Großinvestor kauft, Patentstreit eskaliert, Konkurrenten rüsten auf – rund um Nvidia verdichten sich gleich mehrere Entwicklungen, die das Bild für die Aktie in den kommenden Monaten prägen könnten.
Milliardär setzt auf KI-Infrastruktur
Der singapurische Investor Leo KoGuan, bekannt für seinen frühen und gewinnbringenden Einstieg bei Tesla, hat Anfang März in zwei Tranchen insgesamt zwei Millionen Nvidia-Aktien erworben. Zum damaligen Kurs von rund 180 Dollar entspricht das einem Gesamtvolumen von etwa 360 Millionen Dollar. KoGuan begründete den Schritt mit seiner Überzeugung, dass KI kein vorübergehender Hype ist, sondern eine langfristige technologische Entwicklung, die gerade erst begonnen hat. Mit dem zweiten Kauf wollte er nach eigener Aussage auch beruhigend auf einen nervösen Markt wirken.
Tatsächlich steht der KI-Sektor unter Druck. Investoren beobachten zunehmend skeptisch, welche gigantischen Kapitalmengen die großen Cloud-Anbieter in den Aufbau ihrer Infrastruktur stecken – und ob sich diese Ausgaben jemals in entsprechende Renditen ummünzen lassen. Kein Wunder also, dass auch Nvidia-Aktionäre zuletzt unruhig wurden.
Patentstreit wird zur echten Belastung
Gleichzeitig hat ein deutsches Technologieunternehmen eine Niederlage im Erstinstanzverfahren gegen Nvidia in eine offensive Ankündigung verwandelt. Das Münchner Unternehmen ParTec und seine Patentverwertungsgesellschaft unterlagen am 11. März vor dem Unified Patent Court zwar formal – das Gericht sah eine Patentverletzung durch ältere Nvidia-Chips wie A100 und H100 als nicht ausreichend belegt an. Inhaltlich jedoch wies das Gericht alle über 30 Angriffe Nvidias auf die Gültigkeit des Patents vollständig zurück.
Das Patent schützt ein Verfahren zur effizienteren Auslastung von KI-Prozessoren durch laufzeitbasierte Neuverteilung von Rechenaufgaben – eine Technologie, ohne die selbst leistungsstarke Hardware erheblich unter ihren Möglichkeiten bleibt. ParTec ist überzeugt, dass Nvidias neueste Produktgenerationen – insbesondere die Blackwell- und die angekündigte Vera-Rubin-Architektur – genau jene technischen Merkmale aufweisen, die das Patent abdeckt. Das Berufungsverfahren soll sich gezielt auf diese neueren Produkte konzentrieren. Ein zweites, separates Patentverfahren läuft noch und eine Entscheidung wird für Ende 2026 erwartet.
Für Nvidia bedeutet das: Der Patentdruck wächst just in dem Moment, in dem das Unternehmen seine nächste Chip-Generation vermarktet.
Neue Allianzen, neue Herausforderer
Auf der strategischen Seite baut Nvidia derweil sein Ökosystem weiter aus. Der Konzern investiert erneut in das KI-Startup Thinking Machines Lab der früheren OpenAI-Managerin Mira Murati und hat gleichzeitig einen mehrjährigen Liefervertrag für KI-Beschleuniger der Vera-Rubin-Generation abgeschlossen. Zusätzlich wurde eine Allianz mit dem Automatisierungsanbieter Eclipse Automation bekannt, der Nvidias Technologie für digitale Zwillinge und KI-gestützte Fertigung einsetzen will.
Analysten von Wedbush warnen jedoch, dass der Wettbewerbsdruck auf Nvidias Kerngeschäft steigt. Die großen Technologiekonzerne entwickeln zunehmend eigene KI-Chips und könnten mittelfristig Teile ihres Bedarfs intern decken.
Für die Aktie ergibt sich damit ein unruhiges Umfeld: ein prominenter Großkäufer auf der einen Seite, juristische Risiken und wachsende Konkurrenz auf der anderen.
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