Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Martin Pahn und Michael Vara, Analysten der BankM-biw AG, raten die
Ehlebracht-Aktie (
ISIN DE0005649107 /
WKN 564910 ) nach wie vor zu halten.
Im Rahmen der Q1-Berichterstattung habe Ehlebracht deutlich seine Prognose für 2010 erhöht. Der Konzern rechne nun mit EUR 65 Mio. Umsatz, statt mindestens EUR 60 Mio. Auf operativer Ebene rechne das Management mit einem Vorsteuerergebnis von EUR 2,5 bis EUR 3,0 Mio. (vorher: EUR 1,5 bis EUR 2,0 Mio.) Die Analysten würden diese Guidance-Erhöhung dennoch für konservativ halten und nach dem deutlich besseren ersten Quartal mit EUR 17,7 Mio. Umsatz eine positive Überraschung erwarten. Ihre Schätzung gehe für 2010 von EUR 67,4 Mio. aus.
Der Aktienmarkt habe die konjunkturelle Erholung bei Ehlebracht bereits vorweggenommen, so dass die Analysten den derzeitigen EV/Umsatz Multiple mit etwa 0,6 bis 0,7 als ausreichend fair erachten würden. Basierend auf ihrer DCF- und Peer-Unternehmen-
Analyseergebe sich derzeit ein fairer Wert von EUR 2,40 pro Aktie.
Ehlebracht habe mit den Q1-Zahlen positiv überrascht. Sowohl in der Kunststoff-Technik als auch in der Möbelfunktions-Technik habe der Umsatz deutlich zugelegt. Der Umsatz habe mit EUR 10,8 Mio. dank des starken Wachstums am Standort in Shenzhen in der Kunststoff-Technik sogar deutlich über Vorkrisenniveau gelegen. Die Möbelfunktions-Technik habe EUR 6,8 Mio. erreicht und nähere sich ebenfalls kontinuierlich den Umsatzwerten vor der Krise an. Die Analysten würden davon ausgehen, dass Ehlebracht die Krise bewältigt habe und in der Möbelfunktions-Technik Vorsteuermargen von 12 bis 13% bei einem Umsatzlevel von ca. EUR 26 Mio. dieses Jahr realistisch seien.
In der Kunststoff-Technik werde Ehlebracht Ende dieses Jahres einen neuen Standort in der Region Nanjing/Suzhou/Shanghai eröffnen. Durch die volumenmäßig starke Nachfrage eines Großkunden sei am bisherigen Standort in Shenzhen die Kapazitätsgrenze schneller erreicht worden als geplant. Ehlebracht rechne in China für dieses Jahr mit Investitionen von insgesamt EUR 2,5 Mio., nach etwa EUR 1,7 Mio. in 2009. Die Kapazität werde durch den weiteren Standort verdoppelt. Die Analysten würden in der Kunststoff-Technik für 2010 aufgrund der signifikanten Umsatzsteigerungen in China eine Vorsteuermarge von etwa 4,8% erwarten.
Ehlebracht's Wachstumsstory heiße weiterhin China. Das chinesische Konjunkturprogramm habe vor allem die Binnenkonjunktur gestärkt. In Q1 sei die chinesische Wirtschaft rund 12% gewachsen, der Konsum habe dabei überproportional zugelegt. Die Anschaffung von Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen habe vor allem für die Landbevölkerung weiterhin Priorität.
Der Ehlebracht Konzern zeige mit der Eröffnung des neuen Standortes eine hohe Flexibilität den Kunden gegenüber. Dies sei auch notwendig, da Lieferantennähe wichtiges Argument bei Auftragsvergabe sei. Durch die Ansiedlung von mehreren Unternehmen der gleichen Branche in der Region Nanjing/Suzhou/Shanghai erwarte Ehlebracht weitere Aufträge zu akquirieren. Während auf den neuen Standort in Suzhou die Fertigung von Baugruppen basierend auf Kunststoff-Teilen konzentriert werde, werde in Shenzhen die Produktion von Kunststoff-Teilen mit elektrischen Komponenten, Lichtkomponenten und der eigener Werkzeugbau gebündelt. Die in Shenzhen frei werdenden Kapazitäten sollten Schritt für Schritt mit Neukundengeschäft ausgelastet werden.
Der Aufsichtsrat habe den Vertrag mit Herrn Brinkmann um drei Jahre bis 31.12.2013 vorzeitig verlängert. Dadurch sei es dem Aufsichtsrat gelungen die Weichenstellung für eine langfristige, solide Arbeit im Management zu sichern.
Die Analysten würden die neue Guidance des Unternehmens als sehr konservativ bewerten. Nach einem starken Q1 mit einem Umsatz von EUR 17,7 Mio. und einem Vorsteuerergebnis von EUR 1,0 Mio. würden sie auch in den nächsten Quartalen eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage erwarten. Sie würden denken, dass ein Umsatz in der Höhe von EUR 67 bis 68 Mio. derzeit nicht zu kühn erscheine, allein vor dem Hintergrund des weiteren Hochfahrens der Produktion in China und dem Abarbeiten von Neuaufträgen in Berlin. Ausgehend davon würden die Analysten auf operativer Ebene eine verbesserte Auslastung erwarten.
Die bessere Auslastung werde beiden Geschäftsbereichen zugute kommen. Die Analysten würden daher von einer Margenerholung in beiden Segmenten ab diesem Jahr ausgehen. Allerdings sei die Skalierbarkeit der Kunststoff-Technik beschränkt, da Großkunden im Umfeld einer hohen Wettbewerbsintensität eine gewisse Preismacht gegenüber Lieferanten wie Ehlebracht besitzen würden. Der Aktienmarkt habe eine konjunkturelle Erholung bereits eingepreist. Die Bewertungsmodelle der Analysten, gestützt auf einer DCF-Analyse und einem Peer-Group Vergleich würden faire Werte von EUR 2,37 bzw. EUR 2,41 ergeben.
Nach Ansicht der Analysten der BankM-biw AG sollten Investoren die Ehlebracht-Aktie weiterhin halten. (Analyse vom 19.05.2010) (19.05.2010/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.