Canopy Growth hat die Handelswoche schwach beendet und sich deutlich vom positiven Stimmungsbild im Cannabis-Sektor abgekoppelt. Während Wettbewerber Tilray Brands mit Rekordzahlen überzeugte, geriet die Canopy-Aktie unter Verkaufsdruck und setzte ihre Schwäche am Wochenende fort. Entscheidend ist nun, wie der Markt die operative Entwicklung des Unternehmens in den kommenden Wochen bewertet.
- Canopy-Aktie verliert am Freitag 4,65 % an der Nasdaq
- Kurs auf Tradegate rutscht am Samstagmorgen in Richtung 1,01 Euro
- Tilray präsentiert Rekordumsatz, Canopy profitiert nicht
- Sektor-Fantasie nach dem „Trump-Effekt“ flacht spürbar ab
Tilray überzeugt, Canopy hinkt hinterher
Am Freitag stand der Cannabis-Sektor im Zeichen der Quartalszahlen von Tilray Brands. Der Konkurrent legte für das zweite Quartal 2026 einen Rekord-Nettoumsatz von 217,51 Millionen US-Dollar vor, übertraf die Erwartungen der Analysten und steigerte die internationalen Umsätze mit medizinischem Cannabis um 36 %.
Normalerweise lösen derart starke Zahlen eines Branchenplayers häufig Kursgewinne auch bei anderen Sektorwerten aus. Bei Canopy Growth blieb dieser Effekt jedoch aus. Die Aktie stand den gesamten Handelstag über unter Druck und schloss deutlich im Minus. Marktteilnehmer honorierten damit vor allem nachweisbare operative Fortschritte bei Unternehmen wie Tilray, während Titel mit noch laufender Neuausrichtung eher zur Gewinnmitnahme genutzt wurden.
Das Ausbleiben einer „Mitziehbewegung“ legt nahe, dass Investoren von Canopy zunächst konkrete Verbesserungen bei den eigenen Geschäftszahlen erwarten, bevor sie bereit sind, den Kurs höher zu bezahlen.
Der „Trump-Effekt“ lässt nach
Die aktuelle Schwäche spiegelt auch eine Neubewertung des regulatorischen Umfelds wider. Im Dezember hatten Cannabis-Aktien deutlich zugelegt, nachdem US-Präsident Donald Trump am 18. Dezember 2025 eine Executive Order unterzeichnet hatte. Diese wies den Justizminister an, das Verfahren zur Neueinstufung von Marihuana in Schedule III einzuleiten.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Canopy Growth?
Der Schritt war ein wichtiger politischer Meilenstein, doch die frühzeitige Euphorie erweist sich im Nachgang als überzogen. Statt eines schnellen Regimewechsels im Januar wird nun klar, dass der formale Regelsetzungsprozess sich über mehrere Monate hinziehen dürfte. Viele Anleger, die im Dezember auf rasche Effekte gesetzt hatten, trennen sich nun von Positionen. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass die erhofften Liquiditätsentlastungen durch den Wegfall der steuerlichen Belastung nach Section 280E nicht kurzfristig in den Cashflows ankommen.
Technische Lage bleibt fragil
Für die neue Handelswoche ist die technische Ausgangslage für die Canopy-Aktie angeschlagen. Der deutliche Rückgang am Freitag bei hohem Umsatz und die anhaltende Schwäche auf Tradegate deuten darauf hin, dass wichtige Unterstützungszonen einem Belastungstest ausgesetzt sind. Mit dem Abbau des zuvor eingepreisten „Regulierungsaufschlags“ rücken kurzfristig vor allem die operativen Kennzahlen in den Vordergrund.
Besonders im Fokus steht dabei die Marke von 1,00 Euro auf den europäischen Handelsplätzen. Ein deutlicher Rutsch unter dieses psychologisch relevante Niveau könnte den Verkaufsdruck verstärken. Im Zentrum der nächsten Kursbewegungen dürften daher die kommenden operativen Updates von Canopy Growth stehen, da der Markt klar signalisiert hat, dass allein der Rückenwind durch politische Ankündigungen oder starke Zahlen von Wettbewerbern nicht mehr ausreicht, um die Aktie zu stützen.
Canopy Growth-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Canopy Growth-Analyse vom 10. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Canopy Growth-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Canopy Growth-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Canopy Growth: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
