Politik und Geldpolitik wieder im Rampenlicht - Ausgang der Wahlen in Italien sorgt für Unruhe am Markt


01.03.13 16:45
Meldung
 
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die Analysten von BNP Paribas Investment Partners veränderten ihre Asset Allocation, was jedoch kaum Auswirkungen auf ihr Risikoexposure hatte: Anlagen, die mit einem Marktrisiko behaftet sind, bleiben untergewichtet.


Die Analysten hätten ihre Position in Bundesanleihen mit langer Laufzeit mit einem kleinen Gewinn geschlossen, da die Renditen deutscher Staatsanleihen aufgrund einer Welle der Risikoaversion im Anschluss an die italienischen Wahlen wieder gefallen seien. Ihrer Ansicht nach würden die Renditen niedrig bleiben. Das Wachstum im Euroraum dürfte verhalten bleiben. Die Inflation sei niedrig und werde in Anbetracht der nach wie vor zunehmenden Arbeitslosigkeit vermutlich nicht ansteigen. Das derzeitige Handelsumfeld sei überwiegend taktisch.

Die Analysten hätten ihre Untergewichtung von Rohstoffen gegenüber Aktien für Gewinnmitnahmen genutzt, auch wenn die zugrunde liegenden Überlegungen für diese Position - die höhere konjunkturelle Anfälligkeit von Rohstoffen, die negativen Haltekosten von Rohstoffen verglichen mit der positiven Dividendenrendite von Aktien und das voraussichtlich steigende Rohstoffangebot - nach wie vor richtig seien.

Die Analysten hätten ihre Untergewichtung europäischer Small Caps geschlossen. Sie seien weiterhin der Ansicht, dass die Aktien kleinerer Unternehmen stärker unter der schwachen Konjunktur im Euroraum leiden würden, relativ teuer seien und, was die Gewinne betreffe, größeren Unternehmen hinterherhinken würden. Da diese Position jedoch aufgrund des durch Zentralbankmaßnahmen hervorgerufenen Anstiegs der Risikobereitschaft enttäuscht habe, hätten sie beschlossen, ihre Verluste zu begrenzen.

Aus den italienischen Wahlen sei keine Partei als klarer Gewinner hervorgegangen. Die von Bersani angeführte PD gewann die Mehrheit im Abgeordnetenhaus aber nicht im Senat, wo die PDL des früheren Ministerpräsidenten Berlusconi und Beppe Grillos Fünf-Sterne-Bewegung zusammen mehr Sitze erlangten als die PD, so die Analysten von BNP Paribas Investment Partners. Nach Ansicht der Analysten werde diese Pattsituation die Marktvolatilität nach oben treiben. Ihre Untergewichtung von Aktien sei jedoch nicht durch die Wahlen in Italien bedingt, sondern durch die allgemeine politische Ungewissheit. Sie hätten diese Position daher beibehalten.

Die politischen Parteien würden jetzt gezwungen sein, Wege zur Zusammenarbeit zu finden. Bis jetzt habe Grillo noch keine Bereitschaft dazu erkennen lassen. Berlusconi habe sich der PD gegenüber aufgeschlossen gezeigt. Eine Koalition mit der PDL könnte die Wähler der PD jedoch in das Lager von Grillo treiben.

Es sei nicht klar, wie sich diese Situation auswirken werde. Das Vertrauen von Verbrauchern und Herstellern könnte dadurch belastet werden, was für ein Land, dass bereits unter einer Rezession leide, nichts Gutes verhieße. Die Analysten würden nicht glauben, dass bereits abgesegnete Sparmaßnahmen und Reformen rückgängig gemacht würden. Weitere Reformen würden jedoch benötigt, um Italiens langfristige wirtschaftliche Aussichten zu verbessern. Italien habe in dieser Woche Abnehmer für Schatzanweisungen und Staatsanleihen gefunden, habe aber höhere Zinsen bieten müssen als bei früheren Auktionen.

