Ahlers VZ kaufen


19.03.10 14:54
Meldung
 
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von GSC Research, Klaus Kränzle, stuft die Aktie von Ahlers (ISIN DE0005009732 / WKN 500973) von "halten" auf "kaufen" herauf.


Am 16.03. habe die Ahlers AG im Rahmen einer Bilanzpressekonferenz in ihrem Düsseldorfer Showroom die Zahlen für das Ende November letzten Jahres abgelaufene Geschäftsjahr 2008/09 bekannt gegeben. Dieses habe einen Umsatzrückgang um 7 Prozent auf 249,4 (Vj. 268,1) Mio. Euro gebracht. Hier habe sich neben konjunkturellen Einflüssen insbesondere die schwache Entwicklung des Polnischen Zloty weit negativer bemerkbar gemacht, als von den Analysten im Vorfeld erwartet, so dass die jetzt gemeldeten Erlöse weit unter ihrer Schätzung von 255 Mio. Euro geblieben seien.

Tendenziell hätten die Analysten zwar eine schwache Entwicklung des Zloty erwartet, die Dynamik dabei jedoch offensichtlich unterschätzt. Beim Vergleich des währungsbereinigten Umsatzminus von 5,5 Prozent zu der Analystenschätzung von minus 4,9 Prozent erweise sich die Abweichung dann auch nicht mehr als ganz so groß.

Auf der Ertragsseite hätten sich hingegen die Ergebnisse des seit geraumer Zeit laufenden Sparprogramms der Ahlers AG gezeigt. Das operative Ergebnis (EBIT) habe sich auf 10,6 (3,5) Mio. Euro verdreifacht und somit deutlich die Analystenschätzung von 6,5 Mio. Euro übertroffen. Neben der Reduzierung des Materialaufwandes um 13 Prozent auf 124,1 (142,8) Mio. Euro bzw. 51,1 (52,8) Prozent der Gesamtleistung (Umsatz +/- Bestandsveränderungen) habe hier auch der Abbau der Personalkosten knapp 18 Prozent auf 51,7 (62,8) Mio. Euro zu Buche geschlagen. Bezogen auf die Gesamtleistung habe das Unternehmen hier eine deutliche Reduzierung der Quote um fast zwei Punkte auf 21,3 (23,2) Prozent verbuchen können.

Das Sonstige Ergebnis (u.a. Vertrieb, Verwaltung und Werbung) habe sich um über 11 Prozent auf minus 49,8 (-56,1) Mio. Euro verbessert. Auch hier sei man nach den Ausführungen von Finanzvorstand Dr. Kölsch stets um Kostendisziplin bemüht gewesen, um auch im Rahmen von Werbekampagnen die knappen Mittel möglichst effizient einzusetzen.

Der Jahresüberschuss vor Steuern habe sich somit hauptsächlich aufgrund der Ertragsfortschritte im operativen Geschäft nennenswert auf 9,0 (1,7) Mio. Euro verbessert. Das Nachsteuerergebnis habe mit 4,6 (0,0) Mio. Euro sowohl deutlich über dem Vorjahresniveau als auch über der Analystenschätzung von 3,6 Mio. Euro gelegen. Hier habe jedoch ein nicht eingeplanter Steueraufwand von knapp 1,7 Mio. Euro aus einer Außenprüfung ein besseres Resultat verhindert. Unter Herausrechnung der genannten Größe hätte die Steuerquote statt 47 Prozent nur 28 Prozent betragen. Das Ergebnis je Aktie habe sich bei 0,33 (0,00) Euro eingestellt.

Insgesamt würden die Analysten die jetzt vorgestellten Zahlen als beachtlich werten. Hier seien sie etwas skeptischer als das Unternehmen gewesen und hätten nicht so schnelle Fortschritte auf der operativen Ertragsebene erwartet. Sie würden diese Leistung insbesondere in Hinblick auf die schwierige Wirtschaftslage im Berichtszeitraum als sehr gut einstufen.

Während das abgelaufene Geschäftsjahr 2008/09 (bis 30.11.) trotz der Wirtschaftskrise auf Ertragsebene von den Analysten in dieser Dimension nicht erwartete Fortschritte bei der Ahlers AG gebracht habe, habe die Halbierung der Dividende von 0,70 auf 0,35 Euro je Vorzugsaktie für die Analysten doch eine Enttäuschung dargestellt. Nachdem sie im Vorjahr eine unter dem tatsächlich gezahlten Niveau liegende Ausschüttung sehr gut hätten nachvollziehen können, hätten sie mit der jetzt angekündigten Kürzung so nicht gerechnet.

Da die Dividendenrendite lange Zeit das Hauptargument für ein Engagement in den beiden Ahlers-Aktiengattungen gewesen sei, könnten die Analysten die Enttäuschung mancher Anleger nachvollziehen, die sich in einem rund zehnprozentigen Kursrutsch am Tag der Bilanzpressekonferenz bemerkbar gemacht habe.

Nichtsdestotrotz sollte bei der Betrachtung der Ahlers-Aktie jetzt wieder der Blick nach vorne im Vordergrund stehen. Hier hätten die Analysten ihre Schätzungen für die kommenden Jahre an den Basiseffekt aus dem Ende November abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 angeglichen und nochmals nach oben korrigiert. Mit dem Ausbau des Luxusmarkensegments und der eigenen Geschäfte befinde sich die Ahlers AG nach Erachten der Analysten auf einem guten Weg. Lediglich die roten Zahlen im Segment Men's & Sportswear würden derzeit noch den ansonsten positiven Gesamteindruck der strategischen Aufstellung des westfälischen Unternehmens trüben.

Die auf Basis der guten Ergebnisentwicklung angehobenen Prognosen der Analysten von GSC Research haben im Rahmen ihrer Bewertungsmodelle zu einer Erhöhung des Kursziels um 2,20 Euro auf 9,20 Euro geführt, so dass die Analysten ihre Empfehlung für die Ahlers-Vorzugsaktie von "halten" auf "kaufen" ändern. Ihrer Meinung nach habe die Börse in ihrer Reaktion am Tag der Bilanzpressekonferenz deutlich übertrieben, so dass das momentane Kursniveau eine gute Einstiegsgelegenheit in die Ahlers-Vorzugsaktie darstelle. (Analysevom 19.03.2010) (19.03.2010/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.


 

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