BB African Opportunities (Lux)-Fonds: 02/2020-Bericht, Performanceminus von 6,6% - Fondsanalyse


25.03.20 12:00
Meldung
 
Küsnacht (www.fondscheck.de) - Der BB African Opportunities (Lux)-Fonds (ISIN LU0433847240 / WKN A0RP3D) hat zum Ziel, ein langfristig attraktives und kompetitives Kapitalwachstum zu erwirtschaften, so die Experten der Bellevue Asset Management AG.


Er eigne sich daher besonders für Investoren mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf bis sieben Jahren, die ihr Portfolio durch Anlagen in Aktien in aufstrebenden Schwellenländern diversifizieren wollten. Der Fonds weise die für Schwellenländer-Aktien typischen Anlagerisiken auf.

Der Fonds investiere vorwiegend in börsennotierte Unternehmen in den aufstrebenden Ländern Afrikas. Es seien insbesondere Länder Nordafrikas und der Sub-Sahara, die von zunehmendem Strukturwandel, Wirtschaftsreformen, Infrastrukturinvestitionen und hohen Rohstoffvorkommen profitieren würden. Der Fonds investiere aber auch in attraktive Anlageopportunitäten in Südafrika. Erfahrene Schwellenländerspezialisten, die mitunter selbst aus der Region stammen würden, würden auf profitable groß- und mittelkapitalisierte Unternehmen fokussieren, die von der starken Wachstumsdynamik der Region in besonderem Masse profitieren würden. Mittels eines fundamentalen Bottom-up und Top-down-Ansatzes würden die Spezialisten die attraktivsten Unternehmen auswählen und aus 50 bis 70 Titeln ein über Länder und Sektoren breit diversifiziertes Portfolio konstruieren.

Die weltweite Risikoscheu habe die globalen Märkte belastet und auch den Abgabedruck in Südafrika verschärft (-9,0% und der Rand -4,2% ggü. dem USD). Der Präsident habe weder mit seiner Rede zur Lage der Nation noch mit seiner Haushaltsrede die Enttäuschung der Anleger hinsichtlich der zögerlichen Reformbestrebungen zerstreuen können. Vielmehr habe der Finanzminister einen weiteren Anstieg des Haushaltsdefizits gemeldet. So solle das Defizit im FY19/20 auf 6,5% (bisheriges Ziel 6,2%) und im FY20/21 auf 6,8% des BIP steigen. Zudem habe er South African Airways eine zusätzliche Finanzspritze in Höhe von ZAR (Südafrikanischer Rand) 16,4 Mrd. eingeräumt, damit die Fluggesellschaft ihre Schuldverpflichtungen bedienen könne, habe aber keinen klaren Plan vorgelegt, wie er die Finanznöte des Staatskonzerns lösen wolle.

Das schwache Wachstumsumfeld habe weniger Steuererhöhungen bedeutet. Um den öffentlichen Haushalt ins Lot zu bringen, setze die Regierung bei ihrer Strategie zur Haushaltssanierung vor allem auf eine Kürzung der Löhne im öffentlichen Sektor um ZAR 160 Mrd. während der kommenden drei Jahre. Letzteres habe bei den Gewerkschaften starken Unmut ausgelöst, was wiederum keine gute Ausgangslage für die anstehenden Lohnverhandlungen darstelle.

Nigeria habe für das Q4 2019 ein BIP-Wachstum von 2,6% (YOY) ggü. 2,2% für die ersten neun Monate des Jahres verzeichnet, getrieben vor allem durch eine stärkere Expansion des Finanzsektors nach Einführung der Mindest-Loan-Deposit-Ratio. Andere Wirtschaftszweige stünden weiter unter Druck, wie der zweistellige Rückgang der Jahresüberschüsse 2019 verdeutliche, den die wichtigsten notierten Unternehmen aus dem Produktionssektor ausgewiesen hätten. Die Devisenreserven seien auf USD 36 Mrd. nach USD 38 Mrd. Ende Januar und USD 42 Mrd. im September 2019 geschrumpft. Damit hätten sich Sorgen gemehrt, ob die Notenbank in der Lage sei, den Naira (NGN) stabil zu halten. Um diese Bedenken zu zerstreuen, hätten die CBN ausländischen Investoren günstige Devisenterminkontrakte angeboten (NGN 380/USD über fünf Jahre vs. NGN 362/USD Spot-Kurs im Devisenfenster für Anleger und Exporteure). Obwohl diese Lösung das USD-Rückführungsrisiko im Falle einer Devisenknappheit nicht löse, könnte es im Erfolgsfall den schnellen Abbau der Devisenreserven des Landes verlangsamen. Nigerianische Aktien hätten 9,1% schwächer geschlossen.

