BHF Flexible Allocation FT-Fonds: Zentralbanken sorgen für vorweihnachtliche Bescherung an den Börsen - Fondsanalyse


08.12.14 11:09
Meldung
 
Frankfurt am Main (www.fondscheck.de) - Gut sechs Wochen nachdem die Sorge um eine sich stark abschwächende Konjunktur in Europa, Japan und China die Aktienmärkte in den USA und Europa um über 10% einbrechen ließ, eilt der S&P 500 von Höchststand zu Höchststand und sogar der DAX schaffte kurzzeitig ein neues Jahreshoch, so Dr.
Manfred Schlumberger, der für FRANKFURT-TRUST Asset Management den knapp 500 Mio. Euro großen vermögensverwaltenden BHF Flexible Allocation FT Fund (ISIN LU0319572730 / WKN A0M003 ) managt.

Hauptverantwortlich für die vorweihnachtliche Bescherung im Oktober/November seien einmal mehr die Notenbanken gewesen: Die EZB des Mario Draghi und die Chinesische Zentralbank mit einer überraschenden Zinssenkung! Draghi sorge sich seit langem um die schwache Kreditversorgung im Euroland und die disinflationäre Entwicklung bei den Verbraucherpreisen. Aktuell stabilisiere sich jedoch das Kreditvolumen und die Geldmenge M3 ziehe sogar deutlich an. Das Inflationsziel der EZB von nahe 2% sei jedoch angesichts des Rekordpreisverfalls bei den Energiepreisen und auch der ansonsten schwachen Rohstoffpreise im aktuellen Umfeld unerreichbar. Aber seit wann sei Preisstabilität mit knapp unter 1% Steigerungsrate schlimm!

Mit Deflation, also nachhaltigem und lang anhaltendem heftigem Preisverfall, der Verbraucher dazu veranlasse, ihren Konsum in die Zukunft zu verschieben, habe dies jedenfalls nichts zu tun. Dies könne man eindrucksvoll auf den Einkaufsstraßen der deutschen Metropolen verfolgen, wo Verbraucher ihre zwischenzeitlich unverzinsten Spargroschen in Sachwerte und Konsumgüter tauschen würden. Draghi scheine weiterhin wild entschlossen, im Frühjahr die Bilanzsumme der EZB auch durch Staatsanleihenkäufe auszuweiten.

Seien die "Draghischen" Ankündigungen eher wenig überraschend gewesen, sei es die Zinssenkung der People's Bank of China (PBoC) umso mehr gewesen. Die PBoC sei lange Zeit sehr restriktiv gewesen, um die Immobilienblase mit ihren negativen Effekten auf das (Schatten-)Finanzsystem und die Inflation zu bekämpfen. Das scheine ihr gelungen zu sein. Die Inflation sei auf +1,6% gefallen und der Immobilienmarkt habe sich stark abgekühlt. Dummerweise habe sich dadurch jedoch auch das Wirtschaftswachstum stark abgeschwächt in Richtung 7% - sofern die offiziellen Zahlen stimmen würden. Bereits seit dem Sommer habe die chinesische Führung (identisch mit der Zentralbank) gezielte geld - und fiskalpolitische Maßnahmen zur Wachstumsstabilisierung eingeleitet. Dann sei der überraschende Zinssenkungsschritt gekommen, auf den vermutlich weitere folgen würden. Kombiniert mit der flutenden japanischen Notenbank (Anleihenkäufe in Höhe von 545 Mrd. EUR p.a.) und ersten konjunkturellen Stabilisierungstendenzen in Europa sei somit der Boden für die Kursrally der letzten Wochen bereitet gewesen.