Die Geldpolitik habe ebenfalls Auswirkungen auf die Märkte gehabt. Aus dem Protokoll der Januarsitzung des Offenmarktausschusses sei hervorgegangen, dass die Geldpolitiker der FED über das Für und Wider der quantitativen Lockerung diskutiert hätten. Die Marktteilnehmer hätten sich daraufhin mit der Möglichkeit eines vorzeitigen Ausstiegs aus QE3 beschäftigt. Der S&P 500 Index (ISIN US78378X1072 / WKN A0AET0 ) habe an dem Tag, an dem die Protokolle veröffentlicht worden seien, um 0,8% nachgegeben.

Die Märkte hätten sich jedoch wieder beruhigt, nachdem FED-Chef Bernanke erklärt habe, die FED würde sich weiterhin für eine stärkere wirtschaftliche Erholung und ein schnelleres Stellenwachstum einsetzen. Um die Notwendigkeit einer akkommodierenden Geldpolitik zu unterstreichen, habe Bernanke erklärt, dass das Wirtschaftswachstum dieses Jahr durch die Haushaltspolitik 1,5% verlieren würde. Die automatischen Ausgabenkürzungen, die ab dem 1. März greifen könnten, könnten das Wachstum um weitere 0,6% belasten. Für eine Volkswirtschaft, die in den letzten drei Jahren ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 2,1% verzeichnet habe, sei das viel.

Die Analysten würden nicht davon ausgehen, dass die USA auf eine neue Rezession zusteuere, da sich sowohl der Arbeits- und der Häusermarkt als auch das Verbrauchervertrauen verbessert hätten. Der Auftragseingang für Investitionsgüter außerhalb des Rüstungssektors habe in der letzten Zeit deutlich zugenommen. Allerdings hätten sich einige regionale Indikatoren für das Geschäftsklima in der Industrie verschlechtert. Der Rückgang des Chicago FED National Activity Index, eines guten Frühindikators für das BIP-Wachstum, weise ebenfalls nicht auf ein starkes Wachstum hin.

In Japan werde Harohiko Kuroda Zentralbankgouverneur. Ebenso wie der japanische Ministerpräsident Abe sei er der Ansicht, dass die Bank of Japan viel mehr tun müsse, um die Wirtschaft zu stimulieren. Das japanische BIP sei im vierten Quartal letzten Jahres unerwartet eingebrochen. Ursachen hierfür seien der Rückgang bei Unternehmensinvestitionen und schwache Ausfuhren gewesen. Der schwächere Yen müsste exportorientierten Unternehmen zugute kommen. Für die Verbraucher würden Importprodukte jedoch teurer. In Anbetracht der steigenden Energiekosten und des zunehmenden Handelsbilanzdefizits scheinen die jüngsten Kursanstiege japanischer Aktien nicht gerechtfertigt, so Analysten von BNP Paribas Investment Partners. Die Analysten hätten japanische Aktien im Vergleich zu amerikanischen und europäischen Aktien weiterhin untergewichtet.

Die EZB sei nach Ansicht der Analysten die passivste der drei großen Zentralbanken, was einen negativen Faktor für europäische Aktien darstelle. Dabei könnte die Wirtschaft im Euroraum Unterstützung gebrauchen: Der kombinierte Einkaufsmanagerindex für die Region sei insbesondere im Dienstleistungsgewerbe rückläufig und die Kreditvergabe weiterhin schleppend gewesen.

Die den Marktkonsens übertreffende Verbesserung des ESI-Index für die Wirtschaftsstimmung sei überraschend gekommen. Besonders ausgeprägt sei diese Verbesserung in Deutschland, wo sie den rasanten Anstieg des ifo-Index widergespiegelt habe, sowie in Belgien gewesen. Die breit angelegte Verbesserung lasse darauf hoffen, dass die Rezession im vierten Quartal 2012 ihren Tiefpunkt erreicht habe, auch wenn die wirtschaftliche Erholung langsam und unregelmäßig verlaufen werde. (01.03.2013/ac/a/m)


 
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