Netflix Aktie: WBD bleibt dabei

Der Verwaltungsrat von Warner Bros. Discovery bekräftigt die Fusion mit Netflix und stuft das höhere Barangebot von Paramount als unterlegen und riskant ein.

Kurz zusammengefasst:
  • WBD-Board lehnt Paramounts Angebot einstimmig ab
  • Netflix-Deal gilt als finanziell stabiler
  • Hohe Kosten bei Deal-Abbruch zugunsten Paramounts
  • Regulatorische Prüfung des Zusammenschlusses läuft

Netflix erhält Rückenwind im Übernahmekampf um Warner Bros. Discovery (WBD). Der WBD-Verwaltungsrat hat das überarbeitete, feindliche Angebot von Paramount Skydance über 108,4 Milliarden US‑Dollar einstimmig abgelehnt und zugleich die bereits vereinbarte Fusion mit Netflix bekräftigt. Damit stellt sich WBD klar hinter den im Dezember geschlossenen Deal – trotz höherem Barangebot von Paramount.

WBD setzt auf Netflix

In einer Mitteilung von heute früh begrüßte Netflix die erneute, einstimmige Empfehlung des WBD-Boards für die am 5. Dezember 2025 bekannt gegebene Fusionsvereinbarung. Der Vorstand fordert die Aktionäre auf, das am 22. Dezember 2025 vorgestellte, überarbeitete Angebot von Paramount Skydance abzulehnen.

Netflix

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Netflix‑Co‑CEOs Ted Sarandos und Greg Peters bezeichneten die Vereinbarung weiterhin als „überlegenen Vorschlag“, der den größten Wert für Aktionäre, Konsumenten, Kreative und die Branche schaffen soll.

Deal-Struktur im Überblick

Netflix will Warner Bros. inklusive Film- und TV-Studios, HBO Max und HBO im Rahmen einer Bar- und Aktien-Transaktion übernehmen. Die Konditionen je WBD‑Aktie:

  • Gesamtunternehmenswert: 82,7 Milliarden US‑Dollar
  • Eigenkapitalwert: 72,0 Milliarden US‑Dollar
  • Baranteil: 23,25 US‑Dollar je Aktie
  • Aktienanteil: 4,50 US‑Dollar in Netflix-Stammaktien (mit Kurskorridor)
  • Erwarteter Abschluss: 12–18 Monate ab 5. Dezember 2025

Geplant bleibt zudem die Abspaltung des Bereichs Global Linear Networks (Discovery Global). Diese Trennung soll bis zum dritten Quartal 2026 abgeschlossen sein.

Warum Paramounts Angebot als unterlegen gilt

WBD-Aufsichtsratschef Samuel A. Di Piazza Jr. stufte das jüngste Paramount-Angebot trotz eines Barangebots von 30 US‑Dollar je Aktie als „weiterhin unterlegen“ ein. Der Vorstand verwies auf mehrere Punkte:

  • Wertfrage: Aus Sicht des Boards bietet Paramount trotz höherem Nennpreis nicht den attraktiveren Gesamtwert.
  • Finanzierungsrisiken: Die Transaktion würde laut WBD das „größte LBO der Geschichte“ darstellen und eine außergewöhnlich hohe Verschuldung erfordern.
  • Aktionärsschutz: Es bestehen Bedenken, was im Fall eines Scheiterns der Paramount-Transaktion mit WBD und den Aktionären geschieht.
  • Betriebliche Einschränkungen: Vorgesehene Auflagen während der geschätzten 12–18‑monatigen Vollzugsphase könnten das laufende Geschäft beeinträchtigen.

Hohe Kosten eines Deal-Wechsels

Deutlich macht WBD auch die Kosten, die ein Abbruch der Netflix-Vereinbarung zugunsten von Paramount nach sich ziehen würde. Insgesamt veranschlagt der Vorstand rund 4,7 Milliarden US‑Dollar:

  • 2,8 Milliarden US‑Dollar Breakup Fee an Netflix
  • 1,5 Milliarden US‑Dollar Strafzahlung bei Nichterfüllung eines Schulden-Tauschangebots
  • 350 Millionen US‑Dollar zusätzliche Finanzierungskosten

Aus der von Paramount angebotenen Terminationszahlung von 5,8 Milliarden US‑Dollar blieben WBD damit effektiv nur etwa 1,1 Milliarden US‑Dollar, falls der Paramount-Deal scheitern sollte.