Beginnen wir mit unserem Heimatland, so die Experten von FRANKFURT-TRUST Asset Management. Deutschland werde aktuell von vier "Nullen" geprägt: Null-Wachstum, Null-Inflation, Null-Zinsen und einer Regierung, die "Null-Bock" auf Reformen habe. Doch Draghi wisse, was er den Deutschen als Gegenleistung für ihre Haftung für die Euro-Peripherie schuldig sei. Er schwäche den Euro mit seiner Geldpolitik massiv! Davon profitiere Europa insgesamt, aber in erster Linie der Fußball- und Exportweltmeister Deutschland. Einher mit den niedrigen Zinsen, der steigenden Geldmenge, den attraktiven Rohstoffpreisen ergebe sich so ein wunderbares Konjunkturprogramm, das reichen sollte, das Wachstum in Europa im nächsten Jahr wieder deutlich über 1% anzuheben. So sollte es den europäischen Unternehmen gelingen, ihr Gewinnwachstum in 2015 wieder in Richtung 7% bis 8% auszudehnen, was als Basis für weitere Aktienpreissteigerungen ausreichen sollte.

Relativ stünden die USA wirtschaftlich am stärksten da. Ein Wachstum von ca. 2,5% habe im letzten Quartal ein Gewinnwachstum von 9% beschert. Der steigende US-Dollar, ein nachlassendes Gewinnwachstum der Unternehmen, die hohe Aktienmarktbewertung und die permanente Diskussion um die erste Zinserhöhung seit 2004 sollten das Aufwärtspotenzial der US-Märkte im neuen Jahr, insbesondere in Richtung der zweiten Jahreshälfte, limitieren. Attraktiv würden die US-Märkte wegen des vermutlich weiter steigenden US-Dollar bleiben - freilich lasse sich davon auch am Rentenmarkt bei kurzen Restlaufzeiten profitieren. Die Zinserhöhungen der FED dürften sich nämlich in homöopathischem Rahmen bewegen.

Viele rohstoffexportierende Schwellenländer würden im aktuellen Preisumfeld massiv leiden, sodass der MSCI Emerging Markets trotz einer Aufholjagd im Sommer den MSCI Welt auch in diesem Jahr nicht übertreffen könne. Profiteure seien jedoch die Importländer wie Indien und China. Der indische Markt sei bereits stark (heiß) gelaufen. Doch der chinesische Inlandsmarkt (CSI 300 bereits +33% ytd.) sei aus seiner vierjährigen jämmerlichen Baisse erwacht. Die niedrige Bewertung chinesischer Festlandsaktien (KGV 7,3), insbesondere in dem zugegebenermaßen fragilen Finanzsektor, weitere Zinssenkungen der Zentralbank, die Verbindung zwischen den Börsen in Hongkong und Shanghai würden diesen primär von Inländern dominierten Markt für ausländische Investoren zunehmend interessant machen. Überdies dürfte die chinesische Wirtschaft von der engen Zusammenarbeit mit Russland profitieren.

Alles in allem spreche viel dafür, dass die Aktienmärkte in 2015 zunächst weiter steigen sollten - mit guten Chancen auf eine Renaissance der europäischen Märkte mit Deutschland an der Spitze und einer Fortsetzung der imposanten China-Rally der letzten Wochen. Stabilisiere sich die japanische Wirtschaft, so dürfte auch der Nikkei noch nicht am Ende seines Weges angelangt sein.

An den europäischen Rentenmärkten könnte uns die EZB durch Staatsanleihenkäufe noch ein vermutlich letztes Hurra bescheren und uns mit den vielbeschworenen japanischen Verhältnissen beschenken, so die Experten von FRANKFURT-TRUST Asset Management. Im Jahresverlauf könnte sich dann jedoch eine wenn auch bescheidene Zinswende vor dem Hintergrund einer nahenden FED-Zinserhöhung einstellen. Selektive Chancen würden die Experten bei kurzen US-Dollar-Unternehmensanleihen wegen der Währung und Schwellenländerbonds wegen der hohen Zinsen und trotz möglicher Währungsabwertungen sehen. (Ausgabe vom 05.12.2014) (08.12.2014/fc/a/f)


 

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