Aktienmärkte: Optimismus ist verpufft und in extreme Vorsicht umgeschlagen


24.02.16 11:45
Meldung
 
Amsterdam (www.fondscheck.de) - Die Hausse an den Aktienmärkten ist eindeutig zu Ende, so Cor Dücker, International Business Development bei Kempen Capital Management.


Eigentlich sei die Stimmung schon letztes Jahr schlechter geworden, nur sei das von einigen unbemerkt geblieben. Hinter der Entwicklung der Märkte habe nicht mehr eine breit angelegte Rally, sondern vereinzelte Aktien gestanden, und es habe sich nur etwas in einigen wenigen Branchen bewegt, während es der Großteil des Marktes nicht aus dem negativen Terrain heraus geschafft habe. Es sei wie auf einer Party mit nur noch einer Handvoll Gästen gewesen, die sich jedoch so gut amüsiert hätten, dass sie nicht bemerkt hätten, wie leer es mittlerweile um sie herum geworden sei.

Als der Markt im Januar dann schlechte Nachrichten habe verkraften müssen, vor allem aus China, zu den Ölpreisen oder an der Zentralbankfront, sei die Sause mit einem Schlag vorbei gewesen. Die globalen Aktienbewertungen seien um mehr als 10% eingebrochen. Plötzlich schienen selbst gute Nachrichten unheilvoll und somit ein Verkaufsgrund zu sein, so die Experten von Kempen Capital Management.

Der Optimismus, der die Märkte in den letzten Jahren beflügelt habe, sei mittlerweile verpufft und in extreme Vorsicht umgeschlagen. Das sei gut so.

Gegen Optimismus im Leben sei nichts einzuwenden, doch was passiere, wenn er zunehmend zu Fehlentscheidungen im Investmentbereich oder in den Führungsetagen zur Folge habe? Die Experten würden auf einen Zeitraum zurück blicken, in dem Geld quasi nichts gekostet habe, was eine Welle von Fusionen und Übernahmen sowie Börsengängen ausgelöst habe. Besonders in den wachstumsstarken Branchen wie IT und Pharma hätten diese Bedingungen für ein verschwenderisches Investitionsverhalten gesorgt. Die Aktienmärkte hätten eine Zeit lang mitgespielt, und für die Bewertungen von Wachstumsunternehmen sei es steil bergauf gegangen.

Doch bekanntermaßen seien für langfristig hohe Aktienrenditen die Dividenden bzw. das Dividendenwachstum entscheidend und nicht etwa steigende Bewertungen oder Aktienrückkäufe. Aktienanleger sollten sich deshalb nach Unternehmen umschauen, die durch ihre Fundamentaldaten überzeugen würden, und nicht nach Titeln mit einer attraktiven Wachstumsstory, die auf Fantasien beruhe.

Erfolgversprechend sei es nunmehr, sich für Unternehmen mit einem soliden Track Record, langfristig guten Cashflows und Kapitaldisziplin zu entscheiden. Investments in diese Aktien, die mehrere Jahre schlechter abgeschnitten hätten als der breite Markt, dürften sich in den kommenden Jahren auszahlen. Dabei dürften Anleger belohnt werden, die den Schwerpunkt auf hohe und nachhaltige Dividenden legen und zugleich das Geschäftsmodell des Unternehmens genau verstehen würden. Nach dem rauschenden Fest sei ein nüchterner und unverstellter Blick auf die Aktienmärkte der beste Weg in die Zukunft. (24.02.2016/fc/a/m)


 

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