US-Börsen mit recht deutlichen Kursabschlägen


05.02.10 09:19
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen mussten gestern recht deutliche Kursabschläge hinnehmen, so die Analysten der Helaba.

Der Dow Jones sei erstmals seit dem 6.
November wieder unter die 10.000er-Marke gerutscht, auf Schlusskursbasis habe das psychologisch wichtige Level gerade noch gehalten werden können. Noch deutlicher seien die Abschläge beim S&P 500 (-3,11%) und Russel 2000 (- 3,44%) ausgefallen. Ängste um die finanzielle Situation einiger europäischer Länder (Stichwort Staatsdefizite) und schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt seien dafür ursächlich gewesen. Darüber hinaus habe die Charttechnik eine gewichtige Rolle gespielt.

Lediglich Cisco habe unter den Dow-Werten im grünen Bereich notiert, alle anderen hätten nachgegeben. Unter den einzelnen Sektoren hätten die Bereiche Financials (-4,2%), Energy (-3,9%) und Materials (-3,8%) die deutlichsten Abschläge verbucht. Sehr bemerkenswert sei die Tatsache, dass die Umsätze in der Abwärtsbewegung mit 1,48 Mrd. an der NYSE recht hoch ausgefallen seien.

Das charttechnische Bild des S&P habe sich sehr deutlich eingetrübt. Nicht zuletzt das Unterschreiten des 61,8%-Fibonacci-Retracements sei von Bedeutung. Sollte der Bruch heute auf Schlusskursbasis nochmals bestätigt werden, müsste von einem weiteren Rutsch auf 1.035 Zähler (10%-Korrekturmarke) beziehungsweise 1.028 Punkte (ursprünglicher Bezugspunkt) ausgegangen werden.

Den Höhepunkt der Datenwoche stelle heute der US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Januar dar. Setze sich die im Trend der letzten Monate beobachtbare Verringerung der Abwärtsdynamik bei der Beschäftigung fort oder komme es sogar zu einem Stellenaufbau? Die Indikationen für die Beschäftigungsentwicklung seien gemischt, wenngleich ermutigend.

Zum einen spreche die seit Monaten steigende Zahl der Zeitarbeiter für ein Anziehen auch der Gesamtbeschäftigung, zum anderen liege der ISM-Beschäftigungsindex des Verarbeitenden Gewerbes im Expansionsbereich. Auch der höhere ADP-Wert (-22 Tsd. nach revidierten -61 Tsd.) spreche für ein Anhalten des günstigen Trends. Allerdings habe es neben dem ADP auch der ISM-Serviceindex für Beschäftigung versäumt, in den Expansionsbereich zu steigen. Auch die im Vergleich zum Dezember leicht erhöhte Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe mahne zur Vorsicht.

Per saldo sollte aber vor dem Hintergrund der anlaufenden Volkszählung, zu der tausende Interviewer eingestellt würden, ein Plus in der Beschäftigung möglich sein. Die Arbeitslosenquote dürfte bei 10,0% verharren, nachdem im Oktober ein vorläufiges Hoch bei 10,2% markiert worden sei. Eine positive Überraschung würde nach Erachten der Analysten mit einer Zunahme der Zinserhöhungserwartungen für die US-FED einhergehen. Gelte doch die Beschäftigungswende als fundamentale Vorraussetzung für eine Abkehr von der extrem lockeren geldpolitischen Ausrichtung.
In der Eurozone steht nur die deutsche Industrieproduktion als relevant im Kalender. Der unerwartete Rückgang der Industrieaufträge im Dezember signalisiert hier Enttäuschungspotenzial. (05.02.2010/ac/a/m)


 

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