Zwischen skeptischer Studie, geopolitischen Störfeuern und optimistischen Kurszielen: Bei der TUI Aktie prallen derzeit sehr unterschiedliche Marktmeinungen aufeinander. Während ein großes Analysehaus weiteres Rückschlagpotenzial sieht, signalisiert ein anderes deutliches Aufwärtspotenzial. Wie ordnet sich diese Spannbreite in die jüngste Kursentwicklung ein?
Gegensätzliche Kursziele als Belastungsprobe
Auslöser des aktuellen Drucks ist vor allem eine Studie von Bernstein Research vom 20. Januar 2026. Analyst Richard J. Clarke bestätigt seine Einstufung „Market-Perform“, bleibt aber bei einem Kursziel von 7,90 Euro. Ausgehend vom gestrigen Schlusskurs von 8,74 Euro entspricht das einem Abschlag von rund 10 Prozent.
Clarke verweist unter anderem auf anhaltenden Gegenwind bei USA-Reisen seit April. Diese Vorsicht signalisiert: Aus Sicht von Bernstein ist der aktuelle Kurs ausgereizt, das Chance-Risiko-Verhältnis eher nach unten verzerrt.
Ganz anders bewertet Barclays die Lage. Die britische Investmentbank bestätigt ihr Votum „Overweight“ und hebt das Kursziel von 11,75 auf 12,00 Euro an. Daraus ergibt sich ein deutliches Aufwärtspotenzial von mehr als 35 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Anleger stehen damit zwischen zwei klar widersprüchlichen Einschätzungen.
Grönland-Zölle und Short-Seller als Stimmungstest
Zusätzliche Unsicherheit kommt von der geopolitischen Seite. Im Markt wird intensiv über mögliche Zölle im Zusammenhang mit Grönland diskutiert.
Die Einschätzung vieler Fachleute:
Kurzfristig wären die direkten Auswirkungen auf die Gewinne von Reiseanbietern wohl begrenzt, eine Eskalation könnte jedoch die allgemeine Planbarkeit im Tourismusgeschäft beeinträchtigen. Diese Unsicherheit hat sich unmittelbar im Kurs niedergeschlagen – die TUI Aktie gab im Xetra-Handel zeitweise um knapp 2 Prozent nach.
Parallel dazu positionieren sich Hedgefonds auf der Short-Seite. D. E. Shaw meldet laut Bundesanzeiger zum 19. Januar 2026 eine Netto-Leerverkaufsposition von 1,60 Prozent der Aktien. Solche Wetten auf fallende Kurse können Abwärtsbewegungen verstärken, gerade wenn die Marktstimmung ohnehin fragil ist.
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Die Kennzahlen im Überblick
Einige zentrale Daten zur aktuellen Situation:
- Schlusskurs gestern (Dienstag): 8,74 Euro
- Veränderung 7 Tage: -2,93 %
- Veränderung 30 Tage: -7,49 %
- Performance 12 Monate: +7,06 %
- 52-Wochen-Hoch: 9,45 Euro (22.12.2025)
- 52-Wochen-Tief: 5,86 Euro (04.04.2025)
- Abstand zum 52-Wochen-Hoch: -7,49 %
- Abstand zum 52-Wochen-Tief: +49,10 %
- 50-Tage-Durchschnitt: 8,66 Euro (aktueller Kurs leicht darüber)
- 200-Tage-Durchschnitt: 7,88 Euro (Abstand rund 11 %)
- RSI (14 Tage): 45,0 (neutraler Bereich)
Die Aktie hat damit auf Sicht von einer Woche und eines Monats spürbar nachgegeben, liegt aber weiterhin komfortabel über dem Jahrestief und über den wichtigen gleitenden Durchschnitten. Das Bild: kurzfristige Schwäche in einem insgesamt erholten Kursverlauf.
Operative Signale bleiben im Hintergrund
Abseits der Marktturbulenzen arbeitet TUI an operativen Verbesserungen. Am 20. Januar wurde über Fortschritte bei Nachhaltigkeitsprojekten berichtet, etwa im „TUI BLUE Berawa“ auf Bali. Dort sollen neue Technologien zur Abfallverarbeitung Kosten senken und Kreisläufe schließen.
Solche Maßnahmen zahlen eher langfristig auf Effizienz und Markenprofil ein. Für die aktuelle Kursentwicklung spielen sie jedoch eine untergeordnete Rolle – hier dominieren Analystenkommentare, Zinsumfeld und geopolitische Nachrichten den Takt.
Fazit: Hohe Spannbreite vor den Zahlen
Die TUI Aktie bewegt sich derzeit in einem Spannungsfeld aus:
- vorsichtigem Kursziel von 7,90 Euro (Bernstein),
- deutlich positivem Ziel von 12,00 Euro (Barclays),
- spürbaren Short-Positionen institutioneller Investoren,
- und einem Kurs, der zuletzt auf 8,74 Euro zurückgefallen ist, aber klar über dem 200-Tage-Durchschnitt notiert.
Kurzfristig bleibt das Risiko weiterer Rücksetzer präsent, solange der Markt das konservative Szenario von Bernstein ernst nimmt und geopolitische Störfaktoren im Raum stehen. Eine wichtige Wegmarke wird der 9. Februar 2026: Mit den Zahlen zum ersten Quartal erhält der Markt neue Daten, um zu entscheiden, ob sich eher das skeptische oder das optimistische Analystenlager durchsetzt.
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