Regulatorische Hürden und Politik

Netflix hat seine HSR-Anmeldung nach dem US‑Kartellrecht eingereicht und steht nach eigenen Angaben im Austausch mit den Wettbewerbsbehörden, darunter das US-Justizministerium und die EU-Kommission. Ziel sei es, gemeinsam mit WBD und allen relevanten Parteien auf einen geordneten Vollzug hinzuarbeiten.

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Gleichzeitig ist klar, dass der Deal unter intensiver kartellrechtlicher Beobachtung steht. Der Unterausschuss für Antitrust im US-Repräsentantenhaus hielt heute Anhörungen zur Medienkonzentration ab, wobei Abgeordnete die Auswirkungen weiterer Branchenbündelungen thematisierten. Präsident Trump hatte zuvor angekündigt, sich in die Entscheidung einbringen zu wollen und den Zusammenschluss von Netflix und WBD aus wettbewerbsrechtlicher Sicht als potenzielles Problem bezeichnet.

Finanzielle Stärke als Trumpf

Der WBD-Vorstand hebt die Finanzkennzahlen von Netflix als wichtiges Unterscheidungsmerkmal hervor:

  • Börsenwert: rund 400 Milliarden US‑Dollar
  • Investment-Grade-Bonität mit den Ratings A/A3
  • Erwarteter Free Cashflow 2026: über 12 Milliarden US‑Dollar
  • Klassische, weniger stark gehebelte Finanzierungsstruktur im Vergleich zu Paramounts LBO-Ansatz

Damit argumentiert WBD, dass der Netflix-Deal finanziell stabiler und berechenbarer sei als das hochverschuldete Paramount-Modell.

Kursreaktionen und Marktlage

Netflix‑Aktien notieren rund 32 % unter ihrem Zwischenhoch aus Mitte 2025 und liegen Anfang Januar bei etwa 90–91 US‑Dollar. Der Titel steht seit der Ankündigung der WBD-Übernahme merklich unter Druck; der Rückgang der Marktkapitalisierung übersteigt inzwischen den geplanten Kaufpreis von 83 Milliarden US‑Dollar.

Die WBD‑Aktie reagierte auf die erwartete Ablehnung des Paramount-Angebots kaum und notiert um 28,29 US‑Dollar. Auf Sicht von zwölf Monaten hat das Bietergefecht den Kurs allerdings um rund 170 % nach oben getrieben.

Nächste Termine und Ausblick

In den kommenden Wochen rücken zwei Daten in den Vordergrund:

  • 20. Januar 2026: Veröffentlichung der Netflix-Zahlen für das vierte Quartal 2025 (nach Börsenschluss)
  • 21. Januar 2026: Aktuelle Frist für WBD-Aktionäre zur Andienung ihrer Aktien in das feindliche Paramount-Angebot

Für das Schlussquartal erwarten Analysten im Schnitt:

  • Ergebnis je Aktie: 0,55 US‑Dollar (Vorjahr: 0,43 US‑Dollar)
  • Umsatz: 11,97 Milliarden US‑Dollar, was einem Wachstum von 16,8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht
  • 29 Analysten decken die Aktie ab

Paramount hat sich zur heutigen Absage durch WBD noch nicht geäußert, hatte aber bereits zuvor betont, das jüngste Angebot sei nicht als „best and final“ zu verstehen. Der Konzern steht nun vor der Entscheidung, ob er sein Angebot erhöht, gezielt auf die Kritikpunkte des WBD-Boards eingeht oder seinen Kurs einer direkten Ansprache der Aktionäre fortsetzt.

Wie sich dieses ungewöhnlich große Konsolidierungsprojekt in der Medienbranche weiterentwickelt, wird in den nächsten Wochen vor allem von regulatorischen Signalen, der Reaktion der Anteilseigner und möglichen weiteren Schritten Paramounts im laufenden Übernahmekampf abhängen.

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