Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SRH AlsterResearch, Carsten Mainitz, bewertet die Aktie von Princess Private Equity (
ISIN DE000A0LBRM2 /
WKN A0LBRM ) weiterhin mit dem Rating "kaufen".
Seit August 2009 verzeichne der rechnerisch ermittelte Innere Wert (NAV) von Princess Private Equity einen Anstieg von 10%, getragen von höheren Bewertungen der Portfolio-Unternehmen und in den letzten Monaten von der Stärke des USD. Der aktuelle NAV je Aktie werde mit 7,51 angegeben. Auch der Aktienkurs habe sich im Jahresverlauf 2009 von Tiefstständen erholt, nachdem der Kurs Ende 2008 und Anfang 2009 extrem unter Druck geraten sei. Trotz der klaren Stimmungswende weise die sich am Aktienmarkt ergebende Bewertung weiterhin einen ungewöhnlich hohen Discount zum NAV auf, der bei rationaler Abwägung nicht nachzuvollziehen sei (Abschlag zum NAV per Xetra-Schlusskurs vom 11. März 2010 bei 43%).
Um dieser Diskrepanz offensiv zu begegnen, würden für Princess Private Equity laut Meldung vom 11. März 2010 derzeit Optionen geprüft, das heiße Konstruktionen, die den Aktionären eine begrenzte, jedoch regelmäßige Liquidität innerhalb einer offenen Investmentgesellschaft bieten würden. Ziel sei also, den Investoren Zugang zum NAV zu ermöglichen. Dass eine entsprechende Initiative in die Wege geleitet werde, beurteile man durchweg positiv. Zentrales Element der Umwandlung von einer geschlossenen Beteiligungs- in eine offene Investmentgesellschaft sei die Rückgabemöglichkeit der Aktien zum jeweiligen NAV an die Gesellschaft. Parallel würde die Handelbarkeit der Anteilscheine aber bewusst eingeschränkt.
Als ersten Schritt werde Princess im Kreis der größeren Aktionäre die Rückmeldung auf diese Pläne auswerten. Die Chancen stünden aus Sicht der Analysten gut, dass Princess Private Equity nach dem Vorbild der Partners Group Global Opportunities (PGGO) umgewandelt werde.
PGGO sei bis Ende 2009 eine ebenfalls börsennotierte Beteiligungsgesellschaft gewesen. Mit dem Delisting sei der Beschluss einer außerordentlichen Hauptversammlung umgesetzt worden (Zustimmung: 98%). Bisher an der Börse handelbare Aktien seien in einlösbare Aktien umgewandelt worden. Die Depoteinbuchung dieser Titel sei zum NAV erfolgt. Nach einer zweijährigen Lock-up-Periode würden zu festgelegten quartalsweisen Zeitpunkten Anteile zum NAV zurückgenommen. Für das insgesamt von PGGO im Quartal zurückgenommene Kapital gelte eine Obergrenze von 5% des NAV, eine Einschränkung, die bei den Transaktionsabsichten des individuellen Investors in der Regel nicht greifen werde.
Zu betonen sei, dass Princess Private Equity in keinem Fall liquidiert, sondern als nicht-börsennotiertes Unternehmen weitergeführt würde. Die Eliminierung eines Discounts zum NAV vollziehe sich allerdings zum Preis der verminderten Handelbarkeit der Anteile. Man erwarte, dass Investoren innerhalb der Lock-up-Periode und zwischen den regulären quartalsweisen Rückgabezeitpunkten die Möglichkeit hätten, ihre Anteile über den Sekundärmarkt zu transferieren, aller Voraussicht nach zu einem vom NAV abweichenden Kurs.
Zur Anlagekategorie Private Equity gehöre in jedem Fall ein langfristiger Zeithorizont. Charakteristika dieser Assetklasse seien die Erzielung höherer Renditen als am Aktienmarkt, aber auch die geringe Liquidität. Die Höhe des Preisabschlags für die jederzeitige Handelbarkeit von per se illiquiden Vermögenswerten, wie sie derzeit im Kurs der Princess-Aktie Ausdruck finde, sei nicht akzeptabel. Nach Ansicht der Analysten werde sich der Discount zum NAV kurzfristig weiter reduzieren.
Die Analysten von SRH AlsterResearch bestätigen ihre Einschätzung der Princess-Aktie mit "kaufen". Das
Kursziel laute unverändert 7 EUR. (
Analysevom 12.03.2010) (12.03.2010/ac/a/nw)