Der Abwärtsdruck durch Verkäufe ausländischer Investoren sei auch in Kenia spürbar gewesen. Dort hätten die Aktienschwergewichte 8 bis 14% verloren, woraufhin der Leitindex 8,3% nachgegeben habe. Die Heuschreckenplage habe im vergangenen Monat einige der wichtigen landwirtschaftlichen Anbauregionen erreicht, die Ernten jedoch nur geringfügig belastet, da die letzte Ernte bereits kurz vorher eingefahren worden sei. Für die nächste Ernte bestehe jedoch ein Risiko. Denn sollten die kenianischen Behörden der Lage nicht Herr werden, könnte die Ausbreitung der Plage die Erträge der künftigen Ernte schmälern und die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben.

In Ägypten habe die Notenbank (CBE) unverändert an ihrem Leitzins festgehalten, trotz einer Headline-Inflation, die im Januar mit 7,2% (YOY) unterhalb des angestrebten Mittelwertes (9% +/- 3%) gelegen habe. Wegen des scheinbar straffen geldpolitischen Kurses hätten die Staatsanleihen des Landes zu den Papieren mit den höchsten Realrenditen im Schwellen- und Grenzmarktbereich gezählt und Mittelzuflüsse in Festverzinsliche begünstigt: Das Engagement ausländischer Investoren in auf EGP (Ägyptisches Pfund) lautende Schatzpapiere und Anleihen sei im Januar um USD 2,0 Mrd. (MOM) auf USD 24,0 Mrd. gestiegen. Als Ergänzung ihres bestehenden Instrumentariums zur Stützung des Wachstums von Privatkrediten habe die CBE die Höchstgrenze für Hypothekenfinanzierungen von Banken auf 10% des Gesamtkreditportfolios verdoppelt. Das BIP-Wachstum habe im H2 2019 an Fahrt verloren und sich bei 5,6% (YOY) stabilisiert, wobei kurzfristige Katalysatoren von einer starken Erholung der Privatinvestitionen abhängen würden. Aktien hätten 6,5% an Wert verloren und das EGP habe ggü. dem USD 1% fester notiert.

Das tunesische Parlament habe nun endlich die neue Regierung von Premierminister Elyes Fakhfakh im Amt bestätigt, der die führende Rolle bei der Wiederaufnahme der Gespräche mit dem IWF einnehmen dürfte. Nachdem der Reformprozess in den letzten Monaten ins Stocken geraten sei, müsse das Land nun dringend Maßnahmen einleiten, um seine wirtschaftlichen Probleme zu lösen und eine weitere Verschlechterung zu verhindern. Tunesiens Börse habe im Februar 1,3% zugelegt.

In Marokko hätten die zuständigen Behörden eine Rekordstrafe von MAD 3,3 Mrd. gegen Maroc Telecom wegen angeblichen Missbrauchs ihrer Vormachtstellung verhängt, was den Markt verunsichert habe. Eine mildere Strafe sei mit Blick auf anhaltende Diskussionen nach wie vor denkbar. Das Interesse lokaler Anleger an Aktien habe jedoch nachgelassen und dem Leitindex im Februar ein Minus von 2,2% beschert.

Ihre schwierige Lage habe es den wichtigen Volkswirtschaften der SSA-Region erschwert, globalen Unwägbarkeiten entgegenzutreten, vor allem angesichts sinkender Rohstoffpreise. Auch die Beteiligungen der Experten der Bellevue Asset Management AG in Nordafrika litten unter der risikoscheuen Stimmung an den Märkten während des letzten Monats. Die Kursrückgänge hätten allerdings Einstiegschancen in attraktiv bewertete Titel mit hohem Wachstumspotenzial geboten, weshalb sie das Portfolio im Februar um neue Gesundheitstitel ergänzten. (Stand vom 29.02.2020) (25.03.2020/fc/a/f)


 

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