realen Bruttoinlandsproduktes im vierten Quartal 2011.

Im Januar seien netto 243 Tsd. Stellen geschaffen worden. Verglichen mit dem durchschnittlichen Monatsplus von 152 Tsd. im Jahr 2011 sei das ein sehr gutes Ergebnis. Die Arbeitslosenquote sei im Januar um weitere 0,2 Prozentpunkte auf 8,3% gesunken. Seit November 2010 sei die Arbeitslosenquote damit um 1,5 Prozentpunkte gesunken. Das sei insofern erstaunlich, als die Beschäftigung in diesem Zeitraum nur um durchschnittlich 156 Tsd. pro Monat gestiegen sei. Das seien nur 40 Tsd. Stellen mehr, als in der Vergangenheit (1989 bis 2010) benötigt worden seien, um die Arbeitslosenquote konstant zu halten. Die Arbeitslosenquote sei damit seit Ende 2010 um 1,2 Prozentpunkte stärker zurückgegangen als aufgrund des Beschäftigungsanstiegs zu erwarten gewesen wäre.

Setze sich diese Entwicklung fort, dürfte die Arbeitslosenquote in den nächsten Quartalen deutlicher sinken als momentan von den meisten Prognostikern angenommen, bei einem weiterhin nur gedämpften Beschäftigungsaufbau. Für die nächsten Monate rechne man aufgrund der von den Analysten erwarteten konjunkturellen Abkühlung mit einem spürbar langsameren Anstieg der Beschäftigung.

Die erste Schätzung zur Entwicklung des realen US-Bruttoinlandsproduktes im vierten Quartal habe mit annualisiert 2,8% p.q. deutlich unter der Analystenprognose von 4,0% p.q. gelegen. Ursächlich gewesen sei in erster Linie der merkliche Rückgang beim Staatskonsum, den die Analysten in dieser Form nicht prognostiziert hätten. Den Erwartungen entsprechend hätten aber die Lagerinvestitionen kräftig zum Anstieg der Wirtschaftsleistung beigetragen: So seien diese für 1,8 Prozentpunkte und damit zwei Drittel des Anstiegs des realen Bruttoinlandsproduktes verantwortlich gewesen.

Im laufenden Quartal dürfte der Impuls der Lagerinvestitionen negativ ausfallen. Da gleichzeitig weder der Private Konsum noch der Staatskonsum spürbar an Dynamik gewinnen sollten, rechne man für den Zeitraum Januar bis März mit einem Anstieg der Wirtschaftsleitung von annualisiert weniger als 2% p.q.

Der Preisdruck bei den US-Verbraucherpreisen habe im Dezember weiter nachgelassen, die Vorjahresrate sei von 3,4% auf 3,0% gesunken. Bis zum Frühling werde diese wegen günstiger Basiseffekte auf unter 2% sinken. Die Kernrate dürfte im Gegensatz dazu erst zur Jahresmitte deutlich unter 2% sinken (2,2% p.a. im Dezember). (Ausgabe Februar 2012) (15.02.2012/ac/a/m)


 
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