Wien (aktiencheck.de AG) - Der Rekordlauf an der Wall Street setzt sich fort, der Dow Jones hat nun bereits 8-mal in Folge im positiven Terrain geschlossen, so die
Analysten der Erste Bank.
Ausschlaggebend seien in erster Linie das FED-Meeting am Mittwoch sowie zahlreiche positiv aufgenommene Konjunkturdaten gewesen. Der Dow Jones gewinne 1,58% auf 10.779 Punkte, der S&P steige 1,36% auf 1.166 und der NASDAQ Composite notiere 0,96% fester.
Sorgen um eine Abschwächung der chinesischen Konjunktur hätten den Handel zu Wochenbeginn geprägt. Die deutlich gestiegene Inflation lasse eine überfällige Drosselung der chinesischen Geldpolitik erwarten. Ab Mittwoch sei die Zinsparty an den Märkten jedoch weiter gegangen. Der Offenmarktausschuss der FED habe eine Fortsetzung der aktuellen Politik gemeldet. Die Zinsen würden noch für "längere Zeit niedrig bleiben", Hinweise auf einen baldigen Anfang der Exit-Strategie habe es nicht gegeben.
Die Einzelhandelsumsätze seien um 0,3% gestiegen, der Konsens sei von einem Rückgang um 0,2% ausgegangen. Die Industrieproduktion sei im Februar um 0,1% geklettert, die Kapazitätsauslastung sei auf 72,7% gestiegen. Der Empire-State-Index sei von 24,9 auf 22,9 gefallen. Moody's habe in einer jüngsten Einschätzung gemeldet, dass die USA und Großbritannien dem Verlust des "AAA"-Ratings näher gekommen wären. Der Balanceakt zwischen Verringerung der Verschuldung und Stimulierung der Wirtschaft sei nur schwer zu bewerkstelligen.
Die Übernahmeschlacht um den Düngemittelhersteller Terra Industries dürfte zugunsten von CF Industries entschieden sein. Der norwegische Konkurrent Yara habe sich aus dem Bieterverfahren zurückgezogen. CF Industries zahle insgesamt USD 4,7 Mrd. Der Modekonzern Phillips-Van Heusen habe die Übernahme von Tommy Hilfiger für USD 3 Mrd. gemeldet. Der Finanzinvestor Apax Partners habe Tommy Hilfiger 2006 gekauft. Der chinesische Ölriese CNOOC habe bekannt gegeben, sich für USD 3,1 Mrd. an der argentinischen Bridas Corp. zu beteiligen. Man wolle sich so eine strategische Position in Lateinamerika sichern.
Boston Scientific verliere 10,1%, nachdem man einen Auslieferungsstopp für Defibrillatoren gemeldet habe. Man habe die Produktionsänderungen nicht an die FDA weitergegeben, eine Gefahr für Patienten sei jedoch nicht gegeben, es sei ein reiner Dokumentationsfehler, der alsbald behoben werde. Seit der Übernahme des Medtech-Konkurrenten Guidant im Jahre 2006 habe es zahlreiche Probleme bei Boston Scientific gegeben, beispielsweise zwei Todesfälle bei klinischen Tests. Fortune habe die Akquisition übrigens zum zweitschlechtesten Deal der Börsengeschichte gekürt.
Die Übernahme von XTO Energy durch Exxon Mobil sei nun auch von den Wettbewerbshütern abgesegnet worden. Die Akquisition im Ausmaß von USD 41 Mrd. stelle den größten Zukauf innerhalb der Energiebranche der letzten zehn Jahre dar. Man setze dabei klar auf die Entwicklung von Shale Gas, eine unkonventionelle Gasressource, die die Energiebranche in den USA innerhalb kürzester Zeit revolutioniert habe. Auch die Übernahme von Dominion Resources durch CONSOL Energy ziele auf Shale Gas ab. Bisher habe sich CONSOL auf die Entwicklung von CBM (Gewinnung von Methangas aus Kohlevorkommen) konzentriert.
PepsiCo erhöhe die Dividende um 7% auf USD 1,92, zudem werde man in den nächsten drei Jahren Aktien im Wert von USD 15 Mrd. zurückkaufen. Nike habe mit einer Gewinnverdopplung in Q4 geglänzt. Der Ausblick sei kräftig angehoben worden, nachdem man insbesondere im Premium-Segment deutlich höhere Nachfrage sehe. Aktien des Technologiekonzerns LSI würden 14,8% klettern, nachdem man die Ergebnisprognose nach oben angehoben habe. Man sehe im Firmenkundenbereich deutlich höhere Investitionsbereitschaft als zuvor erwartet. Abraxis BioScience haussiere knapp 40%, nachdem das Lungenkrebs-Medikament Abraxane in der Phase III gute Ergebnisse gezeigt habe.
Apple tendiere auf hohem Niveau weiterhin seitwärts. Laut "Wall Street Journal" gebe es mehrere hunderttausend Vorbestellungen für das iPad. Der Verkaufsstart erfolge am 4. April. eBay klettere 7,7%, nachdem man die baldige Abspaltung der Tochter PayPal plane. Anteilsscheine der Filmverleihkette Blockbuster würden 34% einknicken, nachdem man nun eine Insolvenz nicht ausschließen könne. Die Konkurrenz drücke auf die Margen, die eigenen Schulden könnten nicht getilgt werden.
In der nächsten Woche sollten die Häusermarktdaten, die Auftragseingänge der Industrie sowie der Uni Michigan-Index für Impulse sorgen. Die überzeugende technische Stärke stimme die Analysten weiterhin positiv. Zwar sei der RSI auf den höchsten überkauften Wert seit August 2009 gestiegen, dies sei per se jedoch nicht unbedingt negativ zu interpretieren. Vielmehr sei es ein Ausdruck der enormen Trendstärke. Es würden sich kaum negative Divergenzen finden, die Marktbreite sei weiterhin hervorragend. 89% der Aktien würden über dem 50-Tage-Schnitt handeln, 90% über dem 20-Tage-Schnitt. Auch die Volumenindikatoren würden Konvergenz zum Trend zeigen.
Insofern ist wohl in den nächsten Wochen maximal mit Korrekturen innerhalb des Aufwärtstrends zu rechnen, von einer baldigen Trendumkehr gehen die Analysten der Erste Bank derzeit nicht aus. (19.03.2010/ac/a/m)