Erste Group Aktie: Rekordgewinn, halbierte Dividende

Die Erste Group erzielte 2025 einen Rekordgewinn von 3,5 Mrd. Euro, kürzt die Dividende jedoch auf 0,75 Euro, um die milliardenschwere Übernahme in Polen zu finanzieren.

Kurz zusammengefasst:
  • Nettogewinn steigt auf 3,5 Milliarden Euro
  • Dividende sinkt von 3,00 auf 0,75 Euro
  • Milliardenübernahme in Polen finanziert
  • Ambitionierte Ziele für 2026 vorgelegt

Rekordgewinn und drastisch gekürzte Dividende — die Erste Group liefert für 2025 ein klares Bild, das Aktionäre gespalten zurücklässt. Wer auf eine satte Ausschüttung gehofft hatte, wird enttäuscht. Wer auf Wachstum setzt, findet reichlich Argumente.

Starkes 2025, teurer Einstieg in Polen

Der Nettogewinn der österreichischen Bankengruppe stieg 2025 auf 3,5 Milliarden Euro, nach 3,1 Milliarden im Vorjahr. Das Kreditvolumen wuchs um 6,4 Prozent auf 232 Milliarden Euro, in den Märkten außerhalb Österreichs sogar um 10,5 Prozent. Die Eigenkapitalrendite (RoTE) erreichte 16,6 Prozent — solide Zahlen, die zeigen: Das Kerngeschäft läuft.

Erste Bank

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Doch das Kapital floss nicht zu den Aktionären, sondern in eine Großtransaktion. Am 9. Januar 2026 schloss die Erste Group den Kauf eines 49-Prozent-Anteils an der Santander Bank Polska sowie 50 Prozent am Vermögensverwalter Santander TFI ab. Gesamtvolumen: 7 Milliarden Euro, vollständig aus Eigenmitteln finanziert. Damit betritt die Gruppe den größten Bankenmarkt der Region — und das hinterlässt Spuren in der Bilanz.

Die harte Kernkapitalquote (CET1) lag zum Jahresende 2025 noch auf dem historischen Höchststand von 19,3 Prozent. Mit der Erstkonsolidierung der polnischen Einheit im ersten Quartal 2026 dürfte sie um rund 460 Basispunkte sinken — allerdings von eben diesem Rekordniveau aus.

Dividende: Von 3,00 auf 0,75 Euro

Die direkteste Konsequenz für Anleger ist die Dividendenkürzung. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung am 17. April eine Ausschüttung von 0,75 Euro je Aktie vor — nach 3,00 Euro im Vorjahr. Die Ausschüttungsquote fällt damit von rund 50 bis 55 Prozent auf etwa 10 Prozent. Wer die Dividende zahlen möchte, hat den Ex-Tag am 22. April im Blick, die Zahlung folgt am 24. April 2026.

Das ist ein erheblicher Einschnitt. Zugleich ist die Logik dahinter klar: Die Übernahme wurde aus einbehaltenen Gewinnen finanziert, nicht über Fremdkapital oder eine Kapitalerhöhung.

Ambitionierte Ziele für 2026

Für das laufende Jahr peilt das Management einen bereinigten Nettogewinn von über 4 Milliarden Euro an — ein Wachstum des Gewinns je Aktie von mehr als 20 Prozent. Die RoTE soll auf rund 19 Prozent steigen. Daneben stehen ein Zinsüberschuss von über 11 Milliarden Euro und Provisionseinnahmen von rund 4 Milliarden Euro auf der Agenda.

Gegengerechnet werden müssen erhebliche Kostenblöcke: Regulatorische Abgaben und Bankensteuern — vor allem in Ungarn und Rumänien — summieren sich 2026 auf rund 450 Millionen Euro. Hinzu kommen 180 Millionen Euro Integrationsaufwand für Polen sowie jährliche Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte von rund 70 Millionen Euro nach Steuern.

Ob die Rechnung aufgeht, zeigt sich erstmals konkret am 30. April 2026, wenn der Quartalsbericht die erste vollständige Konsolidierung der Erste Bank Polska enthält. Morgen erscheint zunächst der Jahresbericht — er dürfte die bereits bekannten Vorabzahlen mit vollständigen Details unterlegen und die Diskussion über die Balance zwischen Wachstumsstrategie und Aktionärsrendite weiter schärfen.

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