Berenberg Systematic Approach - US STOCKPICKER Fund: Unternehmensgewinne bleiben 2018 Treiber für Kursanstiege


18.12.17 12:15
Meldung
 
Hamburg (www.fondscheck.de) - 2018 sollte der US-Aktienmarkt seinen Weg zu neuen Rekordständen erst einmal fortsetzen, meint Till Budelmann, Fondsmanager des Berenberg Systematic Approach - US Stockpicker Fund (ISIN LU0534930846 / WKN A1C33Y) und Mitglied des Investment Komitees von Berenberg.


Sowohl makro- und mikroökonomische Daten als auch die technische Lage und die Stimmung würden hierfür gute Voraussetzungen schaffen. Allerdings sei Budelmann wachsamer als 2017 und habe vor allem zwei Faktoren genau im Blick: die Entwicklung der Unternehmensgewinne und einen möglichen Stimmungsumschwung in Euphorie.

Nach einem Stillstand in den Jahren 2015 und 2016 seien in diesem Jahr die Unternehmensgewinne in den USA wieder gestiegen - und zwar deutlich. Ein Zuwachs von 11,8 Prozent werde für die Unternehmen im Aktienindex S&P 500 erwartet. "Nicht Notenbankliquidität und auch nicht die Politik Donald Trumps, sondern das Gewinnwachstum war 2017 der wesentliche Treiber für den Kursanstieg in den USA. Das dürfte sich 2018 fortsetzen", meine Till Budelmann. Der Markt rechne auch für 2018 mit einem soliden Gewinnwachstum, die Berenberg-Prognosen lägen bei acht bis zehn Prozent. Allerdings sei Budelmann nicht mehr ganz so sorglos für 2018, wie er es noch für 2017 gewesen sei. "Wir fahren auf Sicht und haben die Entwicklung der Unternehmensgewinne genau im Blick", so der Fondsmanager.

Die fundamentalen Daten würden jedoch zunächst für ein weiteres gutes Aktienjahr sprechen. Die Wirtschaft entwickle sich sehr erfreulich und Berenberg schätze die Lage sogar noch deutlich positiver ein als der Konsens. "Wir erwarten ein Wachstum von 2,9 Prozent für 2018 und 2,7 Prozent für 2019 und liegen damit 0,4 und 0,6 Prozentpunkte über den Markterwartungen", so Budelmann. Die ohnehin gute wirtschaftliche Lage dürfte durch die Steuerreform zusätzlichen Schwung erhalten. Der Fondsmanager rechne damit, dass die Investitionen anspringen würden, aber auch der Konsum anziehe, da nicht nur Erleichterungen für Unternehmen, sondern auch für die persönlichen Steuersätze geplant seien. Die Löhne sollten etwas steigen, ebenso die Inflation, und die Arbeitslosigkeit dürfte weiter sinken. In der Konsequenz rechne Budelmann mit vier Zinserhöhungen durch die US-Notenbank für 2018. In den steigenden Zinsen sehe er allerdings keine Gefahr für den Aktienmarkt: "Das Zinsniveau ist immer noch sehr niedrig. Die Erhöhungen dürften als ein Zeichen der Stärke und der Normalisierung gewertet werden."

Die größten Nutznießer der Steuerreform sollten die Unternehmen sein, die eine hohe effektive Steuerrate hätten und einen verhältnismäßig hohen Anteil ihrer Umsätze in den USA generieren würden. Dazu würden beispielsweise Energie und Telekommunikation zählen. In diesen Sektoren liege der effektive Steuersatz bei 35 respektive 33 Prozent. Der Telekom-Sektor erziele 96 Prozent seiner Umsätze in den USA. Anders sehe es beispielsweise im Technologie-Bereich aus. Der IT-Sektor des S&P 500 mache nur 41 Prozent der Umsätze daheim, und der effektive Steuersatz liege bei gerade einmal 24 Prozent. Budelmann weise jedoch darauf hin, dass ein geringerer Vorteil bei der Steuerreform sich nicht in einer schlechteren Kursentwicklung niederschlagen müsse.

Auch die bereits zum Teil hohen Bewertungen der US-Aktien würden Budelmann kaum beunruhigen. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) des S&P 500 bezogen auf die erwarteten Gewinne der nächsten zwölf Monate liege beim 19Fachen und damit über dem langfristigen Durchschnitt vom 15Fachen. "Die Komposition des Index hat sich über die Jahre deutlich verändert. Die großen Fünf - Apple, Alphabet, Microsoft, Facebook und Amazon - sind alle wachstumsstark und haben hohe Gewinnmargen. Das rechtfertigt höhere KGVs, die aber auch das Gesamtbild verzerren", erläutere Budelmann. Zudem würden Bewertungen seiner Ansicht nach keine großen Abverkäufe auslösen: "Niemand verkauft, nur weil ein bestimmtes KGV des Gesamtmarktes erreicht ist." An eine viel stärkere KGV-Ausweitung glaube er allerdings auch nicht, zumindest nicht, wenn die Zinsen steigen und Anlagealternativen wieder etwas an Attraktivität gewinnen würden.

Aus technischer Sicht würden Aktien ebenfalls interessant bleiben. Auffällig sei vor allem die hohe Stabilität des Aktienmarktes. "Über die vergangenen fast 400 Tage gab es nicht einmal einen maximalen Verlust von drei Prozent. Das heißt, innerhalb dieses Zeitraums hat der S&P 500 nie drei Prozent am Stück verloren. Das hat es in der Geschichte des US-Aktienmarktes noch nicht gegeben", habe Budelmann gesagt und die hohe Stabilität u.a. durch die gesunkene Korrelation zwischen den einzelnen Sektoren und Aktien erklärt. "Es wird nicht mehr alles gekauft und dann wieder alles verkauft, sondern die Anleger bleiben investiert. Das Kapital rotiert allerdings zwischen den Sektoren und Stilrichtungen, mal ist das eine gefragt, mal das andere." Diesen Trend erwarte er auch für 2018 und sehe Stockpicker im Vorteil gegenüber Indexinvestoren.

Neben der Entwicklung der Unternehmensgewinne halte Budelmann für 2018 auch die Anlegerstimmung für einen entscheidenden Faktor. Anleger seien nicht mehr defensiv positioniert, sondern eher neutral bis leicht optimistisch. Noch seien sie aber weit entfernt von übertriebenem Optimismus. Da sich dies schnell ändern könne, sei genau zu beobachten, ob die Stimmung in Euphorie umschlage. Das wäre ein klares Warnzeichen.

Zurzeit erkenne Budelmann noch keine Anzeichen, die auf ein Ende des Bullenmarktes hindeuten würden und gehe daher zuversichtlich, aber auch aufmerksam ins nächste Jahr. Auch für die weitere Zukunft sehe er langfristig orientierte Anleger am US-Aktienmarkt gut aufgehoben. Bis 2040 sollte der S&P 500 die 10.000er Marke erreichen, so seine Prognose; wenn natürlich auch zwischendurch immer wieder einmal mit kräftigen Korrekturen gerechnet werden müsse. Die Vorhersage entspreche in etwa einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von sechs Prozent - hinzu käme eine Dividendenrendite von ca. zwei Prozent im Jahr. Untermauert werde die positive Schätzung durch eine vorteilhafte demografische Entwicklung in den USA und die beeindruckende Innovationskraft des Landes. Zudem glaube er an strukturell eher niedrigere Zinsen. All diese Entwicklungen sollten die Aktienkurse langfristig befeuern. (18.12.2017/fc/a/f)


 

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